Wolframshof

Wolframshof ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Kastl und eine Gemarkung im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth.

Geographie

Das Dorf Wolframshof liegt an der Haidenaab und wird von der Staatsstraße 2665 vom östlich gelegenen Hauptort Kastl getrennt. Teile des Orts und das Schloss Wolframshof liegen auf einer Insel in der Haidenaab.

Die Gemarkung Wolframshof (094238) umfasst eine Fläche von 3,277 km². Dort leben etwa 111 Einwohner der Gemeinde Kastl.[1]

Geschichte

Wolframshof wird erstmals 1054 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs III. als villa Wolframmesdorf erwähnt. In dem 11. Jahrhundert ist auch von dem Beginn des Baus einer Burganlage (Motte) auf der Insel in der Haidenaab auszugehen, die im 13. Jahrhundert zu einem Steinbau ausgebaut wurde.

Die ersten bekannten Besitzer waren die Zirkendorfer, ihnen folgten die Potzlinger zu Ernstfeld, die Brucker und dann die Gotzfelder (Ende des 14. Jahrhunderts).[2] Namentlich genannt wird Konrad von Gotzfeld († 1383), der in dem Leuchtenberger Lehensbuch genannt wird. 1408 kommt die Burg durch Erbe und Kauf an die Ochs. Hans Ochs († 1445) wird mit einer Hälfte der Burg und der Mühle durch die Leuchtenberger belehnt, die andere Hälfte besitzen er und seine Brüder als freies Eigen. 1418 geht der ganze Besitz an seinen Bruder Ulrich Ochs. Nach seinem Tod teilen Konrad Sparnberger, Konrad Redwitzer und Jörg Steinhauser (Schwiegersöhne) sowie Jörg Ochs den Besitz unter sich auf. 1448 erhält Conrad Redtwitzer zu Redtwitz den Sitz zu Wolffartzhof und die dortige Mühle. 1468 geht Wolframshof an Lorenz Sparnberger. 1634 stirbt der letzte Sparnberger und das Lehen fällt heim. Allerdings werden bereits ab 1617 die Löschwitz als Besitzer genannt. Oberst Carl Christian Ernst von Lindenfels erwirbt 1728 das Schloss, das als Landsassengut anerkannt war.[3] Noch bis 1848 bestand ein Patrimonialgericht in Wolframshof. Max Wolfgang von Lindenfels († 1982) war letzter Vertreter der Linie. Auf Wolframshof wurde 1745 auch Maria Sophia Reichsfreiin von Lindenfels geboren, die Mutter der Pianistin und Sängerin Therese von Zandt.

Mit den Bayerischen Gemeindeedikten Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Wolframshof 1808 ein Teil des Steuerdistrikts Unterbruck und bildete ab 1818 mit Weha eine Landgemeinde mit Selbstverwaltung, die aber bis 1848 noch dem Patrimonialgericht der Lindenfels zugeordnet war.[4]

1899 wurde das Schloss Wolframshof im Stil des Neubarocks umgebaut. Im November 1920 brannte es vollständig ab, wobei auch wertvolle Kunstgegenstände und eine Bibliothek vernichtet wurden.[5] Das Gebäude wurde aber wieder aufgebaut.

Im Jahr 1946 wurde die Gemeinde Wolframshof mit Weha nach Kastl eingegliedert.[4] Schloss Wolframshof befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Ein Catering-Service organisiert auf Anfrage Hochzeiten in dem historischen Gebäude.[6]

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Wolframshof (Kastl) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  2. Exklusive "Schlossführungen" im Kemnather Museum. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  3. Heribert Sturm: Kemnath. In: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 40. 1975, S. 53 ff., abgerufen am 3. Oktober 2025.
  4. a b Heribert Sturm: Kemnath. In: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 40. 1975, S. 346, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  5. Schloß Wolframshof niedergebrannt Berliner Volks-Zeitung, 30. November 1920.
  6. Hochzeitslocation auf Schloss Wolframshof, abgerufen am 29. November 2022.

Koordinaten: 49° 49′ 56,6″ N, 11° 53′ 18,8″ O