Eike von Savigny
Eike von Savigny (* 10. Februar 1941 in Berlin; † 18. Dezember 2025 in Bielefeld[1]) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer, der vor allem durch sprachphilosophische Arbeiten, aber auch durch juristische Publikationen bekannt wurde.
Leben
Eike von Savigny – ein Nachfahre des Rechtsgelehrten des 19. Jahrhunderts und Begründers der Historischen Rechtsschule Friedrich Carl von Savigny (1779–1861) – war eines von sieben Kindern des Juristen und Widerstandskämpfers Friedrich Carl von Savigny (1903–1944) und seiner Ehefrau Amai. Nach dem Abitur im Jahre 1960 begann von Savigny ein Studium der Fächer Jura, Philosophie, Alte Geschichte und Ältere Germanistik an der Universität München (zwischenzeitlich auch an der Universität Besançon). Dort zählte von Savigny zum engeren Kreis von Studenten um den Philosophen Wolfgang Stegmüller. Er wurde 1965 mit einer Dissertation zum Thema Der empirische Charakter des deutschen Strafrechts promoviert (veröffentlicht 1967), seine Habilitation im Fach Philosophie erfolgte 1970 an der Universität München, wobei er sein 1969 veröffentlichtes Werk Die Philosophie der normalen Sprache zugrunde legte. Inspiriert wurde er dabei vor allem durch die Ordinary Language Philosophy und hierbei u. a. von Gilbert Ryle.
Von Savigny erhielt mehrere Gastprofessuren: 1971/1972 in Trier für Logik und Wissenschaftstheorie; 1975 in Salzburg für Philosophie und Sprachwissenschaft. In den Jahren 1970 bis 1975 war er Mitglied im Planungsausschuss der Universität München, von 1973 bis 1979 im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie von 1975 bis 1980 im Deutschen Wissenschaftsrat. 1977 wurde er auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Bielefeld berufen und war in den folgenden Jahren prägend für den qualitativen Standard der dortigen Philosophie-Abteilung. Von 1981 bis 1984 war er Mitglied des Senats der Universität Bielefeld, im Akademischen Jahr 1982/83 Dekan der Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie. Im Akademischen Jahr 1988/1989 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Von Savigny war gewählter Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Systematische Philosophie von 1992 bis 2000 sowie Vorsitzender des Ausschusses für Systematische Philosophie in den Jahren 1996 bis 2000. 2006 wurde er emeritiert.
Eike von Savigny war seit 1965 verheiratet. Der Ehe entstammten zwei Kinder.
Werk
Während zunächst in den Werken von Savignys noch Fragen des Strafrechts im Mittelpunkt standen, wandte er sich bald, von der Philosophie Wittgensteins beeinflusst, Fragen der Sprachlogik und der philosophischen Hintergründe sprachlicher Aussagen, Definitionen und Bedeutungen zu.[2] Damit ist er der von Wittgenstein begründeten Analytischen Philosophie zuzurechnen. Zuletzt verfasste er vor allem Artikel über Wittgensteins Spätphilosophie. Von Savigny hegte besonderes Interesse an einer guten Lehre und gründete das virtuelle Lehrbuchnetz.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Philosophie der normalen Sprache. 1969
- Analytische Philosophie. 1970
- Fachsprache – Umgangssprache. 1975
- Probleme der sprachlichen Bedeutung. 1976
- Die Signalsprache der Autofahrer. Dtv, München 1980, ISBN 3-423-04358-X
- Zum Begriff der Sprache. 1983
- Grundkurs im wissenschaftlichen Definieren, 2. Aufl. München 1971
- Grundkurs im logischen Schließen. Übungen zum Selbststudium, 2. verbesserte Auflage. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1984, ISBN 3-525-33502-4
- Wittgensteins „Philosophische Untersuchungen“. 2 Bände. 1988/1989
- Der Mensch als Mitmensch. 1996
Weblinks
- Literatur von und über Eike von Savigny im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Eike von Savigny: Bedeutung, Sprachspiel, Lebensform (Wittgenstein-Studien; 1995; Volltext; Archiv-Version vom 28. Juli 2020)
Einzelnachweise
- ↑ Traueranzeige Eike von Savigny. In: SZ Gedenken. 24. Dezember 2025, abgerufen am 27. Dezember 2025.
- ↑ Exemplarisch: Eike von Savigny: Wie Sprecher Ausdrücke meinen. In: Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. Hrsg. von Eike von Savigny, Berlin, Akademie Verlag, 2011, S. 75–90.