Agios Eleftherios (Athen)

Agios Eleftherios (griechisch Άγιος Ελευθέριος) ist ein Stadtteil der griechischen Hauptstadt Athen. Der Stadtteil verdankt seinen Namen der gleichnamigen Kirche in der Acharnon-Straße.

Lage

Agios Eleftherios liegt am nördlichen Ende Athens. Zu den angrenzenden Stadtvierteln gehören u. a. Probonas, Agioi Anargyroi, Patisia und Tris Gefyres.

Geschichte

Das Gebiet wurde erstmals im Jahr 1902 von einigen Bauernfamilien besiedelt, die 1967 die Kirche des Agios Eleftherios errichteten. Bis dahin besuchten sie einen bereits bestehenden kleinen gleichnamigen Kirchenbau, der später abgerissen wurde.

Im Jahr 1920 hatte das Gebiet 103 Einwohner; nach der Kleinasiatischen Katastrophe ließen sich weitere etwa 500 Menschen dort nieder. Zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gegend trug die dampfbetriebene Eisenbahn mit dem Beinamen „Thirio“ bei, die das Gebiet durchquerte, ohne dass es dort einen Bahnhof gab. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Region zu einem beliebten Erholungs- und Feriengebiet der Athener, eine Funktion, die sie bis zum 3. März 1925 innehatte. An diesem Tag wurde das Gebiet offiziell als Gemeinde des Athener Stadtgebiets anerkannt.

Später stieg die Einwohnerzahl auf 800 an und überschritt im Jahr 1942 die Marke von 1000 Einwohnern. Die Lage des Gebiets inmitten der Natur, an der Durchgangsroute zwischen Attika und Böotien, trug dazu bei, dass es rasch zu einem beliebten Ferien- und Wohngebiet wurde, in dem zahlreiche Sommerhäuser in den kühleren, ruhigen Teilen der Landschaft entstanden. Bis 1960 gab es in der gesamten Gegend keine Mehrfamilienhäuser, sondern ausschließlich Einfamilienhäuser, von denen viele bis heute erhalten sind und dem Viertel einen altathenischen Charakter verleihen.[1]

Bei der Volkszählung von 2001 zählte das Gebiet 3929 Einwohner. Aufgrund der hohen Grundstückspreise und baulicher Einschränkungen weist die Bevölkerungsentwicklung nur moderate Zuwächse von etwa 12,84 % pro Zählperiode auf. Agios Eleftherios galt wegen seines gesunden Klimas, der ansprechenden Umgebung, der reichen Wasservorkommen und der relativ geringen Entfernung zur Stadt Athen als bevorzugter Aufenthalts- und Ferienort wohlhabender und adliger Bevölkerungsschichten.

Über einen Zeitraum von rund 50 Jahren blieb das Gebiet dünn besiedelt und verfügte weder über einen Bebauungsplan noch über andere infrastrukturelle Voraussetzungen für die Entwicklung zu einem modernen Athener Stadtteil. Mit der Eröffnung und Inbetriebnahme des gleichnamigen Bahnhofs der Metrolinie 1 am 4. August 1961, durch die das Gebiet mit dem Athener Stadtzentrum, Piräus und Kifisia verbunden wurde, wurden jedoch die Grundlagen für seine weitere städtebauliche Entwicklung gelegt.

Verkehr

Das Stadtviertel wird durch den U-Bahnhof Agios Eleftherios an der Linie 1 der Athener Metro bedient.

Einzelnachweise

  1. Κάτω Πατήσια – Αγ. Ελευθέριος (griechisch)

Koordinaten: 38° 0′ N, 23° 45′ O