Zentral-Sulawesi-Stachelratte

Zentral-Sulawesi-Stachelratte
Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
incertae sedis
Echiothrix-Gruppe
Gattung: Sulawesi-Stachelratten (Echiothrix)
Art: Zentral-Sulawesi-Stachelratte
Wissenschaftlicher Name
Echiothrix centrosa
Miller & Hollister, 1921

Die Zentral-Sulawesi-Stachelratte (Echiothrix centrosa) ist ein auf Sulawesi endemisches Nagetier in der Gattung der Sulawesi-Stachelratten, die aus zwei Arten besteht. Sie unterscheidet sich von der Nördlichen Sulawesi-Stachelratte in verschiedenen morphologischen Merkmalen.[1]

Merkmale

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 182 bis 225 mm, einer Schwanzlänge von 230 bis 265 mm und einem Gewicht von 215 bis 270 g ist das Tier eine mittelgroße Langschwanzmaus. Sie hat 48 bis 55 mm lange Hinterfüße und 32 bis 35 mm lange Ohren. Das Fell der Oberseite besteht aus weichen Haaren, Borsten und Stacheln. Es hat eine graue Farbe mit blauen Schattierungen. Unterseits sind weniger Stacheln im weißen Fell vorhanden. Weiße Stellen an der Schnauze und nackte Augenringe lassen das Gesicht wie von einer Maske bedeckt erscheinen. Auf dem Schwanz befinden sich an jeder Schuppe drei Haare. Er ist im vorderen Bereich grau und wird fleckenweise weißer, so dass dass hintere Drittel völlig weiß ist. An den weißen Vorderpfoten gibt es schmale Krallen. Die drei mittleren Zehen der Füße sind länger als der jeweils anschließende Zeh. Die vier Zitzen der Weibchen sind im Leistenbereich paarig angeordnet. Männchen besitzen auffällig große Hoden. Der Schädel und der Unterkiefer sind im Verhältnis zum übrigen Skelett kürzer als bei der Nördlichen Sulawesi-Stachelratte. Bei einem Männchen bestand der diploide Chromosomensatz aus 40 Chromosomen (2n=40).[2]

Verbreitung und Lebensweise

Diese Stachelratte lebt im Norden von Sulawesis zentralem Bereich sowie auf der westlichen Hälfte der nördlichen Halbinsel. Sie hält sich im Flachland und in Gebirgen bis 1000 Meter Höhe auf. Das Tier bewohnt überwiegend tropische Regenwälder, die nur wenig verändert sind.[3] Soweit bekannt, gehen die Exemplare nachts auf dem Boden auf Nahrungssuche. Die Nahrung besteht meist aus Regenwürmern und anderen Würmern im Erdboden. Diese werden mit Vielfüßern, Käfern und deren Larven sowie mit Termiten komplettiert.[2]

Wie beim anderen Gattungsvertreter, wird vermutlich ein Blätternest für die Ruhephasen gebaut. Ein Weibchen war im September mit drei Embryos trächtig. Andere Weibchen hatten im November aktive Zitzen. Mänchen hatten im Oktober und November Anzeichen für Fortpflanzungsverhalten.[2]

Gefährdung

Zwischen 1990 und 2023 wurden im Verbreitungsgebiet etwa 24 Prozen des Regenwaldes gerodet. Da die verbleibenden Wälder nicht so leicht zugänglich sind, wird sich die Rate vermutlich abschwächen. Beide Arten der Gattung werden von den Einheimischen als Fleischquelle gejagt und gehandelt. Die IUCN schätzt, dass die Gesamtpopulation in den 10 Jahren vor 2023 um 30 Prozent abnahm und listet die Art als gefährdet (vulnerable).[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Echiothrix centrosa).
  2. a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 869 (englisch, Echiothrix centrosa).
  3. a b Echiothrix centrosa in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: Achmadi, A.S., Fahri, F., Gazzard, A., Handika, H., Inayah, N., Lanusi, A.A., Nangoy, M., Nurdin, M.R.T.J.P. & Rowe, K.C., 2023. Abgerufen am 4. Januar 2026.