Westumfahrung Zürich
| Westumfahrung Zürich | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Karte | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betreiber: | Bundesamt für Strassen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gesamtlänge: | 15,3 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karte der Westumfahrung von Zürich | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Straßenverlauf
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Die Westumfahrung Zürichs ist ein Teil des Schweizer Nationalstrassennetzes. Sie führt den Transitverkehr westlich um die Stadt Zürich herum und verbindet die Autobahnen A1, A3 und A4 miteinander. Die Westumfahrung, die sich von der Verzweigung Limmattal bis zur Verzweigung Zürich-Süd erstreckt, trug ursprünglich zusammen mit der Nordumfahrung die Bezeichnung N1c,[1] später N20,[2] gilt aber heute als Abschnitt der N3.[3]
Der Abschnitt Verzweigung Limmattal–Urdorf-Süd wurde bereits 1987 in Betrieb genommen,[4] weshalb der Begriff der Westumfahrung teilweise auch nur für den in Zusammenhang mit der A4 gebauten zweiten Abschnitt Urdorf-Süd–Verzweigung Zürich Süd verwendet wurde.[5] Die Schlüsselbauwerke der Westumfahrung sind der Uetlibergtunnel und die Verzweigung Zürich-West.
Geschichte
Die Westumfahrung war bereits im kantonalen Programm der Hochleistungsstrassen von 1964 enthalten und wurde im Juni 1971 von der Bundesversammlung in das Nationalstrassennetz aufgenommen. Das Ziel bestand darin, den Transitverkehr aus dem Stadtzentrum von Zürich fernzuhalten und die stark belastete Westtangente zu entlasten. Ein erstes Projekt wurde im Dezember 1972 vom Zürcher Regierungsrat genehmigt. Es wurde jedoch 1974 überarbeitet. Dabei wurden die Anschlussbauwerke vereinfacht, der Eingriff ins Landschaftsbild verringert und der Lärmschutz für die Wohngebiete verbessert wurde.[6] Die Bauarbeiten für die Umfahrung Urdorf, die den Abschnitt Verzweigung Limmattal–Urdorf Süd umfasst, begannen 1978,[7] die Eröffnung fand im September 1987 statt.[4] Der Bau der Umfahrung Birmensdorf, die den Abschnitt zwischen den Anschlüssen Urdorf Süd und Birmensdorf umfasst, begannen 1982.[7]
Der Baubeginn des restlichen Abschnitts bis zur Verzweigung Zürich-Süd verzögerte sich, weil die Planungsarbeiten unterbrochen wurden bis die Notwendigkeit der N4-Abschnitts Knonau–Wettswil durch eine ausserparlamentarische Kommission unter der Leitung von Walter Biel überprüft worden war. Deren Bericht stand im Sommer 1982 zur Verfügung.[8] Nachdem die eidgenössischen Räte 1986 entschieden hatten, dass die N4 im Nationalstrassennetz verbleibt, genehmigt der Bundesrat wurde 1988 das generelle Projekt für die Umfahrung von Birmensdorf, den Uetlibergtunnel und die Verzweigung Zürich-Süd. Das Ausführungsprojekt wurde 1993 durch den Regierungsrat genehmigt nachdem über 290 Einsprachen bearbeitet und teilweise berücksichtigt worden waren.[9] Es folgten anschliessend eine Verwaltungsgerichtsbeschwerden der Stadt Zürich und von Umweltschutzverbänden. Diese wurden jedoch im April 1996 vom Bundesgericht abgewiesen, sodass das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement (EVED) im Juli 1996 das Ausfürhungsprojekt bewilligte und der Bau im September des gleichen Jahres begann.[7] Im Juli 2006 wurde die Umfahrung Birmensdorf eröffnet,[10] im April 2009 der Abschnitt Anschuss Birmesndorf–Zürich-Süd.[11]
| Teilstück | Eröffnungsjahr | Länge (km) |
|---|---|---|
| Verzweigung Limmattal–Urdorf Süd (Umfahrung Urdorf) |
1987 | 4,5 |
| Urdorf Süd–Birmensdorf (Umfahrung Birmendorf) |
2006 | 2,9 |
| Birmensdorf–Verzweigung Zürich-Süd | 2009 | 7,7 |
Bauwerke
Verzweigung Limmattal
Die Verzweigung Limmattal, auch Limmattalerkreuz genannt, liegt im Westen der Stadt Zürich auf dem Gemeindegebiet von Weinigen und Unterengstringen. Sie bildet die Verknüpfung zwischen der Autobahn durchs Limmattal und der Nord- und Westumfahrung der Stadt. Der grösste Verkehrsfluss ist vom Limmattal in Richtung Süden. Das Kreuz ist als Mischform aus Malteserkreuz und Windmühle gebaut.
Limmatbrücke Dietikon
Die 550 m lange Limmatbrücke überspannt das gesamte Limmattal zwischen der Verzweigung Limattal und dem Anschluss Urdorf-Nord. Sie ist als 16-feldrige Spannbetonbrücke ausgeführt. Die Brücke aus dem Jahr 1983 wurde zwischen Februar 2022 und Frühjahr 2024 umfassend saniert.[12]
Honerettunnel
Der 440 Meter lange Honerettunnel, früher Tunnel Niederurdorf,[4] wurde hauptsächlich aus Lärmschutzgründen gebaut. Er verläuft entlang der Ostflanke des bewaldeten Hügels Honeret und ist Teil der Umfahrung Urdorf. Der Bau erfolgte im Tagebau mit zwei Schalwagen.
Eggraintunnel
Der 500 Meter lange Eggraintunnel war der erste Tunnel des zweiten Abschnitts der Westumfahrung, der durchschlagen wurde. Sein südliches Portal mündet direkt in die Reppischtalbrücke. Die Strassen des Halbanschlusses Uitikon führen mit zwei einspurigen Tunneln ebenfalls durch den bewaldeten Hügel Egg südlich von Urdorf. Die Tunnel werden nach dem angrenzenden Industriegebiet als Ein- und Ausfahrtstunnel Ristet bezeichnet. Der Einfahrtunnel Ristet überquert beide Röhren des Eggraintunnels in einem minimalen Abstand von weniger als einem Meter.[13]
Reppischtalbrücke
Die 220 Meter lange Reppischtalbrücke besteht aus zwei Einzelbrücken, die das Tal in 20 Meter Höhe überqueren. Am Südende sind sie miteinander verbunden. Neben der Ein- und Ausfahrt des Halbanschlusses Uitikon befindet sich auf der Südseite auch eine Notüberfahrt zwischen den Fahrspuren beider Richtungen.[14] Die Brücken münden nördlich in den Eggraintunnel und südlich in den Hafnerbergtunnel.
Hafnerbergtunnel
Der knapp 1,4 Kilometer lange Hafnerbergtunnel der Umfahrung Birmensdorf befindet sich vollständig im Molassenfels, der aus Sandstein und Mergel besteht.[14] Er wurde hauptsächlich vom Reppischtal aus im Sprengvortrieb erstellt. Baubeginn war im März 2000, die erste Röhre wurde im Juni 2001 durchschlagen.[15] Das Nordportal des Tunnels schliesst direkt an die Reppischtalbrücke an, das Südportal an die Lunnerentalbrücke. Im Tunnel befindet sich die Ausfahrt des Anschlusses Birmensdorf für die Fahrspur in Richtung Luzern.
Lunnerentalbrücke
Das Lunnerental wird mit einer 140 Meter langen Zwillingsbrücke überquert. Auf der Brücke befinden sich die Auffahrten des Anschlusses Birmensdorf, die Ausfahrten befinden sich hingegen in den anschließenden Tunneln. Im Norden schliesst die Brücke an den Hafnerbergtunnel an, im Süden an den Aeschertunnel. Im südlichen Teil der Brücke befindet sich eine Notüberfahrt zwischen den Fahrspuren beider Richtungen.
Aeschertunnel
Der knapp 2,2 Kilometer lange Aeschertunnel liegt je zur Hälfte im Molassenfels und im Lockergestein. Er wurde hauptsächlich von Osten her im Sprengvortrieb erstellt, wobei im Lockergestein der Schildvortrieb nach der belgischen Bauweise angewandt wurde. Die Baukosten betrugen 535 Mio. CHF.[16]
Verzweigung Zürich-West
Das Autobahndreieck in der Filderen-Ebene bei Wettswil am Albis verbindet die Autobahn A4 mit der Westumfahrung. Die Fahrbahnen des in Y-Form gebauten Dreiecks verlaufen aus Lärmschutzgründen in künstlich angelegten Einschnitten. In das Bauwerk ist der Anschluss Wettswil integriert.
Uetlibergtunnel
Der 4,4 km lange Uetlibergtunnel ist das Schlüsselbauwerk der Westumfahrung. Er verbindet die Verzweigung Zürich-West mit der Verzweigung Zürich-Süd, indem er den Ettenberg und den Uetliberg unterquert. Im dazwischen liegenden Reppischtal, befindet sich die Lüftungszentrale des Tunnels. Die Strecken untern den Hügelzügen wurden mit einer Tunnelvortriebsmaschine ausgebrochen, der Abschnitt im Reppischtal wurde im Tagebau erstellt.
Verzweigung Zürich-Süd
Das Autobahndreieck in Y-Form liegt im Naherholungsgebiet Bruna im Quartier Wollishofen der Stadt Zürich. Es verbindet die Westumfahrung mit der Sihlhochstrasse und der A3 entlang des Zürichsees. Das Bauwerk besteht aus zwei Y-förmigen Brücken, die in zwei verschiedenen Ebenen über die Sihl führen.[17]
Literatur
- Westumfahrung Zürich. In: Tec21. Nr. 21, 2009 (e-periodica.ch).
- Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über die Ergänzung des Nationalstrassennetzes durch eine nördliche und westliche Autobahnumfahrung der Stadt Zürich. In: Bundesblatt. 123 Jg. Band II, Nr. 51. Bern 25. November 1970, S. 1533–1547 (admin.ch [PDF]).
Weblinks
- Westumfahrung Zürich. Baufakultät ETH Zürich, abgerufen am 2. Oktober 2025.
Einzelnachweise
- ↑ Bundesbeschluss über die Ergänzung des Nationalstrassennetzes durch eine nördliche und westliche Autobahnumfahrung der Stadt Zürich. In: Bundesblatt. 123 Jg. Band II, Nr. 51. Bern 25. November 1970, S. 1548 (admin.ch [PDF]).}}
- ↑ Ein reduziertes Projekt für die Nord- und Westumfahrung Zürichs. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 92, Nr. 23, 1974, ISSN 0036-7524, S. G95, doi:10.5169/seals-72390 (e-periodica.ch [abgerufen am 26. September 2025]).
- ↑ Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz. Anhang Liste der schweizerischen Nationalstrassen. 14. September 2016 (admin.ch).
- ↑ a b c d Zürcher Westumfahrung vor der Eröffnung. In: NZZ. Nr. 216, 18. September 1987, S. 53 (e-newspaperarchives.ch).
- ↑ Westumfahrung Zürich. In: Tec21. Nr. 21, 2009 (e-periodica.ch).
- ↑ Ein reduziertes Projekt für die Nord- und Westumfahrung Zürichs. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 92, Nr. 23, 1974, ISSN 0036-7524, S. G95, doi:10.5169/seals-72390 (e-periodica.ch [abgerufen am 26. September 2025]).
- ↑ a b c Spatenstich für die Westumfahrung Zürich. In: NZZ. Nr. 214, 14. September 1996, S. 53 (e-newspaperarchives.ch).
- ↑ Überprüfung von sechs umstrittenen Nationalstrassenstrecken: Empfehlungen der Kommission Biel. In: Schweizer Ingenieur und Architekt. Band 100, Nr. 7, 1982, ISSN 1420-3367, S. 95, doi:10.5169/seals-74758 (e-periodica.ch [abgerufen am 30. September 2025]).
- ↑ Projekt für die Westumfahrung genehmigt. In: NZZ. Nr. 185, 12. August 1993, S. 37 (e-newspaperarchives.ch).
- ↑ a b Teileröffnung der Westumfahrung Zürich: Birmensdorf wird spürbar entlastet. Abgerufen am 30. September 2025.
- ↑ Westumfahrung A1-A3. In: Walliser Bote. Band 169, Nr. 94, 24. April 2009 (e-newspaperarchives.ch).
- ↑ Bundesamt für Strassen ASTRA: A3 Instandsetzung Limmatbrücke Dietikon. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ 1. Tunneldurchschlag an WestumfahrungZürich. In: Tec21. Nr. 20, 2001, S. 44 (e-periodica.ch).
- ↑ a b Westumfahrung Zürich. Baufakultät ETH Zürich, abgerufen am 2. Oktober 2025.
- ↑ Westumfahrung Zürich: Durchschlag im Hafnerbergtunnel. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Eröffnung der Westumfahrung. In: rhetorik.ch. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Walter Scherrer, Hans Vollenweider, Andreas Vogt: Das Dreieck Zürich Süd. In: Tec21. Band 135, Nr. 17, 2009, ISSN 1424-800X, S. 25–27, doi:10.5169/seals-108253 (e-periodica.ch [abgerufen am 7. Oktober 2025]).