Sommerfeld (schlesisches Adelsgeschlecht)

Die Herren von Sommerfeld(t) später Sommerfeld und Fal(c)kenhayn sind ein schlesisches Uradelsgeschlecht. Sie sind zu unterscheiden von anderen adligen und briefadligen Geschlechtern von Sommerfeld.

Geschichte

Der Historiker Johannes Sinapius berichtete von einer Teilnahme der Sommerfeld bereits in der Schlacht bei Liegnitz 1241. Der Lyriker Hans Aßmann von Abschatz zählte die von Sommerfeld zur alten schlesischen Ritterschaft. Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich am 6. Mai 1294 mit Gottfried von Sommerfeld (Gotfrit von Sumirvelt) im Gefolge des Herzogs Heinrich V. von Schlesien.[1] Nachkommen sind u. a. Volprecht von Sumervelt (1319), Luthold von Zomirvelt auf Mukerau (1337), Franzko von Somirvelt (1364), Wenzlaw von Sommerfeld (1410), Jeronimus von Sommerfeld (1454), Kuntze von Sommerfeld und Hans von Sommerfeld (1470), Hans Ernst von Sommerfeld (um 1520), Franz I von Sommerfeld auf Alzenau (um 1550). Die Familie war später vor allem in den Weichbildern Schweidnitz und Neumarkt begütert. Die hier beschriebene Stammreihe beginnt mit Christoph von Sommerfeld (verm. 1550 - 1594), urkundlich von 1582 bis 1594, Herr auf Alt-Warthau bei Bunzlau. Ein Zweig gab sich nach seinem Gut bei Neumarkt den Namen von Sommerfeld und Falkenhayn, 1556 auch das gesamte Geschlecht. Einer seiner Söhne, Ernst von Sommerfeld und Falkenhayn († 1614), Besitzer von Oberbellmannsdorf, starb als Vogt des Klosters St. Marienthal. Ende des 17. Jahrhunderts erscheinen die Brüder Christoph Heinrich von Sommerfeld und Falkenhayn, 1688 kaiserlicher Kapitän bei der Belagerung von Belgrad, ebenso Ernst Abraham von Sommerfeld und Falkenhayn (4.12.1649 – 10.10.1691), kaiserlicher Oberstleutnant († 1691 in Peterwardein, Nähe Belgrad) sowie Franz Albrecht von Sommerfeld und Falkenhayn (10.8.1651 – 28.12.1691 in Alzenau) auf Schmochwitz, Grunau Mittelarnsdorf und Jakobsdorf, Obersteuereinnehmer des Fürstentums Liegnitz. Christoph Ernst von Sommerfeld und Falkenhayn auf Hundorf[2], diente 1715 als Oberlandschreiber der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer. Aus einem anderen Zweig der Familie Franz Albrecht von Sommerfeld (20.3.1683 – 5.2.1735) auf Jakobsdorf als königlich-böhmischer Mannrechtsbesitzer. Im 19. Jahrhundert standen mehrere Sprossen in der Preußischen Armee, so der Generalleutnant Alwiel von Sommerfeld und Falkenhayn (17.11.1824 in Königsberg - 16.7.1905 in Warmbrunn), Sohn des Hauptmanns Rudolf Johann Friedrich von Sommerfeld und Falkenhayn (3.8.1787 in Linderode - 16.12.1839 in Löbau). Namensträger existieren noch heute.

Besitzungen (Auswahl)

Wappen

Blasonierung: In Blau drei rechtshin übereinander liegende silberne Fische. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein gestürzter silberner Fisch.

Bekannte Familienmitglieder

  • Allwiel von Sommerfeld und Falkenhayn (1824–1905), preußischer Generalleutnant
  • Christoph Ernst von Sommerfeld und Falkenhayn (1679–1743), schlesischer Landschreiber und Landeshauptmann
  • Ernst Abraham von Sommerfeld und Falkenhayn († 1690), kaiserlicher Oberstleutnant
  • Ernst Wilhelm Leopold von Sommerfeld (1758–1825), preußischer Landrat des Kreises Schwiebus
  • Friedrich Wilhelm von Sommerfeld (1724–1796), Gutsherr und preußischer Landrat des Kreises Schwiebus[3]
  • Karl von Sommerfeld und Falkenhayn (1864–1926), preußischer Generalmajor
  • Konstantin von Sommerfeld und Falkenhayn, preußischer Generalmajor

Literatur

Commons: Sommerfeld (schlesisches Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Colmar Grünhagen und Hermann Markgraf: Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens und seiner einzelnen Fürstenthümer im Mittelalter / 2, Leipzig 1883, S. 7.
  2. vermutlich Polnisch Hundorf im Weichbild bzw. späteren Kreis Schönau
  3. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. Erster Band, Justus Perthes, Gotha 1907 in der Google-Buchsuche S. 729