Wilhelm von Wymetal (Musikkritiker)

Wilhelm August Julius von Wymetal (* 17. Dezember 1878 in Wien;[1]4. September 1929) war ein österreichischer Jurist, Musikschriftsteller und Kulturorganisator.

Leben

Wymetal kam am 17. Dezember 1878 in der Wassergasse 5 in Wien-Erdberg auf die Welt und wurde am 5. Jänner 1879 getauft.[1] Sein Vater Josef war Postbeamter („Post-Offizial“), Sohn von Franz Ritter von Wymetal und Anna von Wymetal (geb. Kainizka recte Kainsky?).[1] Seine Mutter war Henriette Josefa Anna von Wymetal (geb. Kalinka). Er hatte einen Bruder, Franz von Wymetal. Am 23. Juni 1909 heiratete er in Grinzing Hedwig Kurzweil (18. Oktober 1881 in Pusta Orlovnjak – 1960).[2] Der gemeinsame Sohn Konrad wurde am 10. Dezember 1911 geboren und starb am 14. Juli 1981. Das Familiengrab befindet sich auf dem Grinzinger Friedhof.

Beruflich war Wymetal als Jurist tätig, unter anderem als Generalsekretär des Vereines der Österreichisch-Ungarischen Papierfabrikanten sowie als Sekretär des Vereines der Baumwollspinnereien. Er engagierte sich im Österreichischen Werkbund, dem er als Vorstandsmitglied angehörte, und war in der Volksbildung aktiv. Zeitweise war er Leiter der Kunst- und Bildungsstelle der Großdeutschen Partei.

Als Musikliebhaber und -kritiker gründete er 1903 gemeinsam mit Felix Fischer (1879–1944)[3] und Paul Stefan den Ansorge-Verein, der sich anfänglich der Pflege des Werkes des Pianisten und Komponisten Conrad Ansorge widmete, schon bald aber zu einem wesentlichen Ort zeitgenössischer Musik in Wien wurde. Daneben war er als Schriftsteller und Journalist tätig.

Er hatte einen gleichnamigen Cousin (sie teilen die Großeltern Franz Wymetal und Anna geb. Kainsky), den Regisseur Wilhelm Ritter von Wymetal.

In Lieutenant Gustl benutze Arthur Schnitzler den Namen „Wymetal“: „Meiner Seel’, das sollt’ ich hinterlassen, daß sich der Kopetzky – oder der Wymetal an meinerstatt mit dem Kerl schlagen … ah, so leicht sollt’ der doch nicht davonkommen! –“ Dafür bedankte sich Wymetal bei Schnitzler.[4]

Literatur

  • Eike Rathgeber, Christian Heitler und Manuela Schwartz: Conrad Ansorge 1862–1930. Ein Pianist des Fin de siècle in Berlin und Wien, Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte, 12 (Böhlau Verlag, 2017), ISBN 978-3-205-20307-0

Einzelnachweise

  1. a b c Taufbuch - 01-24 | 03., Erdberg, St. Peter und Paul | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 26. November 2025.
  2. Trauungsbuch - 02-05 | 19., Grinzing | Wien/Niederösterreich (Osten): Rk. Erzdiözese Wien | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 26. November 2025.
  3. Intimes Theater (Praterstraße 34) im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  4. Arthur Schnitzler: Tagebucheintrag zum Mittwoch, 13. April 1904. In: Tagebuch (Schnitzler). 13. April 1904 (oeaw.ac.at [abgerufen am 26. November 2025]).