Nördliche Sulawesi-Stachelratte

Nördliche Sulawesi-Stachelratte

Nördliche Sulawesi-Stachelratte (Echiothrix leucura)

Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
incertae sedis
Echiothrix-Gruppe
Gattung: Sulawesi-Stachelratten (Echiothrix)
Art: Nördliche Sulawesi-Stachelratte
Wissenschaftlicher Name
Echiothrix leucura
J. E. Gray, 1867

Die Nördliche Sulawesi-Stachelratte (Echiothrix leucura) ist ein auf der indonesischen Insel Sulawesi endemisches Nagetier in der Unterfamilie der Altweltmäuse. Sie bildet mit der Zentral-Sulawesi-Stachelratte (Echiothrix centrosa) die Gattung Sulawesi-Stachelratten.[1][2]

Merkmale

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 196 bis 230 mm, einer Schwanzlänge von 212 bis 270 mm und einem Gewicht von 100 bis 124 g ist die Art deutlich größer als der andere Gattungsvertreter. Auch die Hinterfüße sind mit 50 bis 55 mm im Verhältnis zum Körper größer und die Ohren sind 30 bis 32 mm lang. Der Schwanz ist dagegen verhältnismäßig kürzer. Dieses rattenartige Tier hat eine schmalere Schnauze und einen größeren Klaff hinter jedem oberen Eckzahn als die Art auf Zentral-Sulawesi. Zusätzlich ist der Zahnschmelz der Backenzähne anders aufgebaut.[2] Das Fell ist, wie bei der anderen Art, oberseits gesprenkelt grau bis graubraun und teilweise stachlig.[3] Die großen braunen Ohren stehen dazu in Kontrast und die Unterseite ist weiß, gelegentlich mit roten Nuancen. Die Art hat schmalen Vorderpfoten. Der weiße Schwanz hat am Ende eine graue Stelle. Die vier paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen im Leistenbereich. An der Frontseite der oberen Schneidezähne befinden sich kleine Kerben. Die Nördliche Sulawesi-Stachelratte hat einen diploiden Chromosomensatz mit 40 Chromosomen (2n=40).[4]

Verbreitung und Lebensweise

Dieses Tier bewohnt die östliche Spitze der nördlichen Halbinsel von Sulawesi. Es hält sich im Flach- und Bergland bis 1500 Meter Höhe auf. Die Exemplare halten sich auf dem Boden auf und graben in der Laubschicht oder in weicher Erde nach Würmern und anderen wurmähnlichen Gliedertieren. Außer einer nachtaktiven Lebensweise ist nichts weiter zum Verhalten bekannt.[2]

Gefährdung

Etwa 7 Prozent der Wälder im Verbreitungsgebiet wurden zwischen den Jahren 2000 und 2017 in Ackerland, Bergbauflächen und Ortschaften umgewandelt. In den 10 Jahren davor lag der Wert schätzungsweise bei 30 Prozent. Dieses Tier und nahe verwandte Langschwanzmäuse werden häufig auf lokalen Wildfleischmärkten angeboten. Eine genauere Untersuchung der Populationsgröße könnte verdeutlichen, wie sich die Veränderungen auswirken. Die IUCN listet die Art als gefährdet (vulnerable).[5]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Echiothrix leucura).
  2. a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 869–870 (englisch, Echiothrix leucura).
  3. Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  4. Musser, Guy G.: Sulawesi rodents : species traits and chromosomes of Haeromys minahassae and Echiothrix leucura. In: American Museum novitate. Nr. 2989, 1990 (englisch, biodiversitylibrary.org [PDF]).
  5. Echiothrix leucura in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: Achmadi, A.S., Fahri, F., Gazzard, A., Inayah, N., Lanusi, A.A., Nangoy, M., Nurdin, M.R.T.J.P. & Rowe, K.C., 2023. Abgerufen am 2. November 2025.