Zentrale Abbildende Aufklärung
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Zentrale Abbildende Aufklärung | |
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Internes Verbandsabzeichen | |
| Aufstellung | 1. Januar 2013[1] |
| Staat | Deutschland |
| Streitkräfte | Bundeswehr |
| Teilstreitkraft | Cyber- und Informationsraum |
| Truppengattung | Fernmeldetruppe EloKa |
| Stärke | 160 |
| Unterstellung | Kommando Aufklärung und Wirkung |
| Standort | Grafschaft-Gelsdorf Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne |
| Website | ZAbbAufkl |
| Dienststellenleitung | |
| Leiter | Oberst Dirk Gleinig |
Die Zentrale Abbildende Aufklärung (ZAbbAufkl, ZAA) ist eine militärische Dienststelle der Bundeswehr in der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum, die dem Kommando Aufklärung und Wirkung unmittelbar nachgeordnet ist. Sie befindet sich in der Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne in Grafschaft–Gelsdorf (Rheinland-Pfalz). In der Zentrale sind wesentliche Teile der Satellitenbildbeschaffung und -auswertung der Bundeswehr konzentriert.
Aufgaben und Arbeitsweise
Aufgabe der Zentrale Abbildende Aufklärung ist die militärische Aufklärung. Sie gewinnt Satellitenbilder aus militärischen Systemen, betreibt dazu das nationale Radarsatellitensystem SAR-Lupe und kooperiert international mit Partnern. Sie wertet Satellitenbilder aus, stellt Produkte für entsprechende Führungsebenen bereit und unterstützt Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Risiko- und Krisenmanagements, Krisenunterstützungseinsätze und des Rüstungskontrollvertrags „Offener Himmel“ durch Auswertung von Luft- und Satellitenbildern und Datenaufbereitung.[2]
Im Zentrum werden Satellitenbilder unterschiedlicher Systeme und Sensorik (Radar, elektrooptisch, Infrarot, multispektral) bearbeitet, ausgewertet und daraus – teils in Korrelation mit anderen Quellen – bedarfsorientierte Produkte erstellt. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens mit Frankreich besteht die Möglichkeit, Satellitenbilder des elektrooptischen Aufklärungssystems Helios II zu nutzen.
Die Zentrale arbeitet der ressortübergreifenden Krisenvorsorge zu. Sie hat den Auftrag, Krisenunterstützungsteams (KUT) und -einsätze der Bundeswehr durch Erfassen, Verifizieren und Erarbeiten von für die Krisenvorsorge relevanten Daten zu unterstützen und die Ergebnisse in einem Informationssystem (KVInfoSys) so einzustellen, dass diese als Grundlage im Falle einer Evakuierungsoperation verfügbar sind. Dazu werden eine Vielzahl unterschiedlicher Objekte identifiziert und mittels entsprechender Bildprodukte wie Stadtübersichten, Detailpläne kritischer Infrastruktur, z. B. Flughäfen und Evakuierungsrouten aufbereitet und zur Vorbereitung und Durchführung möglicher Evakuierungsoperationen bereitgestellt.
Im Rahmen des Vertrages über den Offen Himmel hat die Zentrale den Auftrag, das erflogene Bildmaterial zu digitalisieren, auszuwerten und die Ergebnisse dem Zentrum für Verifikation der Bundeswehr (ZVBw) zur Verfügung zu stellen. Dabei kommen Sensoren des elektromagnetischen Spektrums für Foto-, Radar- und seit 2006 auch Infrarotaufnahmen zum Einsatz. Seit 2014 werden auch digitale Sensoren verwendet, mit denen deutlich bessere Beobachtungsergebnisse erzielt werden können.
Geschichte
Die Zentrale entstand am 1. Januar 2013 durch Ausgliederung der Abteilung „Abbildende Aufklärung und Objektbearbeitung“ aus dem Kommando Strategische Aufklärung, dem sie fortan als nachgeordnete Dienststelle unterstand. Am 1. Juli 2017 wechselte das Kommando Strategische Aufklärung mit allen ihm unterstellten Dienststellen von der Streitkräftebasis zum neu geschaffenen Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum, dem somit seitdem auch die Zentrale angehört.
Am 20. Oktober 2020 wurde der Zentrale eine eigene Truppenfahne verliehen.[3]
2023 wurde sie dem neu aufgestellten Kommando Aufklärung und Wirkung (KdoAufkl/Wirk) in Daun unterstellt, da das Kommando Strategische Aufklärung im Zuge der Umstrukturierung des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum aufgelöst wurde.[4]
Oberst Dirk Gleinig ist seit dem 8. Januar 2018 Leiter der Zentrale.[5]
Gliederung
Die Zentrale ist in vier Analysedezernate gegliedert, die weltweit verschiedene Zuständigkeitsgebiete haben.
Wappen
Das Wappen ist rund, um die Dimension des Weltraumes und den weltweiten Aufgabenbereich in Form der Weltkugel darzustellen. Die Integration des Satelliten stellt den genutzten Sensor dar. Das Eiserne Kreuz symbolisiert die Zugehörigkeit der Dienststelle zu den Streitkräften und die Farben Schwarz-Rot-Gold als Horizont um die Weltkugel die Bundesrepublik Deutschland als Bedarfsträger für weltweite Informationsversorgung. Die Farbgebung orientiert sich an der Dunkelheit des Weltraumes. Eingefasst wird das Abzeichen durch den Namen der Dienststelle in Schriftform.
Weblinks
- SAR-Lupe: Das Auge der Truppe. In: bundeswehr.de. 24. August 2023 (Transkription des Audio-Podcasts, enthält, wie die Zentrale Abbildene Aufklärung arbeitet, SAR-Lupe steuert und verwendet).
Einzelnachweise
- ↑ Standortdatenbank Bundeswehr. In: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
- ↑ Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Christine Buchholz, Annette Groth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 18/11688 – Strukturen des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen (Drucksache 18/12277). (PDF) In: Deutscher Bundestag. 9. Mai 2017, abgerufen am 16. Oktober 2019.
- ↑ Oliver Hettling und Maria Steinbrink: Übergabe Truppenfahne an die Zentrale Abbildende Aufklärung. Bundeswehr, 10. November 2020, abgerufen am 14. Dezember 2020.
- ↑ Neuausrichtung des Organisationsbereichs auf „CIR 2.0“. In: Bundeswehr-Journal. 28. März 2024, abgerufen am 27. Oktober 2025.
- ↑ Curriculum vitae Leiter ZAbbAufkl Oberst Dirk Gleinig. (PDF) In: Bundeswehr. Abgerufen am 23. Februar 2020.
Koordinaten: 50° 34′ 6″ N, 7° 2′ 10″ O