Aleix Espargaró

Aleix Espargaró
Aleix Espargaró (2022)
Nation: Spanien Spanien
Motorrad-Weltmeisterschaft
Status: Testfahrer (MotoGP)
Startnummer: 41
Statistik
Starts Siege Poles SR
344 3 7 5
WM-Punkte: 1777
Podestplätze: 12
Stand: Saisonende 2025
Nach Klasse(n):
125-cm³-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Valencia 2004
Letzter Start: Großer Preis von Katalonien 2006
Konstrukteure
2004–2006 Honda
WM-Bilanz
WM-Sechzehnter (2005)
Starts Siege Poles SR
23
WM-Punkte: 36
Podestplätze:
250-cm³-Klasse
Erster Start: Dutch TT 2006
Letzter Start: Großer Preis von Deutschland 2009
Konstrukteure
2006 Honda • 2007–2009 Aprilia
WM-Bilanz
WM-Zwölfter (2008)
Starts Siege Poles SR
44
WM-Punkte: 181
Podestplätze:
Moto2-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Katar 2011
Letzter Start: Großer Preis von Valencia 2011
Konstrukteure
2011 Kalex
WM-Bilanz
WM-Zwölfter (2011)
Starts Siege Poles SR
17
WM-Punkte: 76
Podestplätze: 1
MotoGP-Klasse
Erster Start: Großer Preis von Indianapolis 2009
Letzter Start: Großer Preis der Solidarität 2024
Konstrukteure
2009–2010 Ducati • 2012–2013 ART • 2014 Forward-Yamaha • 2015–2016 Suzuki • 2017–2024 Aprilia • 2025 Honda
WM-Bilanz
WM-Vierter (2022)
Starts Siege Poles SR
260 3 7 5
WM-Punkte: 1484
Podestplätze: 11

Aleix Espargaró Villà (* 30. Juli 1989 in Granollers, Spitzname Capitano oder El Capitano) ist ein spanischer Motorradrennfahrer.

Karriere

Nachdem Espargaró als bis dahin jüngster Fahrer der Geschichte die spanische 125-cm³-Meisterschaft gewonnen hatte, bestritt er 2004 auf Honda sein erstes Rennen in der Motorrad-Weltmeisterschaft. 2005 folgte die erste komplette Saison beim Seedorf RC3 Racing Team, die er mit 36 Punkten auf Platz 16 beendete. Die nächste Saison begann Espargaró mit dem BQR-Team in der Achtelliterklasse und wechselte nach sechs Rennen innerhalb des Teams als Nachfolger des zurückgetretenen Sebastián Porto in die 250-cm³-Kategorie. Die Saisons 2007 bei Blusens Aprilia und 2008 bei Lotus Aprilia beendete Espargaró auf dem 15. beziehungsweise zwölften Platz der Gesamtwertung.

Für 2009 bekam er keinen festen Platz mehr in der WM. Er arbeitete als Testfahrer für einen Moto2-Prototyp und trat in der spanischen Meisterschaft an. Als Ersatzmann fuhr er zwei Rennen in der 250er-WM im Balatonring Team bei der Dutch TT in Assen, wo er Vierter wurde, und beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring, wo er auf Platz sieben ins Ziel kam. Bei den Rennen in Großen Preis von Indianapolis und in San Marino vertrat Espargaró Mika Kallio, der seinerseits den erkrankten Casey Stoner im Ducati-Werksteam ersetzte, im Team Pramac Racing auf einer Ducati Desmosedici GP9 in der MotoGP-Klasse.[1] Seine Leistungen bei den beiden Rennen brachten ihm einen Vertrag in diesem Team für die Saison 2010 als Nachfolger von Niccolò Canepa ein.[2] Espargaró schloss seine erste komplette MotoGP-Saison mit 65 Punkten – beste Ergebnisse waren zwei achte Plätze – auf Rang 14 ab. Dennoch wurde sein Vertrag nicht verlängert und er fand auch in keinem anderen Team einen Platz in der MotoGP-Klasse. Deshalb wechselte Espargaró für 2011 zurück in die mittlere Klasse, die mittlerweile als Moto2- ebenso wie die MotoGP-Kategorie mit Viertaktern unterwegs war, ins Team von Sito Pons. Er wurde mit 76 Punkten und dem dritten Rang in Katalonien als bestem Einzelergebnis WM-Zwölfter und ließ seinen Teamkollegen Axel Pons, den Sohn des Teamchefs, deutlich hinter sich. Der dritte Platz in Barcelona war der erste Podestplatz in Espargarós bis dahin 94 Rennen zählenden WM-Karriere.

Zur Saison 2012 kehrte er in die Königsklasse zurück und fuhr im Power Electronics Aspar-Team von Jorge Martínez eine ART. Diese und die folgende Saison waren für Espargaró von konstanten Leistungen in den Punkterängen gepärgt – in insgesamt 36 Rennen erreichte er 32-Mal das Ziel, immer unter den besten 15, und fiel nur viermal aus. 2014 war Espargaró für Forward Racing auf Forward-Yamaha in der MotoGP-Kategorie unterwegs. Er steigerte sich auf konstante Platzierungen unter den besten zehn, fuhr beim von schwierigen Wetterbedingungen geprägten Großen Preis von Aragonien mit Rang zwei hinter Jorge Lorenzo seinen ersten MotoGP-Podestplatz ein und wurde mit 126 Punkten Siebender der der Gesamtwertung und mit Abstand bester Nicht-Werksfahrer.

Zur Saison 2015 wechselte Espargaró ins Werksteam von Suzuki, in dem er neben seinem Landsmann Maverick Viñales antrat. Dieses wie das folgende Jahr beendete er auf der GSX-RR für Suzuki Ecstar als Gesamtelfter.

Für die Saison 2017 wechselte Espargaró nach zwei Jahren bei Suzuki zu Aprilia ins Team Gresini Racing. Er wurde Teamkollege von Rookie Sam Lowes. 2018 bekam er mit dem Briten Scott Redding einen neuen Teamkollegen. Dieser wurde 2019 vom Italiener Andrea Iannone ersetzt. Nach dessen Dopingsperre wurde für 2020 erneut ein Brite mit Bradley Smith verpflichtet. Insbesondere die vier ersten Jahre waren von Problemen und Rückschlägen geprägt. Aprilia und Gresini gelang es nicht ein konkurrenzfähiges Paket zu entwickeln.[3][4]

Espargaró war in den Jahren von 2017 bis 2021 maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung des Teams bis hin zum Werkseinstieg des Herstellers zur Saison 2022 beteiligt.[5] Er war zu dieser Zeit der einzige Fahrer der mehr als eine Saison im Team verbrachte und wurde so zum Nummer-1-Fahrer und avancierte zur Führungsfigur des Teams.

2021 erreichte Espargaró mit Rang drei beim Großen Preis von Großbritannien erstmals einen Podestplatz für Aprilia. Mit Maverick Viñales erhielt er in der Saison einen neuen Teamkollegen.

2022 gewann Espargaró in seinem 284. Grand-Prix-Rennen und gleichzeitig seinem 200. Start in der MotoGP-Klasse sein erstes Rennen beim Großen Preis von Argentinien von der Pole-Position aus. Damit war er der erste Fahrer in der Geschichte der der MotoGP-Klasse, der Pole-Positions für drei verschiedene Hersteller errang.[6] Er ist damit nach Dominique Sarron, Haruchika Aoki, Álex Márquez, Luca Marini und Darryn Binder der insgesamt sechste Bruder eines Grand-Prix-Siegers, welcher ein Motorrad-WM-Rennen gewann. Er war lange ein möglicher Titelkandidat und war insbesondere zu Saisonbeginn erster Verfolger von Yamaha-Pilot Fabio Quartararo. Er beendete die Saison mit seiner bis heute besten Position als Gesamt-Vierter. 2023 gewann er sein Heimrennen in Katalonien, nachdem er ein Tag zuvor schon den Sprint gewann. Durch Platz 2 von Maverick Viñales beim GP war es für Aprilia der erste Doppelsieg in der MotoGP-Klasse

2024 gab Espargaró im Rahmen seines Heim-Grand-Prix in Katalonien seinen Rücktritt als Stammfahrer in der MotoGP-Klasse zum Saisonende bekannt.[7] Er fuhr insgesamt acht Jahre für Aprilia und bestritt 143 Rennen für den Hersteller aus Noale. Ihm gelangen dabei drei Grand-Prix-Siege, zwei Sprintsiege, sowie fünf Pole-Positions und fünf schnellste Rennrunden.

Wenig später unterschrieb er einen Vertrag als Testfahrer beim Honda-HRC-Team.[8] Sein Vertrag beinhaltete auch Wildcard-Einsätze, sodass er beim Spanien-Grand-Prix in Jerez zum ersten Mal die Farben von Honda vertrat.[9] Er kam zu insgesamt fünf Einsätzen, davon viermal als Wildcardfahrer und einmal als Ersatz für den verletzten Luca Marini in Assen.

Außerdem unterschrieb er für 2025 einen Vertrag als Markenbotschafter beim Radsportteam Lidl-Trek Future Racing.[10] Sein Debüt als Rennradfahrer gab er der Österreich-Rundfahrt im Juli 2025.[11]

Persönliches

Espargarós jüngerer Bruder Pol ist ebenfalls Motorradrennfahrer und wurde 2013 Weltmeister in der Moto2-Klasse. Sie fuhren von 2014 bis 2023 gemeinsam in der MotoGP-Klasse.

Aleix Espargaró ist verheiratet und Vater von Zwillingen (* 2018).[12]

Aufgrund seiner langen Zeit bei Aprilia Racing gab man ihm den Spitznamen Capitano oder teilweise auch El Capitano (dt. Der Kapitän), da er maßgeblich an der Entwicklung und dem Aufbau des Teams beteiligt gewesen war und über die Jahre zur Führungsfigur des gesamten Teams avancierte.[13]

Statistik

Erfolge

In der Motorrad-Weltmeisterschaft

(Stand: Saisonende 2025)

Saison Klasse Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn.
Runden
Punkte Ergebnis
2004 125 cm³ Racc Caja Madrid Honda 1 0
2005 Seedorf RC3 – Tiempo Holidays 16 36 16.
2006 Würth Honda BQR 6 0
250 cm³ 9 20 19.
2007 Blusens Aprilia Aprilia 17 47 15.
2008 Lotus Aprilia 16 92 12.
2009 Balatonring Team 2 22 20.
MotoGP Pramac Racing Ducati 4 16 18.
2010 Pramac Racing Team 18 65 14.
2011 Moto2 Pons HP40 Pons-Kalex 17 1 76 12.
2012 MotoGP Power Electronics Aspar ART 18 74 12.
2013 18 93 11.
2014 NGM Forward Racing Forward-Yamaha 18 1 1 126 7.
2015 Team SUZUKI ECSTAR Suzuki GSX-RR 18 1 105 11.
2016 18 93 11.
2017 Aprilia Racing Team Gresini Aprilia RS-GP 17 62 15.
2018 17 44 17.
2019 19 63 14.
2020 14 42 17.
2021 18 1 120 8.
2022 Aprilia Racing 20 1 5 2 2 212 4.
2023 20 2 1 1 2 206 6.
2024 18 2 1 163 11.
2025 Honda HRC Test Team Honda RC213V 5 28.
Gesamt 344 3 1 8 7 5 1777
Grand-Prix-Siege
Saison Klasse Rennen
2022 MotoGP Argentinien
2023 MotoGP Vereinigtes Konigreich Katalonien
Rekorde
  • meiste Grand-Prix-Starts in der MotoGP-Klasse bis zum ersten Sieg (200) (GP von Argentinien 2022)
Commons: Aleix Espargaró – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pramac gibt Aleix Espargaro eine Chance, motorsport-total.com am 19. August 2009
  2. Pramac bestätigt: 2010 mit Aleix Espargaro, motorsport-total.com am 6. Oktober 2009
  3. https://www.speedweek.com/motogp/news/203245/Aprilia-RS-GP-Vom-Superbike-zum-MotoGP-Sieger.html
  4. https://www.speedweek.com/motogp/news/203304/Aprilia-RS-GP-Wie-2020-die-Wende-eingeleitet-wurde.html
  5. Aprilia als eigenständiges Werksteam bis 2026 in der MotoGP
  6. Aleix Espargaro erlöst Aprilia mit erster MotoGP-Pole und stellt Rekord auf
  7. Aleix Espargaro beendet MotoGP-Karriere bei Aprilia mit Saisonende 2024!
  8. Offiziell: Aleix Espargaro ab 2025 MotoGP-Testfahrer bei Honda
  9. Aleix Espargaro gibt Honda-Debüt: Erste MotoGP-Wildcard in Jerez offiziell
  10. Christoph Niederkofler: Lidl-Trek verpflichtet Aleix Espargaró: MotoGP-Star schließt sich US-amerikanischem Team an und erfüllt sich Traum. In: www.eurosport.de. Eurosport, 18. Dezember 2024, abgerufen am 21. Juli 2025.
  11. MotoGP - Aleix Espargaro gibt Rennrad-Debüt in Österreich: "Eine riesige Herausforderung!"
  12. The Espargarò family grows: Max and Mia are born. www.gpone.com, 6. Juni 2018, abgerufen am 3. September 2023 (englisch).
  13. https://www.speedweek.com/motogp/news/231639/Aprilia-RS-GP25-Das-neue-Werkzeug-des-Weltmeisters.html