Wenzel Matiaske

Wenzel Matiaske (* 1958 in Iserlohn) ist ein deutscher Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Betriebswirtschaftslehre.

Leben und Wirken

Nach dem Abitur studierte Matiaske von 1980 bis 1984 Soziologie, Politologie und Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg mit dem Abschluss als Diplom-Soziologe. Von 1985 bis 1986 studierte er Verwaltungswissenschaft an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer mit dem Abschluss Mag. rer. publ. (Magister der Verwaltungswissenschaften). Nach Assistententätigkeiten in Paderborn, Mainz und Berlin und nach Promotion (1991 Paderborn) und Habilitation (1999 TU Berlin) wurde er 2000 auf eine Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Personal und Organisation, an das Internationale Institut für Management (IIM) der Universität Flensburg berufen. In den Jahren 2003 bis 2006 leitete er als geschäftsführender Direktor das IIM. Ferner war er ab 2003 als kooptierter Professor für Soziologie an der Universität Flensburg tätig. Seit 2008 lehrt er als Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Leadership and Labour Relations, an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. 2024 wurde er an der HSU pensioniert. Seither vertritt er den Lehrstuhl am Institut für Personal und Arbeit. Weitere Rufe für Betriebswirtschaftslehre an die Frankfurt School of Finance & Management und die Universitäten Siegen, WU Wien und Kassel sowie für Soziologie an die Universität Duisburg-Essen.

Wenzel Matiaske war von 2007 bis 2009 Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission Personal im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre und leitet seit 2015 die Arbeitsgruppe Geschichte des VHB – Ideengeschichte der BWL[1]. Er ist ständiger Dozent am Inter University Center in Dubrovnik[2] und Mitherausgeber der Zeitschriften Industrielle Beziehungen, Management Revue und des Jahrbuch Ökonomie und Gesellschaft. Ferner ist er Mitherausgeber der Schriftenreihen Zentrum und Peripherie, Sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und Empirische Organisations- und Personalforschung.

Als Research Fellow kooperiert er mit dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).[3] Seit 2021 leitet er gemeinsam mit Carsten Schröder die Betriebserhebungen des SOEP im Rahmen des Forschungsprojektes SOEP-LEE2.[4]

Schriften (Auswahl)

  • Wertorientierungen und Führungssituation. Eine Feldstudie zum Führungsstil leitender Angestellter. Lang, Bern 1992
  • Statistische Datenanalyse mit Mikrocomputern. Eine Einführung in P-STAT und SPSS. 2. erw. Auflage, Oldenbourg, München 1996
  • Soziales Kapital in Organisationen. Eine tauschtheoretische Studie. Hampp, München/Mering 1999
  • (mit Nienhüser, W.) Effects of the ‘principle of non‐discrimination’on temporary agency work: compensation and working conditions of temporary agency workers in 15 European countries. 2006, Industrial Relations Journal, 37 (1), 64–77
  • (Hrsg. mit D. Holtmann) Leistungsvergütung im Öffentlichen Dienst. München/Mering. Hampp 2007
  • (mit I. Weller, T. Mellewigt und HC Holtom) Level and time effects of recruitment sources on early voluntary turnover. Journal of Applied Psychology, 2009, 94 (5), 1146-163
  • (Hrsg. mit T. Mellewigt und F. A. Stein) Empirische Entscheidungs- und Organisationsforschung. Ansätze, Befunde, Methoden. Physica, Heidelberg 2000, 2. Auflage Springer, Berlin 2013
  • Pourquoi pas? Rational Choice as Basic Theory for the Human Resources Management. 2017, management revue, 15(2), 249–263.
  • (Hrsg. mit S. Liebig und S. Rosenbohm, S) (2017) Handbuch Empirische Organisationsforschung. Springer, Wiesbaden 2017
  • (Hrsg. mit W. Weber) Ideengeschichte der Betriebswirtschaftslehr, Bd. I. Springer/Gabler, Wiesbaden 2018
  • (Hrsg. mit D. Sadowski) Ideengeschichte der Betriebswirtschaftslehre, Bd. II. Springer/Gaber, Wiesbaden 2022
  • (mit T. Dall Schmidt, C. Halbmeier, M. Maas, D. Holtmann, C. Schröder, T. Böhm, S. Liebig und A. S. Kritikos) SOEP-LEE2: Linking Surveys on Employees to Employers in Germany. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 2023, 244(5–6), 671–684

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. IUC 2016 Digital Working Life
  3. DIW Forschungskooperationen.
  4. [2]