Zwergvireo

Zwergvireo

Zwergvireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Zwergvireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo nelsoni
Bond, J, 1934

Der Zwergvireo (Vireo nelsoni) ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Der Vogel ist endemisch im Südwesten Mexikos von Jalisco im Osten südlich bis Oaxaca.

Der Lebensraum umfasst aride und semiaride buschige Flächen bevorzugt mit Eichen, auch Vegetation an Flussufern von 1000 bis 2500 m ü. M.[3]

Die Art war zuerst im Jahre 1898 von Edward William Nelson als Vireo nanus beschrieben worden.[4] Allerdings war der Name bereits besetzt durch den Schnäppervireo (Empidonax nanus, später Vireo nanus),[5] daher wurde die jetzige wissenschaftliche Bezeichnung vorgeschlagen.[6]

Von einigen Autoren wurde überlegt, ob der Zwergvireo und der Schwarzkopfvireo (Vireo atricapilla) eventuell konspezifisch sein könnten.[7][8]

Der Artzusatz bezieht sich auf Edward William Nelson.[9]

Merkmale

Die Art ist 9–11 cm groß und wiegt etwa 9–10 g, ein kleiner Vireo mit olivfarbener Oberseite mit etwas grau, am Scheitel grauer bis bläulich grau. Die Zügel sind grau weiß, ebenso der oberhalb des Auges unterbrochene Augenring. Die Kopfseiten sind grau bis olivfarben, etwas blasser als die Kopfkappe. Die Steuerfedern sind grau mit blass gelblich bis olivgrünen Rändern. Die Flugfedern sind gleichfalls grau und haben blass olivgraue Ränder. Die mittleren und größeren Flügeldecken tragen grau weiße Spitzen und formen zwei dünne, aber deutliche Flügelbinden. Die Unterseite ist weißlich grau, besonders an der Brust gräulich. Bei den Weibchen ist die Kopfkappe gleich wie der Rücken gefärbt, insgesamt weniger bläulich grau. Die Iris ist rötlich, bei Jungvögeln etwas blasser. Der relativ kräftige und hakenförmige Schnabel ist schwarz oder schwärzlich, die Füße sind blaugrau.

Die Art kann dem weiblichen Schwarzkopfvireo (Vireo atricapilla) sehr ähnlich sehen und mitunter nicht unterscheidbar sein. Typischerweise hat der Schwarzkopfvireo eine stärker abgesetzte graue Kopfkappe, weißere Zügel und gelblichere Flügelbinden. Das Rubingoldhähnchen (Corthylio calendula) ist kleiner, hat einen schlankeren Schnabel und dünnere Beine, auch ist der Kontrast zwischen Kehle und den Kopfseiten geringer. Der Huttonvireo (Vireo huttoni) ist massiger, an der Unterseite matter und ruft anders. Auch der Cassinvireo (Vireo cassinii) ist größer mit entsprechendem Schnabel und dunklen Zügeln.[3]

Geografische Variation

Die Art ist monotypisch.

Stimme

Die Lautäußerungen werden als sehr ähnlich denen des Schwarzkopfvireos (Vireo atricapilla) beschreiben, mitunter sind sie nicht zu unterscheiden. Sie bestehen aus unterschiedlichen leicht kratzigen, hastige Trillerphrasen „whee chi-a-wee wee-chi“, oder „wee ch'wee wee chir'-awee“.[3]

Lebensweise

Über Lebensweise und Nahrung ist kaum etwas bekannt. Die Brutzeit dürfte im Juni liegen.[3]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[10]

Literatur

  • J. Bond: Vireo nelsoni. In: The Auk, Band 53, Heft 4, S. 458, 1936,

Digitalcommons

Commons: Zwergvireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zwergvireo, in Avibase – Die Weltvogel-Datenbank. Abgerufen am 12. Januar 2026.
  2. P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. a b c d C. I. Rodríguez-Flores, C. A. Soberanes-González, M. d. C. Arizmendi, G. M. Kirwan und T. S. Schulenberg: Dwarf Vireo (Vireo nelsoni), version 1.0. In: T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Vireo nelsoni
  4. E. W. Nelson: Descriptions of New Birds from Mexico. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 12, S. 59, 1898, Biodiversity Library
  5. J. Bond: The Systematic Position of Lawrencia and Laletes. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 86, S. 399–402, 1934, [DOI:10.1635/053.165.0106]
  6. J. Bond: Vireo nelsoni Bond. In: The Auk, Band 53, Heft (4), S. 458, 1936
  7. J. C. Barlow: Patterns of ecological interactions among migrant and resident vireos on the wintering ground. In: A. Keast und E. S. Morton (Herausgeber): Migrant birds in the neotropics: ecology, behavior, distribution, and conservation. Smithsonian Institution Press, S. 79–107, 1980, PDF
  8. A. R. Phillips: The Known Birds of North and Middle America. Part 2. Bombycillidae; Sylviidae to Sturnidae; Vireonidae. Denver Museum of Natural History, S. 249 ff, 1991
  9. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  10. Vireo nelsoni in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 12. Januar 2026.