Yasmina, a Black Woman
| Yasmina, a Black Woman | ||||
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| Studioalbum von Archie Shepp | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
12. August 1969 | |||
| Label(s) | BYG Actuel | |||
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Format(e) |
LP, CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
3 | |||
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40:33 | ||||
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Besetzung |
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Jean Georgakarakos, Jean-Luc Young, Claude Delcloo | ||||
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Studio(s) |
Paris | |||
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Yasmina, a Black Woman ist ein Musikalbum von Archie Shepp. Die am 12. August 1969 in Paris entstandenen Aufnahmen erschienen 1969 auf BYG Actuel.
Hintergrund
Nach letzten Aufnahmen für Impulse! Records im Februar 1969 in New York hielt sich der Saxophonist Archie Shepp mehrere Wochen in Europa und Nordafrika auf; so trat er Ende Juli auf dem Pan African Festival in Algier auf, anschließend wirkte er im August an Aufnahmen für BYG Actuel von Grachan Moncur III (New Africa), Dave Burrell (Echo), Sunny Murray (Sunshine), Alan Silva (Luna Surface), Clifford Thornton (Ketchaoua) mit. Daneben nahm er für BYG Actuel unter eigenem Namen die drei Alben Yasmina, a Black Woman (12. August), Poem for Malcolm (14. August) und Blasé (16. August) auf.[1]
Auf dem Titelstück „Yasmina, a Black Woman“ spielt eine elfköpfige Band, darunter Roscoe Mitchell, Lester Bowie und Malachi Favors vom Art Ensemble of Chicago, der Kornettist Clifford Thornton und der Schlagzeuger Sunny Murray. Musiker auf „Sonny’s Back“ und dem Standard „Body and Soul“ sind neben Shepp der Saxophonist Hank Mobley, der Pianist Dave Burrell, Bassist Malachi Favors und der Schlagzeuger Philly Joe Jones.[1]
Titelliste
- Archie Shepp: Yasmina, a Black Woman (BYG Records 529.304)[2]
- Yasmina (Archie Shepp) 19:58
- Sonny’s Back (Grachan Moncur III) 13:58
- Body and Soul (John W. Green, Edward Heyman, Frank Eyton, Robert Sour) 6:16
Rezeption
„Mögen wir alle mindestens ein Jahr wie Archie Shepp 1969 erleben, als der Tenorsaxophonist drei LPs – Blasé, Poem for Malcolm und Yasmina, a Black Woman – bei BYG/Actuel veröffentlichte, jede einzelne einzigartig und lebendig“, meint Erick Bradshaw (Daily Bandcamp). Obwohl der gefühlvolle Gesang von Jeanne Lee fehle [die an Blasé mitgewirkt hatte], sei Yasmina, a Black Woman eines von Shepps überzeugendsten Werken. Auf dem eine LP-Seite einnehmende Titeltrack entfalte sich eine elfköpfige All-Star-Band in einer Shepp-Komposition, die so schwungvoll daherkomme wie die Musik von Charles Mingus, der sein Gewicht in die Waagschale werfe – nur dass Shepps kollektivistischer Impuls den Bombast zugänglich, ja sogar einladend mache. Mit dem Hardbop-Tenorsaxophon-Legende Hank Mobley im Duell mit Philly Joe Jones’ eindringlicher Kick-Drum und seinem stetigen Ride festige sich Graham Monchurs Hommage an Sonny Rollins, „Sonny’s Back“, die Verbindung der Free-Jazz-Gruppe zu einer früheren Generation von Musikern, wobei Shepp als Brücke zwischen den Old-School-Botschaftern des Jazz und den abgehobeneren Randgruppen des Actuel-Labels fungiere. Belebt von der Intensität der jüngeren Kohorte sei Jones in Hochform, und man könne Shepp fast zustimmend nicken hören.[3]
Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, diese Aufnahme würde faszinierende Musik enthalten. Der Tenorsaxophonist Archie Shepp sei zum ersten Mal auf Mitglieder der Chicagoer Avantgarde-Schule getroffen, darunter die Mitglieder des Art Ensemble of Chicago, die bei dem langen „Yasmina“ spielten, einem Stück, an dem auch die Schlagzeuger Philly Joe Jones, Art Taylor und Sunny Murray beteiligt sind. Auf „Sonny's Back“ gebe es einen ungewöhnlichen Tenorsaxophon-Austausch zwischen Shepp und Hank Mobley, während „Body and Soul“ wiederum Shepp die Gelegenheit biete, sich zu präsentieren. Obwohl dieses Album nicht unbedingt erforderlich ist, sei es dennoch einzigartig genug, um Avantgarde-Sammlern empfohlen zu sein.[4]
Yasmina sei entstanden, als Shepp im August 1969 gerade von einem Auftritt beim Panafrikanischen Festival im nordafrikanischen Algier zurückgekehrt war, schrieb Chris May (All About Jazz), und „Yasmina“, gespielt mit zwei Kontrabässen, zwei Schlagzeugern und zwei Perkussionisten erinnere lebhaft an die Musik des Maghreb, insbesondere an die Trance-Musik der Sufi-Bruderschaften südlich der Sahara wie der Gnawa, mit denen Shepp während des Festivals gejammt hatte.[5]
Weblinks
- Yasmina, a Black Woman von Archie Shepp. In: Bandcamp. 21. Oktober 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ a b Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 22. Oktober 2025)
- ↑ Archie Shepp: 'Yasmina, a Black Woman. In: Discogs. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Erick Bradshaw: Brilliant Action, Total Vibration: A Guide to BYG Records. In: Daily Bandcamp. 21. Oktober 2025, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Besprechung des Albums von Scott Yanow bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 21. Oktober 2025.
- ↑ Chris May: Archie Shepp: Blase And Yasmina Revisited. In: All About Jazz. 23. Juni 2021, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).