Yuchi (Nantou)
| Yuchi 魚池鄉 | ||
|---|---|---|
Lage Yuchis im Landkreis Nantou | ||
| Staat: | Republik China (Taiwan) | |
| Landkreis: | Nantou | |
| Koordinaten: | 23° 54′ N, 120° 56′ O | |
| Fläche: | 121,3735 km² | |
| Einwohner: | 14.162 (August 2025[1]) | |
| Bevölkerungsdichte: | 117 Einwohner je km² | |
| Zeitzone: | UTC+8 (Chungyuan-Zeit) | |
| Telefonvorwahl: | (+886) (0)49 | |
| Postleitzahl: | 555 | |
| ISO 3166-2: | TW-NAN | |
| Gemeindeart: | Landgemeinde (鄉, Xiāng) | |
| Gliederung: | 13 Dörfer (村, Cūn) | |
| Webpräsenz: | ||
Yuchi (chinesisch 魚池鄉, Pinyin Yúchí Xiāng, Tongyong Pinyin Yúchíh Siang) ist eine Landgemeinde (鄉, Xiāng) im Landkreis Nantou in der Republik China (Taiwan).
Lage und Klima
Yuchi (wörtlich „Fischteich“) liegt inmitten des Landkreises Nantou in Zentraltaiwan. Das Gemeindegebiet hat eine etwa quadratische Form mit einer Seitenlänge von 10 bis 11 Kilometern. Die Nachbargemeinden sind Shuili im Westen und Südwesten, Xinyi im Südosten, Ren’ai im Osten, Puli im Norden und Guoxing im Nordosten. Yuchi ist weithin aufgrund des etwa 5,5 km² großen Sonne-Mond-Sees bekannt, der zu den beliebtesten Touristenattraktionen Taiwans zählt.
Yuchi liegt im Einzugsbereich des Flusses Nangang (南港溪), der den Nordosten durchfließt, und des Shuili (水里溪), eines rechtsseitigen Zuflusses des Zhuoshui, der an der Westgrenze Yuchis verläuft.[2] Es herrscht ein subtropisches warmes Monsunklima mit einer Jahresmitteltemperatur von 19,3 °C, einem Jahresniederschlag von 2556 mm und 81,2 % mittlerer Luftfeuchtigkeit.
Geschichte
Die ursprünglichen Bewohner des Gebietes von Yuchi waren austronesische indigene Völker Taiwans. Nach der Übernahme der Insel durch die chinesische Qing-Dynastie im Jahr 1683 begann eine kontinuierliche Einwanderung von Han-Chinesen. Das Gebiet des westlichen Nantou, von den Chinesen in lautlicher Nachahmung eines Ortsnamens der Ureinwohner Shuishalian (水沙連) genannt, war zunächst von der Besiedlung ausgenommen. Jedoch wanderten mit der Zeit auch hier Siedler ein, die zum Teil mit der indigenen Bevölkerung in Konflikt gerieten. Die Einwanderer stammten überwiegend aus Zhangzhou und Quanzhou in der chinesischen Küstenprovinz Fujian.
Während der japanischen Herrschaft über Taiwan (1895–1945) kam es in Zusammenhang mit der Konstruktion des Sonne-Mond-Sees zu größeren Umsiedlungen der indigenen Bevölkerung. 1945 wurde Taiwan von der Republik China übernommen und Yuchi eine Landgemeinde im 1950 neu gegründeten Landkreis Nantou. Vor allem aufgrund des Sees entwickelte sich die Gemeinde zunehmend zu einem Tourismuszentrum.[3][4]
Wirtschaft und Tourismus waren erheblich vom Jiji-Erdbeben am 21. September 1999 betroffen, das in Yuchi 14 Todesopfer unter damals 17.894 Einwohnern forderte.[5]
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Hoklo, die als Umgangssprache Taiwanisch sprechen. Außerdem gibt es eine kleine Minderheit von Hakka-Sprechern. Ende 2017 gehörten 504 Personen (etwas mehr als 3 Prozent) den indigenen Völkern an.[6] Mehrheitlich handelte es sich dabei um Thao.[7]
Etwa 90 Prozent der Bevölkerung gelten als Anhänger des Daoismus und daoistische Kultstätten finden sich in jedem Dorf. Andere Religionen sind Christentum (protestantisch und römisch-katholisch), Buddhismus und weitere.[4]
Administrative Gliederung
| Gliederung von Yuchi |
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Yuchi ist in 13 Dörfer (村, Cūn) untergliedert:
1. Yuchi (魚池村)
2. Dongchi (東池村)
3. Gonghe (共和村)
4. Xincheng (新城村)
5. Dayan (大雁村)
6. Wucheng (五城村)
7. Zhongming (中明村)
8. Shuishe (水社村)
9. Dalin (大林村)
10. Dongguang (東光村)
11. Riyue (日月村)
12. Toushe (頭社村)
13. Wudeng (武登村)
Landwirtschaft
Yuchi ist für seine Teeproduktion bekannt. Erste Versuche mit dem Teeanbau wurden im Jahr 1903 unternommen, aber erst die Einführung von Teepflanzen aus Assam durch die japanische Kolonialverwaltung im Jahr 1926 führte zu einem qualitativ höherwertigen Tee. Das Gebiet um den Sonne-Mond-See erwies sich vom Mikroklima her als besonders geeignet und wurde zum einzigen Anbaugebiet für Assam-Tee in Taiwan. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ging der Teeanbau zunächst zurück, erlebte aber später eine Renaissance. Heute werden Assam und andere Teesorten in Yuchi und im benachbarten Puli angebaut.[8]
Weitere Produkte der Landwirtschaft sind u. a.
- Betelnuss, Schwammkürbis und Ponkan der Sorte Maogu,
- Anoectochilus roxburghii (金線蓮 – „Goldener Lotos“, eine Orchideenart, die in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung findet),
- Aubergine, Bambussprossen, Shiitake-Pilze,
- Taglilien („Goldnadeln“, die als Gemüse gegessen werden).[9]
Sehenswürdigkeiten
Die Hauptattraktion Yuchis ist der Sonne-Mond-See.[10] Der See wurde in den 1930er Jahren auf Basis eines viel kleineren natürlichen Sees als Speichersee zur Wasserkraftnutzung angelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er sich zu einem Haupt-Tourismusziel Taiwans. Rund um den See gibt es verschiedene Tempel und Schreine, darunter den Qishi-xuanji-Kongming-Tempel im Dorf Zhongming (啟示玄機院孔明廟), den Wenwu-Tempel (文武廟) am nordöstlichen Seeufer im Dorf Shuishe oder den Kongming-Tempel (孔明廟).[11][12][13]
Als sehenswert gilt außerdem die subtropische durch Wanderwege durchzogene Natur. Ein touristisches Ziel ist der 461 Hektar große Wucheng-Naturpark (五城生態園區) im gleichnamigen Dorf auf einer Höhe von 576 bis 925 Metern.[14]
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Sonne-Mond-See
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Teegarten an der Grenze zur Nachbargemeinde Puli
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Wenwu-Tempel
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 各月人口資料 03. 鄉鎮戶數及人口數 (9701) („Bevölkerungsdaten für jeden Monat 03. Gemeinden und Bevölkerung (9701)“). Taiwanisches Innenministerium, abgerufen am 1. Oktober 2025 (chinesisch).
- ↑ Natural Environment. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ The Historical Background. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ a b The Brief Introduction. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ S. N. Han, K. T. Chen: Mortality of the 921 Earthquake in Nantou and Taichung Counties. In: Epidemiology Bulletin. 25. Januar 2000, ISSN 1021-366X, S. 1–8 (englisch, online [PDF]).
- ↑ 原住民戶數及人數 Households and Persons of Indigenous People. (xls) Taiwanisches Innenministerium, abgerufen am 4. August 2018 (chinesisch, englisch).
- ↑ 歷史源流 („Historischer Ursprung“). Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ 鄉長紅茶 („Schwarzer Tee der Gemeinde“). Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (chinesisch).
- ↑ 特產文物導覽 („Spezieller Kulturdenkmal-Führer“). Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (chinesisch).
- ↑ The Sun Moon Lake. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ Historical Sites. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).
- ↑ 觀光景點 („Sehenswürdigkeiten“). Webseite von Yuchi, abgerufen am 22. Januar 2019 (chinesisch).
- ↑ 魚池簡介 („Einführung in Yuchi“). Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (chinesisch).
- ↑ Nature Trail. Webseite von Yuchi, abgerufen am 20. Januar 2019 (englisch).