Africa39

Africa39 ist ein 2014 gestartetes Literaturprojekt des Hay Festival in Partnerschaft mit dem nigerianischen Rainbow Book Club, das Port Harcourt als UNESCO World Book Capital 2014 feierte und 39 der vielversprechendsten Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Subsahara-Afrika und der Diaspora unter 40 Jahren identifizierte.[1] Das Projekt schloss an die Vorgänger Bogotá39 (2007) und Beirut39 (2010) an und setzte deren Idee der Sichtbarmachung einer neuen literarischen Generation in Zusammenarbeit mit World-Book-Capital-Städten fort.[2]

Entstehung und Zielsetzung

Ziel von Africa39 war die Kuratierung herausragender junger Stimmen aus zwanzig Ländern, sie in Festivalprogrammen vorzustellen und in einer Anthologie zu bündeln, um neue fiktionale Trends aus Afrika südlich der Sahara international sichtbar zu machen.[1] Die Auswahl verstand sich nicht als endgültiger Kanon, sondern als „Schnappschuss“ einer Generation; sie berücksichtigte verschiedene Schreibsprachen (u. a. Kiswahili, Igbo, Lingala sowie Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch) und sollte das Spektrum aktueller Ästhetiken abbilden.[2]

Auswahl und Bekanntgabe

Die Longlist wurde im Auftrag des Projekts von Binyavanga Wainaina nach Rücksprachen mit Verlagen, Agenturen und Kritikerinnen und Kritikern recherchiert; aus Hunderten von Namen wählten die Jurorinnen und Juroren Margaret Busby, Elechi Amadi und Tess Onwueme 39 Autorinnen und Autoren aus, die mindestens ein fiktionales Werk veröffentlicht hatten und besonderes Entwicklungspotenzial zeigten.[2] Die Liste wurde am 8. April 2014 auf der London Book Fair erstmals vorgestellt.[3] Africa39 war Teil der Aktivitäten rund um Port Harcourt als UNESCO World Book Capital 2014.[4]

Anthologie

Die ausgezeichneten Beiträge erschienen im Oktober 2014 als Sammelband Africa39: New Writing from Africa South of the Sahara bei Bloomsbury; Herausgeberin war Ellah Wakatama Allfrey, das Vorwort stammte von Wole Soyinka.[5] Eine öffentliche Vorstellung der Anthologie fand am 12. Oktober 2014 im Southbank Centre in London statt.[6]

Rezeption

Die Resonanz der Kritik hob die thematische und stilistische Bandbreite hervor und diskutierte Fragen nach Sprache, Generation und Kanonbildung; Mũkoma wa Ngũgĩ ordnete die Anthologie in der Los Angeles Review of Books als markantes Dokument einer neuen literarischen Phase ein.[7] Nach Angaben der Veranstalter trug das Projekt zur weltweiten Bekanntmachung neuer fiktionaler Vertreter aus der Region bei.[1]

Liste der ausgewählten Autorinnen und Autoren

Literatur

  • Ellah Wakatama Allfrey, Wole Soyinka: Africa39: New Writing from Africa South of the Sahara. 1. Auflage. Bloomsbury Publishing, 2014, ISBN 978-1-62040-780-6.

Einzelnachweise

  1. a b c Africa39. In: Hay Festival. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b c Africa39: how we chose the writers for Port Harcourt World Book Capital 2014. In: The Guardian. 10. April 2014, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  3. Africa39 list of promising writers revealed. In: The Bookseller. 8. April 2014, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  4. Port Harcourt – World Book Capital 2014. In: UNESCO. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  5. Ellah Wakatama Allfrey, Wole Soyinka: Africa39: New Writing from Africa South of the Sahara. 1. Auflage. Bloomsbury Publishing, 2014, ISBN 978-1-62040-780-6.
  6. Africa39 Book Launch – 12 October 2014. In: Africa in Words. 21. September 2014, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).
  7. Beauty, Mourning, and Melancholy in Africa39. In: Los Angeles Review of Books. 9. November 2014, abgerufen am 9. Oktober 2025 (englisch).