Allan Miller (Schauspieler)

Allan David Miller (* 14. Februar 1929 in Brooklyn, New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und renommierter Schauspiellehrer.[1][2][3][4][5][6][7]

Leben

Miller ist der Sohn von Anna Diamond und Benedict Miller und hat zwei Geschwister, Elizabeth und Lewis Martin. Nach seiner Schulzeit besuchte Miller von 1945 bis 1946 das Queens College. Im Anschluss diente er von 1946 bis 1948 bei der United States Army während der Besatzungszeit in Japan nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Als er eine Anzeige in der Zeitung Stars and Stripes bemerkte, die nach Darstellern suchte, begann er, in Shows für die Truppen aufzutreten.[1][8]

Nach dem Ende des Militärdienstes studierte er ab 1948 am Dramatic Workshop von Erwin Piscator an der New School for Social Research in New York. Von 1950 bis 1952 nahm er Schauspielunterricht bei Uta Hagen, zusammen mit Geraldine Page und Charles Nelson Reilly, und im Anschluss – ab 1953 – machte er eine Ausbildung am Actors Studio bei Lee Strasberg. Zu seinen Kommilitonen am Actors Studio gehörten unter anderem James Dean, Marilyn Monroe und Paul Newman.[8]

1958 begann er unter Strasbergs Förderung selbst am Dramatic Workshop zu unterrichten und gab ab 1960 zusätzlich Privatunterricht. Eine seiner Schülerinnen war die jugendliche Barbra Streisand: er begleitete sie ab ihrem 15. Lebensjahr bis zur Premiere von Funny Girl am Broadway. Zu weiteren Schülern gehörten, neben anderen, Dustin Hoffman, Meryl Streep, Geraldine Page, Lily Tomlin, Sigourney Weaver, Peter Boyle, Rue McClanahan, Dianne Wiest und Bruce Davison.[8][9] In den 1970er-Jahren lehrte er zudem an der Yale School of Drama, an der New York University, am Circle in the Square Theater sowie am Focus Theatre in Dublin.[10]

1965 war er am HARYOU-ACT-Programm am New Lafayette Theatre in Harlem beteiligt, das eine Schauspielgruppe aus Jugendlichen aufbaute, darunter Antonio Fargas.

Miller war zweimal verheiratet. Seine erste Frau, die Schauspielerin Anita Cooper, heiratete er 1953; die Ehe wurde später geschieden. Aus dieser Beziehung stammen seine beiden Söhne Zachary und Gregory.[1][8] Am 25. Januar 1976 heiratete er in zweiter Ehe Laura Zucker,[10] die 25 Jahre lang Geschäftsführerin der Los Angeles County Arts Commission war.[8][11]

Karriere

Miller begann seine aktive Karriere als Schauspieler in Film, Fernsehen sowie am Theater im Jahr 1956; er wirkte seit dem in über 200 Film- und Fernsehproduktionen mit. Einen ersten Auftritt vor der Kamera hatte er 1967 als Frank Pryor in der Fernsehserie The Edge of Night.[1][2][3]

Bekannt wurde Miller vor allem durch seine Fernseharbeit, darunter in Fernsehserien wie Kojak – Einsatz in Manhattan, Detektiv Rockford – Anruf genügt, Die Straßen von San Francisco, Hawaii Fünf-Null, Wonder Woman und The Paper Chase. Wiederkehrende Auftritte in einer Rolle hatte er in mehreren Fernsehserie sowie Miniserien. Darunter als Dave Siegel in 18 Folgen von Liebe, Lüge, Leidenschaft, als Dr. Glick in fünf Folgen von A.E.S. Hudson Street, als Dr. Oppenheim in The Word, als Harrison in drei Folgen von Pearl Harbor, als Colonel Jack Sydell in drei Folgen von Kampfstern Galactica, als Dr. Alan Posner in acht Folgen von Die Ausgeflippten, als Inspektor Kramer in 14 Folgen von Nero Wolfe, als Scooter Warren in sieben Folgen von Unter der Sonne Kaliforniens, als Barry Rabinowitz in vier Folgen von Archie Bunker’s Place, als Frederick Hoskins in drei Folgen von Dallas, als Mike Rosen in der Miniserie Der Tötungsbefehl, als Leonard Porter in der Miniserie Beverly Hills Boys Club, als Quentin Quartermaine in 19 Folgen von General Hospital und als Harland Richards in 26 Folgen der Seifenoper California Clan, neben anderen Formaten.[1][2][3]

Seine Filmkarriere umfasste Rollen in Baby Blue Marine, Two-Minute Warning, Das Geld liegt auf der Straße, Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock und Zum Teufel mit den Kohlen. Seinen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er 2017 in einer Folge der Fernsehserie Silicon Valley als Stuart Burke.[1][2][3]

Zusammen mit seiner zweiten Frau, Laura Zucker, gründete er 1979 das Back Alley Theatre, von dem er bis 1989 der künstlerische Leiter war.[8][12][13] Er trat zudem landesweit und am Broadway auf, besonders in Brooklyn Boy.[14][15][16][17][18]

Allan Miller war als Schauspieler Mitglied in den großen US‑amerikanischen Schauspielergewerkschaften und Verbänden, darunter die Actors’ Equity Association (AEA) für Theater, die Screen Actors Guild (SAG) für Film und Fernsehen sowie die American Federation of Television and Radio Artists (AFTRA), die später mit SAG fusionierte und zur SAG-AFTRA wurde. Im Jahr 1989 war er einer der Hauptkläger in einem wegweisenden Rechtsstreit zwischen der Actors’ Equity Association und kleinen Theatern in Los Angeles, der sich auf den Equity Waiver Plan konzentrierte.[19]

Er ist Autor des Buches A Passion for Acting und einer DVD zum Thema Auditioning. Außerdem schrieb er das Theaterstück The Fox, basierend auf der Novelle von D.H. Lawrence, das in Los Angeles, am Off-Broadway am Roundabout Theatre in New York City und weltweit aufgeführt wurde und wird.[20][21]

Synchronsprecher

Im deutschen Sprachraum wurde Miller unter anderem von Friedrich Georg Beckhaus, Eckhard Bilz, Lothar Blumhagen, Michael Chevalier, Berno von Cramm, Victor Deiß, Wolfgang Draeger, Norbert Gastell, Norbert Gescher, Reinhard Glemnitz, Gerd Grasse, Peter Groeger, Till Hagen, Michael Harck, Wilfried Herbst, Lothar Hinze, Gudo Hoegel, Joachim Höppner, Klaus Jepsen, Claus Jurichs, Fred Klaus, K.Dieter Klebsch, Jürgen Kluckert, Volkert Kraeft, Randolf Kronberg, Reinhard Kuhnert, Erich Ludwig, Peter Matic, Eberhard Mondry, Peter Neusser, Harald Pages, Michael Pan, Uwe Paulsen, Klaus Piontek, Eberhard Prüter, Friedhelm Ptok, Joachim Pukaß, Dieter Ranspach, Horst Raspe, Wolf Rüdiger Reutermann, Christian Rode, Frank-Otto Schenk, Georg Tryphon, Michael Walke, Bodo Wolf, Harry Wüstenhagen und Wolfgang Ziffer synchronisiert.[22][23][24][25]

Auszeichnungen

Miller wurde mit dem LADCC Margaret Hartford Award für herausragende Leistungen als künstlerischer Leiter des Back Alley Theatre ausgezeichnet. Er erhielt außerdem mehrere Los Angeles Drama Critics Circle Awards für Regiearbeiten, unter anderem für The Fox. Er wurde zudem in Marquis Who’s Who als „Notable Actor“ aufgenommen.[1]

Veröffentlichungen

  • A Passion for Acting: Exploring the Creative Process (3. Auflage)
  • Beitrag im Sammelband A New Generation of Acting Teachers (Penguin)
  • DVD: Auditioning

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

  • 1950er-Jahre:
    • Barbary Shore (Public Theatre, New York)
  • 1960er-Jahre:
    • 1962: Romulus (Arena Theatre, Broadway, New York City)
    • 1963: Have I Got a Girl for You! (Hudson Theatre, Broadway, New York City)
    • Richard II
    • The Misanthrope
    • The Country Girl
    • The Bloodknot
    • The Journalists
    • Days and Nights Within
  • 1969–1970: Cabaret (Musical; Theatertournee)
  • 1970er-Jahre:
    • What’s Wrong with this Picture?
    • Duet for One
    • Substance of Fire (Seattle Repertory Theatre)
    • Chicago Conspiracy Trial (Odyssey Theatre, Los Angeles)
  • 1980er-Jahre:
    • Death of a Salesman (South Coast Rep)
    • Hearts (Alliance Rep)
    • We Are Family (Sacramento Rep)
    • Jumping for Joy (Laguna Playhouse)
    • Brooklyn Boy (Broadway)
    • The Sunshine Boys (Odyssey Theatre, Los Angeles)
    • Broadway Bound (Broadway; La Mirada; Odyssey Theatre)
    • Are You Now or Have You Ever Been… (Yale Rep, Los Angeles, Touring Companies)
    • 1988: The Fox (Roundabout Theatre, Off-Broadway; Berkshire Theatre Festival)
    • 1988–1989: Legs Diamond (Mark Hellinger Theatre)
  • 1990er-Jahre:
    • Stumps (Los Angeles)
    • A Map of the World (Los Angeles)
    • The Gigli Concert (Los Angeles)
    • The Deal (Los Angeles)
    • First Love (Los Angeles)
    • Who’s Afraid of Virginia Woolf (Actors Studio West, Los Angeles)
    • First Monday in October (Los Angeles)
    • 1993: Camping with Henry and Tom (Westport Playhouse, Westport)
    • 1995: A Perfect Ganesh (Odyssey Theatre, Los Angeles)
    • 1998–2000: Ragtime (Ford Center for the Performing Arts)
  • 2000er-Jahre:
    • This Lime Tree Bower (Los Angeles)
    • 2005: Brooklyn Boy (Biltmore Theatre, Broadway, New York City)
    • 2009: Brighton Beach Memoirs (Nederlander Theatre)
    • 2009: Broadway Bound (Wiederaufführung; Broadway)
    • 2013: Broadway Bound (La Miranda Theatre)

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Allan Miller. Internet Movie Database, abgerufen am 29. November 2025.
  2. a b c d Allan Miller in The Movie Database, abgerufen am 29. November 2025.
  3. a b c d Allan Miller bei Fernsehserien.de, abgerufen am 29. November 2025.
  4. Allan Miller. In: Open Media Database. Abgerufen am 29. November 2025.
  5. Allan Miller in der Internet Broadway Database, abgerufen am 29. November 2025 (englisch)
  6. Allan Miller. In: Broadway World. Abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  7. Allan Miller (Performer). In: Playbill. Abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  8. a b c d e f Daryl H. Miller: Stages of Development. In: Los Angeles Times. 21. Juni 1998, abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
  9. Anne Edwards: Streisand: A Biography. Taylor Trade Publishing, 2016, S. 57–66 (englisch).
  10. a b Alix Strauss: Age Difference Didn’t Matter Then, Or Now. In: New York Times. 8. August 2018, abgerufen am 30. Oktober 2024 (englisch).
  11. Steven Leigh Morris: I Was Thrown Down a Staircase by Meryl Streep: The Extraordinary Life and Legacy of Laura Zucker. In: This Stage Magazine. 8. August 2017, archiviert vom Original am 12. August 2017; abgerufen am 17. März 2025 (englisch).
  12. Back Alley Theatre. 2023, abgerufen am 20. April 2023 (englisch).
  13. Janice Arkatov: For Directing Pair, It’s ‘The Greeks’ To Them. In: Los Angeles Times. 17. April 1986, abgerufen am 30. Oktober 2024 (englisch).
  14. Malcolm Johnson: A Successful Brooklyn Boy. In: Hartford Courant. 4. Februar 2005, S. D3, abgerufen am 10. März 2025 (englisch).
  15. Ben Brantley: Crossing the River to Find the Past. In: The New York Times. 4. Februar 2005, abgerufen am 10. März 2025 (englisch).
  16. Linda Winer: Broadway Review: Can’t Go Home Again, Brooklyn Boy Lets Himself Down – and So Does Margulies. In: Newsday. 4. Februar 2005, S. B04 (englisch, proquest.com).
  17. John Simon: Back to the Old Neighborhood. In: New York Magazine. Band 38, Nr. 6, 21. Februar 2005, S. 66 (englisch, proquest.com).
  18. John Lahr: Prisoners of Envy. In: The New Yorker. Band 81, Nr. 1, 14. Februar 2005, S. 256–258 (englisch, proquest.com).
  19. Don Shirley: Actors’ Equity, ATLAS Reach a Truce on 99-Seat Theater Plan. In: Los Angeles Times. 26. Januar 1989, abgerufen am 21. April 2023 (englisch).
  20. Jan Breslauer: Allan Miller’s ‘The Fox’: Elegant but a Bit Overwrought. In: Los Angeles Times. 6. August 1993, abgerufen am 21. April 2023 (englisch).
  21. Robert Koehler: Miller Captures Lawrence’s ‘Fox’ for Stage. In: Los Angeles Times. 23. Dezember 1988, abgerufen am 19. Februar 2025 (englisch).
  22. Alan Miller. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 29. November 2025.
  23. Allan Miller. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 29. November 2025.
  24. Alan Miller. In: Sprecherdatei.de. Abgerufen am 29. November 2025.
  25. Allan Miller. In: Sprecherdatei.de. Abgerufen am 29. November 2025.