Wenkheim (Werbach)

Wenkheim
Gemeinde Werbach
Koordinaten: 49° 42′ N, 9° 42′ O
Fläche: 11,93 km²
Einwohner: 695 (31. Dez. 2024)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 31. Dezember 1973
Postleitzahl: 97956
Vorwahl: 09349
Wenkheim, von Neubrunn aus kommend[1]

Wenkheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Werbach im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.[2]

Geographie

Geographische Lage

Wenkheim liegt etwa sieben Kilometer nordöstlich von Werbach im Welzbachtal. Wenkheim ist, mit nur zwei Kilometern Abstand zur bayerischen Landesgrenze, der östlichste Ort der Gemeinde. Der Ort hat 614 Einwohner (31. Dezember 2020) und ist mit 1193 Hektar der flächenmäßig größte Ortsteil der Gemeinde Werbach.

Dorfgliederung

Zur ehemaligen Gemeinde Wenkheim gehören das Dorf Wenkheim, die Höfe Neumühle, Öl- und Sägmühle, Seemühle und der Wohnplatz Siedlung Mehlen.

Wappen

Die Blasonierung des Wenkheimer Wappens lautet: In geteiltem Schild oben in Gold ein wachsender, linksblickender, rot bezungter schwarzer Adler, unten in Blau zwei goldene Rosen nebeneinander.

Schutzgebiete

In Wenkheim liegen Teile des Wasserschutzgebietes Welzbachtal (WSG-Nr. 128131), das mit einer Verordnung vom 3. Februar 2004 eingerichtet wurde und 2.442,43 ha umfasst.

Geschichte

Frühgeschichte

In Wenkheim wurde 1943 ein Flachgräberfeld der Schnurkeramiker Zeit ergraben. Ein bedeutender Fund dieser Grabung waren 17 durchbohrte Fuchszähne, die zu einer Halskette gehörten. Außerdem existieren mehrere bronzezeitliche Grabhügel.[3] Die Grabhügel im Distrikt Großer Wald wurden 1922/23 von Ernst Wahle ergraben, dabei wurden als herausragender Fund zwei Gussformen aus Talkglimmerschiefer entdeckt, welche zum damaligen Zeitpunkt die ersten derartigen Gussformen in ganz Baden waren.[4]

Mittelalter

Die erste urkundliche Erwähnung Wenkheims ist eine Urkunde Kaiser Konrads III. aus dem Jahr 1149 (Ende Juli). Darin wird Wenkheim als Wegengheim genannt. Eine weitere Erwähnung[5] Wenkheims findet sich im Codex Eberhardi in einer Auflistung der Besitzungen des Klosters Holzkirchen. Dabei handelt es sich um eine Zusammentragung von Besitzungen des Klosters Fulda die zwischen 1155 und 1163 angefertigt wurde, in der Wenkheim als Wencheim auftaucht. Zwar bezieht sich Eberhard in seinem Codex auf eine Schenkungsurkunde, die die Verschenkung des Klosters Holzkirchen an Karl den Großen im Jahr 775 festhält, in dieser Urkunde aber waren keine konkreten Besitzungen aufgelistet, sodass diese wohl erst zur Entstehungszeit des Codex zusammengetragen wurden.[6]

Es wird vermutet, dass die Herren von Wenkheim, die später in Thüringen saßen, ursprünglich aus Wenkheim stammen.[7]

Neuzeit

Ab 1625 war der Ort Bestandteil der Grafschaft Löwenstein-Wertheim. 1673 brannten die Franzosen das Wenkheimer Schloss nieder. Im Jahre 1750 brannte ein Großteil Wenkheims nieder und 1776 wurde der Ort bei einem Unwetter schwer verwüstet.[7] 1806 kam Wenkheim unter die Landeshoheit des Großherzogtums Baden.[2]

Am 31. Dezember 1973 kam Wenkheim zur Gemeinde Werbach.[8]

Religion

Christentum

In Wenkheim besteht eine römisch-katholische Pfarrgemeinde St. Maria.[9] Diese gehört zur Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach im Dekanat Tauberbischofsheim.

Die Evangelische Kirchengemeinde Wenkheim gehört zum Kirchenbezirk Wertheim.

Jüdische Gemeinde Wenkheim

Die jüdische Gemeinde Wenkheim entstand im 16. Jahrhundert. Der Ort ist für seine jüdische Geschichte bekannt, erstmals werden 1576 und 1591 Juden am Ort genannt. Neben der früheren Synagoge Wenkheim besaß die jüdische Gemeinde Wenkheim eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und den jüdischen Friedhof Wenkheim. Bei den Novemberpogromen 1938 wurde die Synagoge demoliert. Bis 1940 emigrierte über die Hälfte der jüdischen Einwohner (22 in die USA, 8 nach Palästina). Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 11 jüdischen Einwohner Wenkheims, während der Wagner-Bürckel-Aktion, in das Camp de Gurs deportiert.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

An der Wenkheimer Neumühle befindet sich eine Agrar-Niederlassung der ZG Raiffeisen, in der alle Getreidesorten sowie Raps erfasst und gelagert werden. Am Standort gibt es eine Dinkelentspelzung.[11]

Am Wiesenweg 2 findet sich der EDEKA Supermarkt[12].

In der Lindenstraße befindet sich eine der letzten Feinsattlereien Deutschlands. Das Ladenlokal befindet sich in der Hindenburgstraße. Hier werden Lederwaren des täglichen Gebrauchs sowie Lederkunsthandwerk hergestellt.[13]

Sport

Im Ort existiert der Sportverein TSV Wenkheim, welcher 1958 gegründet wurde.[14]

Verkehr

Welzbachbad

Im Ort befindet sich mit dem Welzbachbad ein solarbeheiztes Freibad.[15]

Kneip-Anlage

Die Wenkheimer Kneipp-Anlage wurde Ende Juni 2019 am Denkmalplatz eingeweiht.

Welzbachtalradweg

Der Welzbachtalradweg verbindet den Ort nach etwa acht Kilometern in südwestlicher Richtung in Werbach mit dem Taubertalradweg. In nordöstlicher Richtung führt der Welzbachtalradweg bis nach Oberaltertheim. Von dort besteht über weitere Radwege ein Anschluss bis zum Main-Radweg bei Würzburg.[16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmale

Pfarrkirche St. Maria

Die in den 1850er Jahren erbaute Kirche St. Maria befindet sich im Ort.[9]

Synagoge Wenkheim

Die Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde des Ortes wurde 1841 errichtet.

Naherholung

Die Wenkheimer Kneipp-Anlage am Denkmalplatz wurde Ende Juni 2019 eingeweiht.[17]

Vereine

  • DLRG Ortsgruppe Wenkheim[18]
  • Förderverein Evangelische Kirche Wenkheim[19]
  • Förderverein Welzbach Grundschule Wenkheim[20]
  • Gesangverein Eintracht Wenkheim[21]
  • Modellflugsportverein Wenkheim[22]
  • Schützenverein Wenkheim[23]
  • Schwimmbadförderverein Welzbachtal[24]
  • TSV-Wenkheim[25]
  • Obst- und Gartenbauverein Wenkheim[26]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Steger, Johann: Quellenbüchlein zur Kirchen- und Familiengeschichte des Dorfes und Marktfleckens Wenkheim. Wertheim 1929.
  • Steger, Johann: Gemeinbuch von Wenkheim Amts Tauberbischofsheim in Baden : angefangen am 4. Nov. 1578, geschlossen am 11. Aug. 1873. Selbstverlag, Dossenheim 1935
  • Neu, Heinrich: Geschichte des Marktfleckens Wenkheim – eine Festgabe zum 100jährigen Gedenktag der Einweihung der evangelischen Kirche daselbst. Bechstein (Verlag), Wertheim 1893.
  • Weiß, Elmar: Wenkheim, ein fränkisches Dorf im Laufe seiner Geschichte. Osterburken 2009
Commons: Wenkheim (Werbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wange: [1] Wenkheim bei Tag und bei Nacht.
  2. a b LEO-BW.de: Wenkheim auf der Website leo-bw.de. Abgerufen am 15. Februar 2017.
  3. Elmar Weiß: Wenkheim, ein fränkisches Dorf im Laufe seiner Geschichte. Osterburken 2009, S. 22 - 30.
  4. Ernst Wahle, Grabhügel der Bronzezeit von Wenkheim: Bez.=A. Tauberbischofsheim. In: Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens (1.1925/1928(1928)). Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  5. HStAM, K, 425 - Arcinsys Digitalisat-Betrachter. Abgerufen am 1. November 2025.
  6. Gerd Weimer: Für das 1250-Jahre-Jubiläum in Wertheimer Ortschaften fehlt der direkte Nachweis. 20. August 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
  7. a b Gemeinde Werbach: Wenkheim. Online auf www.werbach.de, abgerufen am 4. Februar 2021
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 469 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  9. a b Seelsorgeeinheit Großrinderfeld-Werbach: Wenkheim, St. Maria. Katholische Pfarrgemeinde Wenkheim. Online auf www.kath-grossrinderfeld.de, abgerufen am 21. März 2017
  10. Alemannia Judaica: Wenkheim (Gemeinde Werbach, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Synagoge. Online auf www.alemannia-judaica.de, abgerufen am 26. Mai 2015
  11. ZG Raiffeisen: ZG Raiffeisen Agrar-Niederlassung Werbach-Wenkheim. Online unter www.zg-raiffeisen.de. Abgerufen am 1. September 2018.
  12. EDEKA Supermarkt [2]
  13. Aulus Ledermanufaktur. Abgerufen am 28. Januar 2025.
  14. TSV Wenkheim. Abgerufen am 2. März 2024.
  15. Website des Schwimmbadfördervereins Welzbachtal. Abgerufen am 12. September 2023.
  16. Inlinemap.net: Welzbachtalradweg (Memento des Originals vom 21. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inlinemap.net. Online auf www.inlinemap.net, abgerufen am 21. März 2017
  17. Fränkische Nachrichten: Offizielle Übergabe Die Bürger von Wenkheim finden ab sofort an heißen Tagen Kühlung. Kneipp-Anlage in Betrieb genommen. 29. Juni 2019. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  18. https://wenkheim.dlrg.de/ *DLRG Ortsgruppe Wenkheim e. V.
  19. https://www.foerderverein-kirche-wenkheim.de/ Förderverein Evangelische Kirche Wenkheim e. V.
  20. https://welzbach-schule.de/foerderverein/ Förderverein Welzbach Grundschule Wenkheim e. V.
  21. https://bundesmusikverband.de/zelter/gv-eintracht-wenkheim-e-v/ GV Eintracht Wenkheim e. V.
  22. https://www.modellflug-wenkheim.de/ Modellflugsportverein Wenkheim e. V.
  23. https://www.mainpost.de/regional/main-tauber/auf-den-vorderen-plaetzen-gelandet-art-11729325 Schützenverein
  24. https://www.schwimmbadfoerderverein-wenkheim.de/ Schwimmbadförderverein Welzbachtal e. V.
  25. https://www.facebook.com/p/TSV-Wenkheim-eV-100069863391852/ TSV Wenkheim e. V.
  26. https://www.obst-und-garten.de/aktuelles/news/article-8073689-204690/baumkartierung-fuer-die-sortenvielfalt-.html Obst- und Gartenbauverein Wenkheim e. V.