Willi Wörle
Wilhelm Wörle (* 16. März 1900 in Augsburg; † 13. August 1944 in Berlin-Charlottenburg[1]) war ein deutscher Opernsänger (Tenor).
Leben und Wirken
Wörle begann seine Karriere 1924 am Stadttheater Ulm und wechselte 1925 an das Stadttheater Cottbus. Von 1926 bis 1929 sang er an den Städtischen Bühnen Breslau. Von 1930 bis 1933 war er Mitglied des Frankfurter Opernhauses.
Ab Herbst 1933 bis zu seinem Tod 1944 wirkte er am Deutschen Opernhaus in Berlin. Hier sang er Partien wie den Turiddu (Cavalleria rusticana), Cavaradossi (Tosca), Nureddin (Der Barbier von Bagdad), Walter (Die Meistersinger von Nürnberg), Eisenstein (Die Fledermaus), Johnson (Das Mädchen aus dem goldenen Westen) und den Lohengrin. Ab dem Ende der 1930er Jahre trat er krankheitsbedingt zunehmend in kleineren Partien auf.[2]
Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Dresden (1927) und Wien (1927, 1929), 1930 nach Amsterdam (Die Fledermaus unter Bruno Walter), an die Pariser Grand Opéra und an die Covent Garden Oper London (1930/31) sowie 1934 an das Teatro Colón in Buenos Aires.
Wörles erste Ehefrau Hedwig starb 1927 bei einem Bootsunfall im Bodensee.[3] Er war in zweiter Ehe verheiratet mit Hildegard Wörle, geb. Korn (* 1897/98).
Willi Wörle starb im Alter von 44 Jahren in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg an den Folgen eines Herzinfarkts.
Ehrungen
- 1937 Kammersänger (Verleihung durch Adolf Hitler, der anlässlich des Jahrestages der Machtergreifung 1937 mehrere Künstler mit Titeln auszeichnete[4])
Tondokumente
Schellackplatten:
Carl Lindström-AG. Aufgenommen in Berlin, Studio Schlesische Straße, am 26. Februar 1931.
Orchesterbegleitung. Dirigent: Frieder Weissmann
- Zar und Zimmermann (Lortzing): Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen. Odeon O-11428 (Matrizennummer: Be 9396)
- Der Troubadour (Verdi): Daß nur für mich dein Herz erbebt. Odeon O-11428 (Be 9397)
Deutsche Grammophon-Gesellschaft. Berlin, Studio Lützowstraße, Herbst 1933.
Orchesterbegleitung.
- Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise. Serenade aus dem gleichnamigen Tonfilm (Musik: Will Meisel). Grammophon 10057 (5518 ½ BD)
- Morgen ist wieder Sonnenschein. Tanzlied (Rudolf Sieczyński). Grammophon 10057 (5519 ½ BD)
Orchesterbegleitung. Dirigent: Walter Schütze
- Was wäre die Welt ohne Liebe und Wein. Aus dem Tonfilm: Der Traum vom Rhein (Ludwig Schmidseder). Grammophon 10073 (5581 ½ BD)
- Sternennacht. Serenata op. 69 (Giulio de Micheli). Grammophon 10073 (5582 BD 8)
- Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise. Serenade aus dem gleichnamigen Tonfilm (Will Meisel). Grammophon 10085 (5583 BD)
- Morgen ist wieder Sonnenschein. Tanzlied (Rudolf Sieczyński). Grammophon 10085 (5584 BD 8)
Telefunkenplatte. Berlin, Singakademie, 14. Februar 1934.
Chor der Städtischen Oper Berlin, Berliner Philharmoniker. Dirigent: Wilhelm Franz Reuss
- Der Vogelhändler (Zeller): Querschnitt, Teil 1 + 2. Mit Anita Gura und Anni Frind (Sopran). Telefunken E 1614 (019600/01)
Rundfunkaufnahmen:
- Der Bajazzo (Leoncavallo): Auszüge. Partie des Canio. Mit Elisabeth Kandt, Robert vom Scheidt und Hermann Schramm. Orchester des Frankfurter Opernhauses unter Helmut Seydelmann. (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG (SÜWRAG), 21. Oktober 1930)
- Gianni Schicchi (Puccini): Auszüge. Partie des Rinuccio. Mit Robert vom Scheidt, Magda Spiegel, Paul Reinecke, Benno Ziegler u. a. Frankfurter Funkorchester, Dirigent: Hans Rosbaud. (SÜWRAG, 28. Juli 1932)
- Robert der Teufel (Meyerbeer): Auszüge. Partie des Robert. Mit Erna Sack und Alexander Kipnis. Frankfurter Funkorchester, Dirigent: Hans Rosbaud (SÜWRAG, 26. November 1932)
- Spiel um die Fledermaus: Rosenmontag in der Städtischen Oper und im Funkhaus – Rund um die Operette von Johann Strauß. Partie des Eisenstein. Mit Erna Berger, Margret Pfahl, Hans Fidesser, Gerhard Hüsch, Hans Reinmar, Harry Steier u. a. Orchester der Städtischen Oper Berlin, Dirigent: Hanns Udo Müller. (Funk-Stunde Berlin, 12. Februar 1934).[5]
Literatur
- Wörle, Willi in: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände). S. 5085
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Standesamt Berlin-Charlottenburg, Sterbeurkunde Nr. 2883 vom 14. August 1944
- ↑ Detlef Meyer zu Heringdorf: Das Charlottenburger Opernhaus von 1912 bis 1961. Dissertation. Deutsche Oper Berlin 1988, ISBN 3-926412-07-0. S. 689
- ↑ Harburger Tageblatt vom 22. Juli 1927, S. 8
- ↑ Auszeichnung namhafter Künstler. In: Der Freiheitskampf vom 30. Januar 1937, S. 2.
- ↑ Schallaufnahmen der deutschen Rundfunkgesellschaften, 1929/1931, 1932, 1929 bis 1936. Hesse, Berlin