Police Story – Immer im Einsatz
| Fernsehserie | |
| Titel | Police Story – Immer im Einsatz |
|---|---|
| Originaltitel | Police Story, L.A. Police |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Genre | Krimi, Anthologie |
| Erscheinungsjahre | 1973–1977 |
| Länge | 60 Minuten |
| Episoden | 97 in 6 Staffeln |
| Produktionsunternehmen | David Gerber Productions, Screen Gems, Columbia Pictures Television |
| Idee | Joseph Wambaugh, E. Jack Neuman |
| Produktion | David Gerber, Mel Swope |
| Musik | Jerry Goldsmith |
| Erstausstrahlung | 25. Sep. 1973 auf NBC |
| Deutschsprachige Erstausstrahlung | 17. März 1990 auf Das Erste |
| → Besetzung | |
Police Story – Immer im Einsatz (im Original Police Story; auch L.A. Police) ist eine Anthologie-Serie des Krimigenres, die vom 25. September 1973 bis zum 5. April 1977 im US-amerikanischen Fernsehen wöchentlich auf NBC ausgestrahlt wurde und ab 1990 erstmals in Deutschland zu sehen war. Die von David Gerber Productions und Screen Gems für Columbia Pictures und NBC produzierte Serie umfasst 98 Folgen in sechs Staffeln. Anschließend folgte eine Staffel mit unregelmäßig terminierten Fernsehfilmen vom 27. September 1977 bis zum 28. Mai 1978, ergänzt durch drei weitere Fernsehfilme in den Jahren 1979, 1980 und 1987. Aus drei Folgen entwickelten sich neue Serienableger.[1]
Police Story steht in keinem Zusammenhang zu der gleichnamigen, bereits 1956 ausgestrahlten 24-teiligen Fernsehserie.
Handlung
Obwohl es sich um eine Anthologie handelt, bei denen Folgen in der Regel abgeschlossene Handlungsstränge haben, hatten viele der Folgen Gemeinsamkeiten. Die Hauptfigur jeder Folge war stets ein Polizeibeamter und der Schauplatz Los Angeles. Die Figuren arbeiteten für eine Abteilung des Los Angeles Police Department (LAPD) und einige Figuren traten wiederholt auf.
Das Anthologieformat ermöglichte es der Serie, ein breiteres Spektrum polizeilicher Tätigkeiten und Erfahrungen darzustellen, als es in Polizeidramen üblich war. Neben Ermittlern, die schwere Verbrechen untersuchten, oder Streifenpolizisten in Hochrisikogebieten, zeigte die Serie auch neu eingestellte Kadetten, die versuchten, die Akademie zu bestehen, Polizistinnen, die sich in einem männerdominierten Berufsfeld behaupten mussten, Verkehrspolizisten bei der Unfallaufnahme, Beamte mit Ehe- oder Alkoholproblemen, Fingerabdrucktechniker, die aus einem einzigen Abdruck einen Verdächtigen ermitteln wollten, hochrangige Verwaltungsbeamte unter dem Stress der Leitung einer Großstadtpolizei, Beamte, die sich an dauerhafte körperliche Einschränkungen durch Dienstverletzungen anpassen mussten sowie Polizisten, die zwei Jobs gleichzeitig ausübten, um ein angemessenes Einkommen zu erzielen.
Entstehung
Die Idee zur Serie stammte von Joseph Wambaugh und basiert auf wahren Begebenheiten und Fällen des Los Angeles Police Department, die auf Erinnerungen beruhen, die Wambaugh laut eigenen Aussagen während seiner Arbeit als Polizist erlebt hatte. The „Complete Directory of Prime Time Network and Cable TV Shows“ beschrieb die Serie als „eine der realistischeren Polizeiserien im Fernsehen“.
Das Drehbuch zum Pilotfilm schrieb E. Jack Neuman. Produzenten waren David Gerber und Mel Swope. Teile der Serie wurden in den Burbank Studios in Hollywood von David Gerber Productions hergestellt. Von 1973 bis 1974 übernahm die Produktion Screen Gems Television und von 1974 bis 1977 Columbia Pictures Television, das auch den Vertrieb übernahm.
Das Anthologieformat erlaubte es der Serie, Figuren und Schauplätze für mögliche Serienentwicklungen zu testen. Während ihrer Laufzeit generierte Police Story drei Ableger. Eine Folge der ersten Staffel, The Gamble, mit Angie Dickinson in der Hauptrolle, diente als Pilotfilm für die erfolgreiche Serie Make-up und Pistolen, die von 1974 bis 1978 lief. The Return of Joe Forrester, eine Folge der zweiten Staffel mit Lloyd Bridges, wurde zur wöchentlich ausgestrahlten Fernsehserie Joe Forrester weiterentwickelt, die eine volle Staffel lang lief. Schließlich wurde A Chance to Live, eine Folge der fünften Staffel mit David Cassidy, in die Serie David Cassidy: Man Under Cover ausgegliedert. Letztere wurde nach nur einer Staffel bzw. zehn Folgen aufgrund schlechter Quoten eingestellt.
Police Story war zudem Vorläufer späterer Serien wie Polizeirevier Hill Street (1981–1987), In der Hitze der Nacht (1988–1995), Law & Order (1990–2010), New York Cops – NYPD Blue (1993–2005), Homicide (1993–1999) und The Shield – Gesetz der Gewalt (2002–2008).
Veröffentlichung
Die Fernsehserie wurde erstmals vom 25. September 1973 bis zum 5. April 1977 im US-amerikanischen Fernsehen von NBC ausgestrahlt und vertrieben.[2]
Im deutschsprachigen Raum wurde der Fernsehfilm Mord auf dem Freeway (englisch The Freeway Killings) aus dem Jahr 1987 am 17. März 1990 auf Das Erste ausgestrahlt. Hier wurde der alternative Serientitel L.A. Police verwendet. Vom 12. November bis 10. Dezember 1995 zeigte der Privatsender Kabel eins zunächst auch nur die auf der Fernsehserie basierenden Fernsehfilme. Die gesamte Serie, mit Ausnahme einzelner Folgen, wurde erst vom 12. Mai bis 13. Oktober 1996 in der deutschen Fassung auf Kabel eins gesendet und erneut vom 4. August 1997 bis 19. Januar 1999. Die Serie und die Fernsehfilme wurden auch vom Bezahlfernsehsender Krimi & Co. im Jahr 1997 ausgestrahlt. Die Folgen The Return of Joe Forrester (2.22), The Cut Man Capter (3.05), River of Promises (5.02), The Broken Badge (5.04) und A Cry for Justice (6.01) wurden im deutschen Raum nicht ausgestrahlt.[2][3]
84 Folgen hatten eine Laufzeit von einer Stunde, acht Folgen eine Laufzeit von zwei Stunden und drei Folgen eine Laufzeit von 90 Minuten. Die weltweite Distribution übernahm Columbia Pictures Television und ab 2001 Columbia TriStar Television. Seit 2002 hält die Rechte Sony Pictures. Die erste Staffel wurde 2011 von Shout! Factory in der englischsprachigen Originalversion auf DVD (Regionalcode 1) veröffentlicht. Die zweite und dritte Staffel folgten in den Jahren 2017 und 2018. Der Streaming-Anbieter CineStream veröffentlichte zudem Police Story: The Freeway Killings auf Youtube – ebenfalls regionsbeschränkt.[2][3]
Fernsehfilme
Nach den ersten vier regulären Staffeln erschienen noch zweit weitere – verkürzte – Staffeln mit jeweils sechs bzw. zwei Folgen, die jeweils die Länge von Fernsehfilmen hatten. In den Jahren 1987 und 1988 wurden dann insgesamt sechs weitere, lose auf der Serie basierende Filme produziert und in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.[2][3]
Die deutsche Erstausstrahlung des ersten Filmes erfolgte im Jahr 1990 auf Das Erste; die übrigen Filme erschienen 1995 auf Kabel eins. Die Filme wurden später im Rahmen von Wiederholungen, zusammen mit der Fernsehserie, erneut ausgestrahlt.[3]
- 1990: Mord auf dem Freeway (auch: L. A. Police: Mord auf dem Freeway; The Freeway Killings)
- 1995: Tod nach Dienstvorschrift (The Cop Killers)
- 1995: Ein Bulle aus Granit (Gladiator School)
- 1995: Ein altgedienter Profi (The Watch Commander)
- 1995: Ausgebrannt (Burnout)
- 1995: Ein Haus voll Polizisten (Monster Manor)
Besetzung
Die Serie besteht als Anthologie-Serie aus in sich abgeschlossenen Folgen und wenigen Doppelfolgen, die mit mehrheitlich wechselnden Darstellern besetzt waren. In den ersten drei Staffeln war Scott Brady in sechzehn Folgen als „Vinnie“ zu sehen, ein pensionierter Polizist, der eine Bar für Polizeibeamte eröffnet hatte und Figuren und Handlungen kommentierte. Weitere wiederkehrende Darsteller waren Tony Lo Bianco und Don Meredith, die jeweils fünfmal als Partner der Mordkommission, Tony Calabrese und Bert Jameson, auftraten. Vic Morrow spielte den Überwachungsspezialisten Joe LaFrieda im Pilotfilm Slow Boy sowie in der Doppelfolge Countdown der ersten Staffel. Der ehemalige Beamte und spätere Mordermittler Charlie Czonka wurde in zwei Folgen von James Farentino gespielt und John Bennett Perry verkörperte Officer Chick Torpey fünfmal in den ersten beiden Staffeln, einschließlich des Pilotfilms. Chuck Connors und Jackie Cooper traten ebenfalls in verschiedenen Folgen auf – allerdings in unterschiedlichen Rollen auf beiden Seiten des Gesetzes. Joseph Wambaugh selbst wurde in einer Folge als Joe Wambaugh von Scott Hylands verkörpert.[2]
Zahlreiche Schauspieler und künftige Stars, Musiker, Sportler, Radiopersönlichkeiten sowie ehemalige echte Polizisten, die dem Publikum der 1960er- und 1970er-Jahre vertraut waren, traten in Police Story auf, darunter Claude Akins, Edward Albert, Robert Alda, John Amos, Loni Anderson, Tige Andrews, Michael Ansara, Pedro Armendáriz junior, Desi Arnaz junior, Elizabeth Ashley, Ed Asner, John Astin, Frankie Avalon, Jim Backus, Diane Baker, Kaye Ballard, Martin Balsam, Sandy Baron, Noah Beery junior, Edgar Bergen, Carl Betz, Joan Blondell, Danny Bonaduce, Lloyd Bridges, Jim Brown, Robert Brown, Dick Butkus, Edd Byrnes, Godfrey Cambridge, Joseph Campanella, Jack Carter, David Cassidy, Dennis Cole, Michael Cole, Dabney Coleman, Gary Collins, Chuck Connors, Mike Connors, Michael Conrad, Bert Convy, Jackie Cooper, James Cromwell, Brandon Cruz, Robert Culp, Cesare Danova, Kim Darby, James Darren, Clifton Davis, Angie Dickinson, Kevin Dobson, David Doyle, Howard Duff, Patty Duke, Vince Edwards, Eddie Egan, Richard Egan, Chad Everett, Shelley Fabares, Antonio Fargas, Norman Fell, Mel Ferrer, Glenn Ford, Robert Forster, John Forsythe, Joe Garagiola, Christopher George, Louis Gossett Jr., Harold Gould, Robert Goulet, David Groh, Clu Gulager, Larry Hagman, Bernie Hamilton, George Hamilton, Earl Holliman, Rodolfo Hoyos Jr., Robert Ito, David Janssen, Russell Johnson, Don Johnson, Gordon Jump, Gabe Kaplan, Lenore Kasdorf, Casey Kasem, Celia Kaye, Sally Kirkland, Cheryl Ladd, Hope Lange, Steve Lawrence, Michael Learned, Jerry Lee Lewis, Cleavon Little, Tony Lo Bianco, Gary Lockwood, Tina Louise, John Lupton, Robert Mandan, George Maharis, Darren McGavin, Donna Mills, Martin Milner, Sal Mineo, Cameron Mitchell, Ricardo Montalbán, Vic Morrow, Diana Muldaur, Don Murray, Tony Musante, France Nuyen, Hugh O’Brian, Donald O’Connor, Freda Payne, Joanna Pettet, Paul Picerni, Della Reese, Pernell Roberts, Smokey Robinson, Alex Rocco, John Russell, Kurt Russell, Albert Salmi, Joe Santos, John Saxon, William Schallert, Martha Scott, William Shatner, Gregory Sierra, Dean Smith, Robert Stack, Sylvester Stallone, Stella Stevens, Dean Stockwell, Rufus Thomas, Jan-Michael Vincent, Gary Vinson, John Vivyan, Robert Walden, Dennis Weaver, Stuart Whitman, Larry Wilcox, Cindy Williams, Fred Williamson, Lana Wood und James Woods.
Auszeichnungen
Zwei Folgen der Serie wurden mit dem Edgar Award der Mystery Writers of America in der Kategorie „Beste Episode einer Fernsehserie“ ausgezeichnet: „Requiem for an Informer“ von Sy Salkowitz (aus der ersten Staffel) und „Requiem for C.Z. Smith“ von Robert L. Collins (aus der zweiten Staffel). Im Jahr 1976 gewann die Serie den Primetime Emmy Award als „Herausragende Dramaserie“; außerdem war sie in den Jahren 1974, 1975 und 1977 für diese Auszeichnung nominiert.[2]
- 1974: Edgar Award in der Kategorie „Best Television Episode“ für Requiem For An Informer.
- 1974: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Drama Series“.
- 1974: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Film Sound Editing“.
- 1974: Nominiert für den Golden Globe in der Kategorie „Best TV Show - Drama“.
- 1975: Edgar Award in der Kategorie „Best Television Episode“ für Requiem For C.Z. Smith.
- 1975: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Drama Series“.
- 1975: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Single Performance by a Supporting Actor in a Comedy or Drama Series“ für Fathers and Sons.
- 1975: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Writing in a Drama Series“ für Robbery: 48 Hours.
- 1975: Nominiert für den Golden Globe in der Kategorie „Best TV Show - Drama“.
- 1976: Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Drama Series“.
- 1976: Nominiert für den Golden Globe in der Kategorie „Best Television Series - Drama“.
- 1977: Nominiert für den Eddie in der Kategorie „Best Edited Episode from a Television Series“ für Monster Manor.
- 1977: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Music Composition for a Series (Dramatic Underscore)“ für Monster Manor.
- 1977: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Tape Sound Mixing“ für Ice Time.
- 1977: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Video Tape Editing for a Series“ für Ice Time.
- 1977: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Drama Series“.
- 1978: Nominiert für den Eddie in der Kategorie „Best Edited Episode from a Television Series“ für Pressure Point.
- 1978: Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Achievement in Film Sound Editing for a Series“ für River of Promises.
- 1978: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Lead Actor for a Single Appearance in a Drama or Comedy Series“ für A Chance to Live.
- 1978: WGA Award in der Kategorie „Episodic Drama“ für Trigger Point (1977).
Synchronisation (Auswahl)
Die Serie wurde von Arena Synchron in Berlin unter der Dialogregie von Peter Wesp synchronisiert.[4]
Trivia
Der Serienmörder Edmund Kemper sagte in einem Interview, „dass ihn diese Serie gelehrt habe, wie man nicht von der Polizei erwischt wird.“[2]
Weblinks
- Police Story – Immer im Einsatz bei IMDb
- Police Story – Immer im Einsatz bei Fernsehserien.de
- Police Story – Immer im Einsatz in The Movie Database
Einzelnachweise
- ↑ Tim Brooks, Earle Marsh: The Complete Directory to Prime Time Network and Cable TV Shows 1946–present. Hrsg.: Ballantine. 2007, S. 1684, 1685 (englisch).
- ↑ a b c d e f g Police Story – Immer im Einsatz. Internet Movie Database, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ a b c d Police Story – Immer im Einsatz bei Fernsehserien.de, abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Police Story – Immer im Einsatz. In: Synchronkartei. Abgerufen am 9. November 2025.