Wilhelm Winkler (Maler, 1867)
Wilhelm Winkler (* 21. Juni 1867 in Idstein; † 11. April 1940 ebenda) war ein deutscher Zeichenlehrer und Maler von Stillleben, Porträts, Landschafts-, Architektur- und Tierbildern, zu dessen Leben und Werk nur fragmentarische Informationen vorliegen.
Leben und Werk
Wilhelm Winkler entstammte der 1824 nach Idstein gezogenen Familie des Tünchermeisters Johann Winkler.[1] Er studierte an der Kunstakademie Berlin bei Arthur Lewin-Funcke, an der Kunstakademie München und mit einem Stipendium an der badischen Kunstakademie Karlsruhe.[2][3][4] In Berlin war er während seiner Ausbildung 1887 bereits als Hilfslehrer tätig.[5]
Anschließend kehrte er in seine Heimatstadt zurück und trat 1890 an der Staatlichen Baugewerkschule eine Stelle als Zeichenlehrer an, die er bis 1893 innehatte. 1893 reiste er als Mitarbeiter von Professor Karl Hoffacker von der Königlichen Kunstschule Berlin in die Vereinigten Staaten nach Chicago, um auf der World’s Columbian Exposition, der Weltausstellung von 1893, das „Deutsche Haus“ künstlerisch auszustatten. In den Jahren 1895/96 war er für die Berliner Gewerbeausstellung von 1896 tätig. Von 1899 bis zu seiner Pensionierung 1932 war dann wieder als Zeichenlehrer an der Baugewerkschule in Idstein angestellt.[2][3][4]
Neben seinem Beruf malte Wilhelm Winkler vor allem heimat- und naturverbundene Werke wie Landschaften und Tiere. Daneben war er als Maler von Stillleben und Porträts tätig und entwarf Idsteiner Ansichtspostkarten.[3][4] Für das Jahr 1905 ist ein Aufenthalt von Wilhelm Winkler auf der vor der Küste von Rügen liegenden Insel Vilm belegt. Dem Malerlexikon. Maler auf den Inseln sind jedoch keine daraus resultierenden Werke bekannt.[6] Kontakte zu dem seit 1910 ebenfalls in Idstein lebenden Maler Ernst Toepfer sind anzunehmen, aber nicht nachweisbar.[7] Anlässlich der 60-Jahr-Feier der Staatlichen Baugewerkschule in Idstein widmete ihm die Schule 1929 eine umfassende Ausstellung seiner Werke. Ende der 1930er Jahre erblindete Wilhelm Winkler und starb 1940 in seiner Heimatstadt Idstein.[3][4]
Von seinen Werken sind nur wenige Bilder verstreut in der Literatur überliefert. Eine Stadtansicht von Idstein aus dem Jahr 1894 hat der Geschichtsverein Idstein – einer der sieben Zweigvereine des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung – 2008 im Kunsthandel erworben und der Stadt Idstein als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Das Bild wurde im Rathaus Idstein im Sitzungszimmer des Magistrats aufgehängt.[8]
Werke (Auswahl)
Literatur
- Winkler, Wilhelm. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 36: Wilhelmy–Zyzywi. E. A. Seemann, Leipzig 1947, S. 68 (biblos.pk.edu.pl).
- Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4, S. 877, Nr. 4790.
- Wolfgang Hammerschmidt: Idsteiner Persönlichkeiten. In: Magistrat der Stadt Idstein (Hrsg.): Idstein. Geschichte und Gegenwart. Idstein 1987 (ohne ISBN), S. 273–285.
Weblinks
- Malerlexikon. Maler auf den Inseln, bei insularugia.de, abgerufen am 19. Dezember 2025
Einzelnachweise
- ↑ Christel Lentz: Die „Beltzeck“ – ein verschwundenes Stadtviertel in Idstein. In: Wiesbadener Kurier. 18. April 2002 (Online-Version (kostenpflichtig))
- ↑ a b Winkler, Wilhelm. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 36: Wilhelmy–Zyzywi. E. A. Seemann, Leipzig 1947, S. 68 (biblos.pk.edu.pl).
- ↑ a b c d Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. S. 877, Nr. 4790
- ↑ a b c d Hammerschmidt: Idsteiner Persönlichkeiten. S. 284f.
- ↑ Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. Die Lehrenden an den Vorgängerinstitutionen der Universität der Künste Berlin – ein Katalog. Schriften aus dem Archiv der UdK Berlin Band 17, Eigendruck der Universität der Künste Berlin, Berlin 2024, ISBN 978-3-89462-398-2, S. 87 (Online-Version als PDF)
- ↑ Malerlexikon. Maler auf den Inseln, bei insularugia.de
- ↑ vgl. Christel Lentz; Gerhard Lampe: Der Maler Ernst Toepfer: Leben und Werk. hrsg. von Magistrat der Stadt Idstein, Idstein 2002, ISBN 3-00-009459-8.
- ↑ Christel Lentz: Geschichtsverein Idstein (Rechenschaftsbericht 2008). In: Nassauische Annalen Band 120, Verlag des Vereines für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung 2009, ISSN 0077-2887, S. 823f.
- ↑ Das Gemälde von Wilhelm Winkler, auf Website geschichtsverein-idstein.de
- ↑ Wilhelm Winkler (1867), Eintrag auf Auktionsplattform invaluable.com