Agios Pandeleimon (Athen)

Agios Pandeleimon, auch Agios Panteleimon oder Agios Panteleimonas (griechisch Άγιος Παντελεήμονας) ist ein Stadtviertel der griechischen Hauptstadt Athen. Der Name des Viertels geht auf die Kirche des heiligen Panteleimon zurück, die sich an der Acharnon-Straße befindet.

Agios Eleftherios ist ein Stadtviertel im Zentrum von Athen, nördlich des Viktoria-Platzes und rund einen Kilometer nördlich des Archäologischen Nationalmuseums gelegen. Zu den angrenzenden Stadtteilen gehören u. a. Patisia, Kolonos, Pedio tou Areos und Attiki. Die wichtigste Verkehrsachse des Stadtteils ist die Acharnon-Straße.

Das Viertel, in dessen südlichem Teil sich der Viktoriaplatz mit der U-Bahn-Station Viktoria befindet, bildet seit Jahren einen Anziehungspunkt für Asylbewerber und Einwanderer aus Afghanistan und anderen Ländern Asiens und Afrikas, die in überfüllten Wohnungen in heruntergekommenen Häusern Unterkunft fanden. Die Wohnungen werden meist von „legalisierten“ Asylbewerbern angemietet. Die Migranten lagerten aber auch auf den Stufen der Kirche und auf dem Spielplatz davor.[1][2][3] Im November 2008 und im Frühjahr 2009 entluden sich die durch die Ghettobildung hervorgerufenen Spannungen zwischen den einheimischen Bewohnern und Einwanderern in Demonstrationen und dem Versuch, den Bereich vor der Kirche zu „räumen“. Unter die Demonstranten mischten sich Rechtsradikale, die wahllos Migranten angriffen. Den Migranten kamen Autonome zu Hilfe.[4] Die gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden von der Polizei unter Einsatz von Tränengas beendet, mehrere Personen wurden verletzt.[5][6]

Der Pfarrer der Kirche Agios Panteleimon sah sich heftiger Kritik ausgesetzt, weil er die Not der Migranten durch die Ausgabe von Mahlzeiten und Kleidung linderte; er sah sich gezwungen, diese Unterstützung einzustellen.[1]

Das griechische Innenministerium beabsichtigt nach dem Regierungswechsel im Oktober 2009 die Einstellung von Immigranten als zivile Angestellte der Polizeistation in Agios Pandeleimon (später auch in anderen Polizeidienststellen), die als Dolmetscher und Vermittler eingesetzt werden sollen.[7]

Im Mai 2011 kam es, nachdem ein Grieche bei einem Raubüberfall getötet worden war, erneut zu gewalttätigen fremdenfeindlichen Ausschreitungen.[8]

Kirche des heiligen Panteleimon

Der Grundstein der Kirche wurde am 12. September 1910 von König Georg I. gelegt. Der ursprüngliche Bau war kleiner als die heutige Kirche. In den 1920er-Jahren begannen die Bauarbeiten für die Errichtung eines neuen, größeren Kirchengebäudes nach Plänen des Architekten Ioannis Papadakis, das deutlich größer sein sollte als andere zur damaligen Zeit errichtete Kirchen. Bis 1930 war die Kuppel fertiggestellt. Aufgrund der Bauarbeiten für den Tunnel der Metrolinie 1 wurde die ursprüngliche Kirche abgerissen und unter der Kuppel ein provisorischer Bau errichtet. Parallel dazu wurden die Baupläne von dem Architekten Georgios Nomikos weiter ausgearbeitet.

1951 wurde die provisorische Kirche abgetragen, und der Bau der heutigen Kirche begann, dessen Fertigstellung sich jedoch verzögerte. Am Sonntag, dem 19. März 1967, wurde der Öffentlichkeit ein Raum im Untergeschoss der Kirche übergeben, in dem Trauungen, Taufen, Beerdigungen, Gedenkgottesdienste und weitere Gottesdienste stattfanden. [Beleg fehlt] Die Bauarbeiten wurden Mitte Mai 1982 abgeschlossen, und die Kirche wurde am Sonntag, dem 16. Mai desselben Jahres offiziell eröffnet. Die Ausmalung der Kirche durch Giannis Karouzos begann 1984 und wurde 2007 abgeschlossen.[9] Die Kirche zählt zu den größten Sakralbauten Griechenlands und des Balkans.

Verkehr

Das Viertel wird von zahlreichen Buslinien bedient sowie von den Metrostationen Attiki und Viktoria.

Einzelnachweise

  1. a b „Die Gleichgültigkeit des Staates trieb die Menschen auf die Straße“ In: Eleftherotypia, 13. Juni 2009.
  2. Greece & Immigration part I: Agios Panteleimonas
  3. Hintergrund: „Griechenlands Immigranten – ein humanitaeres Drama“. In: hintergrund.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. April 2015; abgerufen am 8. Oktober 2024.
  4. Schweizer Fernsehen, Tagesschau vom 24. November 2008: „Strassenschlacht in Athen“ (Memento vom 18. Februar 2012 im Internet Archive)
  5. In.gr „Spannungen in Agios Panteleimon“ (griechisch) (Memento vom 14. Juni 2009 im Internet Archive), abgerufen am 17. April 2024.
  6. Fotoreportage der Eleftherotypia vom 8. Juli 2009
  7. RIEAS Research Institute for European and American Studies: Immigration to Greece
  8. Zeit.de vom 11. Mai 2011: „Übergriffe gegen Migranten in Athen“
  9. Ιερός Ναός Αγίου Παντελεήμονα Αχαρνών. Μια ματιά στο ΧΘΕΣ και στο ΣΗΜΕΡΑ. (griechisch)

Koordinaten: 37° 59′ 48,1″ N, 23° 43′ 36,1″ O