Wichard Friedrich von Bredow
Wichard Friedrich von Bredow (geb. 8. August 1659 in Friesack; gest. 14. Januar 1710 ebenda) war ein preußischer Rittmeister und brandenburgischer Landrat.
Leben
Herkunft
Wichard Friedrich von Bredow war Angehöriger des mittelmärkischen Adelsgeschlechts Bredow. Sein ältester direkter Vorfahre war der Ritter Peter von Bredow, Kammermeister[1] und Herr auf Friesack.
Wichard Friedrich von Bredow war des jüngste Sohn des Hans Christoph I. von Bredow (1623–1691), brandenburgischer Kriegskommissar und Stammvater der Friesacker Linie der Familie, und dessen Ehefrau (⚭ 1645) Barbara Dorothea (1622–1678), geb. von Görne aus dem Hause Plaue zu Schloss Plaue.
Sein Vater, der sich auch als pragmatischer Bauherr vor Ort bewies,[2] wurde nach dem Tod seines Onkels Alleinerbe der Familiengüter, konnte auch verloren gegangene zurückkaufen und letztlich nahezu alle anderen Bredow’schen Stammgüter des Ländchens Friesack zurück erwerben.
Werdegang
Wichard Friedrich von Bredow absolvierte zunächst ein Studium und blieb dann für längere Zeit beim Militär, wo er bis zum Rang eines Rittmeisters aufstieg. 1686 war er als Cornet im Regiment zu Pferde v. Strauß.[3] Im Jahr 1695 ließ er auf der Burg Friesack auf alten Fundamenten eines zuvor abgerissenen Gebäudes ein neues Wohnhaus erbauen.[4] Im Havelländischen Kreis amtierte er als Landrat, Beginn und Ende seiner Amtszeit sind nicht überliefert.
Er war neben Friesack auch Herr auf Damm, Briesen und Vietznitz. Sein ausführlicher Lebensbericht ist in einer Leichenpredigt in der Kirchengemeinde Friesack hinterlegt.[5]
Familie
Wichard Friedrich von Bredow war nach der Familienchronik zweimal verheiratet, zuerst mit Marie Elisabeth von Görne-Plaue. Aus dieser Beziehung stammte die Tochter Sabine Elisabeth (I), wie die Mutter 1702 verstorben. Am 6. September 1701 heiratete er dann in Berlin Marie Magdalene von Sommerfeld und Falkenhayn (1680–1759) aus Jakobsdorf. Das Ehepaar hatte mehrere Töchter, u. a. Sophie Magdalene, verheiratet mit Friedrich Sigismund von Zedlitz-Leipe, und Friederike Charlotte. Die Tochter Sabine Elisabeth (II) ehelichte Claus Ernst von Platen (1693–1733), preuß. Regierungsrat, Domherr zu Magdeburg und Domsenior zu Havelberg.[6] Die Platentochter Luise Ernestine wurde die Ehefrau des Joachim IV. von Alvensleben und so Mutter des Johann Ernst von Alvensleben und Großmutter des Ministers Graf Albrecht von Alvensleben. Zwei Söhne, Georg Ernst und Christoph Wichard Friedrich, aus der zweiten Ehe des Wichard Friedrich von Bredow waren früh verstorben.
Literatur
- George Adalbert von Mülverstedt: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Grossen Kurfürsten. Verlag von G. Baensch jun., Magdeburg 1888, S. 700.
- Geschichte des Geschlechts v. Bredow. Band I/I (Theil I. Abtheilung I), Hrsg. Geschlechtsgenossen/Familienverband. Buchdruckerei des Waisenhauses (Franckesche Stiftungen), Halle/Saale 1885, S. 334 f-No. 150. Tafel IV. S. 343. (No. 156-Tochter).
- George Adalbert von Mülverstedt: Sammlung von Ehestiftungen und Leibgedingsbriefen ritterschaftlicher Geschlechter der Provinzen Sachsen, Brandenburg, Pommern und Preussen. Verlag G. Baensch jun., Magdeburg 1863, S. 269.
Weblinks
- CompGen e.V.- Berlin (Hrsg.): Thomas von Ryssel: Wichard Friedrich, Bredow von. In: Gedbas.Genealogy.net. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1903. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1902, S. 193 f.
- ↑ Paul Eichholz, Willy Spatz: Die Kunstdenkmäler des Kreises Westhavelland. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band II, Teil 1, Gesamtleitung Theodor Goecke, Hrsg. Brandenburgischer Provinzialverband, Voss-Buchhandlung, Berlin 1913, S. 31.
- ↑ George Adalbert von Mülverstedt: Die brandenburgische Kriegsmacht unter dem Grossen Kurfürsten. Verlag Baensch jun., Magdeburg 1888, S. 700.
- ↑ GB-Teil-Digitalisat, In: Almut Andreae, Udo Geiseler (Hrsg.): Die Herrenhäuser des Havellandes eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Katalog. Lukas Verlag, Berlin 2001, S. 121 f. ISBN 978-3-931836-59-7, S. 121 f.
- ↑ Leichenpredigt von Pastor Joachim Christian Fleischer-Friesack.
- ↑ Vgl. Benjamin Schmolck: Rosen Nach den Dornen, Oder: Derer im Herrn Entschlaffenen Erlangte Freude Nach dem Leide In einigen Begräbniß-Liedern. Der Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Sabina Elisabeth verwittibten Frauen von Platen/geb. von Bredow/Des weyl. Hochwürdigen und Hochwohlgebohrnen Herrn, Herrn Claus Ernst von Platen/Sr. Königl. Maj. in Preussen Hochbestalten Geheimen- und Regierungs-Rath im Herzogthum Magdeburg, auch Dom-Herrns zu Magdeburg. Joh. Jacob Korn, Breslau 1735, S. 1–3.