Wolf Thümmel

Wolf Thümmel (* 17. März 1938 in Halle/Saale; † 24. Januar 2024)[1] war ein deutscher Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[2]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1958 in Bonn-Bad Godesberg studierte Wolf Thümmel Slawistik, Germanistik und Allgemeine bzw. Vergleichende Sprachwissenschaft sowie Nordistik, zunächst an der Universität Hamburg (1958) und von 1958 bis 1964 an der Universität München. In München promovierte er 1964 zum Dr. phil. bei Erwin Koschmieder mit einer Dissertation aus dem Bereich der Slawistik. Von 1964 bis 1967 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und DFG-Stipendiat am Seminar für Slavische Philologie der Universität München. Von 1967 bis 1971 war er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Linguistik der Universität Stuttgart tätig und habilitierte sich dort 1970 für Linguistik. Bis 1991 lehrte er als Professor für Sprachwissenschaft (Schwerpunkt: Germanische Sprachen) an der Universität Göttingen. Im Jahre 1991 übernahm er eine ordentliche Professur für Deutsche Philologie (Schwerpunkt: Linguistik) an der Universität Osnabrück. 2003 wurde er dort emeritiert.

Seine Veröffentlichungen haben als Schwerpunkte u. a. die Sprachtheorie, Syntax, Sprachtypologie und Grammatik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (mit Eike von Savigny): Peter Hartmanns Beitrag zur Allgemeinen Sprachwissenschaft. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Bd. 39 (1965), S. 125–158.
  • Das Problem der periphrastischen Konstruktionen gezeigt am Beispiel des Slavischen (= Forum Slavicum, Bd. 5). Fink, München 1966 (= Dissertation Universität München).
  • (mit Baldur Panzer): Die Einteilung der niederdeutschen Mundarten auf Grund der strukturellen Entwicklung des Vokalismus (= Linguistische Reihe, Bd. 7). Hueber, München 1971.
  • (mit Danièle Clément): Grundzüge einer Syntax der deutschen Standardsprache (= Schwerpunkte Linguistik und Kommunikationswissenschaft, Bd. 3). Athenaion, Wiesbaden 1975, ISBN 3-7997-0616-X.
  • Vorüberlegungen zu einer Grammatik der Satzverknüpfung. Koordination und Subordination in der generativen Transformationsgrammatik (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 21, Bd. 6). Lang, Frankfurt/M. 1979 (= Habilitationsschrift Universität Stuttgart).
  • (Mitautor): Johannes Becher u. a. / Einführung in die generative Transformationsgrammatik. Ein Lehrbuch. 5. Aufl. Hueber, München 1980, ISBN 3-19-006679-5.
  • Zur Grundlegung einer Theorie der Sprachvariation. In: Ursula Klenk (Hrsg.): Variatio linguarum. Beiträge zu Sprachvergleich und Sprachentwicklung. Festschrift zum 60. Geburtstag von Gustav Ineichen. Steiner, Stuttgart 1989, S. 269–282, ISBN 3-515-05221-6.
  • Syntaktische Struktur und die Hypothese der Projektivität. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft, Bd. 10 (1991), S. 220–283.
  • Westliche Entwicklungen. In: Joachim Jacobs (Hrsg.): Syntax. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung. Bd. 1. de Gruyter, Berlin 1993, S. 130–199, ISBN 3-11-009586-6.
  • Der europäische Strukturalismus. In: Ebd., S. 257–280.
  • Der amerikanische Strukturalismus. In: Ebd., S. 280–297.
  • Sind Sprachwandelprozesse umkehrbar? In: Siegfried Kanngießer (Hrsg.): Elemente des Sprachwandels. Westdeutscher Verlag, Opladen 1999, S. 195–218, ISBN 3-531-13246-6.
  • (Mithrsg.): Variable-free semantics (= Artikulation und Sprache, Bd. 3). Secolo-Verl., Osnabrück 2000, ISBN 3-929979-53-5.

Außerdem zahlreiche weitere Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden.

Festschrift

  • Siegfried Kanngießer (Hrsg.): Theorie des Artikulators. Ein Disput zu Ehren von Wolf Thümmel. Univ.-Verl. Rasch, Osnabrück 2002, ISBN 3-935326-69-6.

Einzelnachweise

  1. Trauer- und Gedenkanzeige Wolf Thümmel der Universität Osnabrück. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 10.2.2024 (abgerufen am 22.10.2025).
  2. Thümmel, Wolf. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 946f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto).