Weihnachten im Olymp

Film
Titel Weihnachten im Olymp
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Felix Fuchssteiner,
Katharina Schöde
Drehbuch Felix Fuchssteiner,
Katharina Schöde
Produktion Fabian Halbig,
Florian Kamhuber
Musik Philipp Fabian Kölmel
Kamera Sonja Rom
Schnitt Wolfgang Weigl
Besetzung

Weihnachten im Olymp ist ein deutscher Fernsehfilm der Regisseure Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde aus dem Jahr 2025.

Handlung

Am 24. Dezember herrscht im Nobelkaufhaus Olymp noch eifriges Treiben, ehe die Kunden verabschiedet und die Türen für Heiligabend geschlossen werden. Eigentümerin und Direktorin Lale plant, den Abend wie schon in den Jahren zuvor allein in ihrem Büro zu begehen. Bei einem letzten Kontrollgang nach Ladenschluss überrascht sie in der Bettenabteilung ihren Sicherheitsmitarbeiter Justin bei einem Striptease für seine Freundin Maja, die er zuvor in Erwartung erhoffter Zweisamkeit ins Kaufhaus geschmuggelt hat. Lale, die sich an eine gemeinsame Nacht mit ihrer Jugendliebe Hans erinnert fühlt, spricht Justin gegenüber wider Erwarten lediglich eine Verwarnung aus.

Auf seiner anschließender Patrouille stößt Justin auf die Influencerin Nathalie, die in sozialen Netzwerken aktiv ist und die Räumlichkeiten des Kaufhauses für Foto- und Videoaufnahmen nutzt sowie Holger, Lales Buchhalter, der nach Ladenschluss nicht der Versuchung widerstehen konnte, in ein ausgestelltes Kleid zu schlüpfen und von Nathalie frisiert und geschminkt wurde. Als Justin sie festnehmen will, reißen die beiden aus. In der Spielwarenabteilung begegnet er schließlich auch der obdachlosen Putzkraft Anne, die die Nacht nach ihrer Schicht mit ihren Kindern Marie und Toni im Olymp verbringen wollte und nach einem Versteckspiel verzweifelt nach beiden sucht.

In der Lebensmittelabteilung begegnet Lale unterdessen Hans wieder, der zuvor ebenfalls ins Kaufhaus geschlichen ist, um sie an seinem ehemaligen Arbeitsplatz mit einem von ihrem zubereiteten Abendessen zu überraschen. Das Wiedersehen weckt in Lale gemischte Gefühle, da Hans sie vor vierzig Jahren auf Drängen ihres Vaters, der die Beziehung der beiden missbilligte, abrupt zurückgelassen hatte. Erst als er ihr das Geld zurückgibt, mit dem ihr Vater Hans damals zu bestechen versucht hatte, und Fehler eingesteht, erkennt Lale, dass sie Hans, der in Folge ihrer Liaison seine Ausbildungsstelle im Olymp verloren hatte, auch Unrecht getan hat.

Als der Sicherheitsalarm losgeht und ein wertvolles Diamantenkollier in der Schmuckabteilung vermisst wird, geraten alle noch Anwesenden unter Verdacht. Justin kann auf den Aufnahmen der Überwachungskamera erkennen, dass Nathalie das seltene Schmuckstück entwendet hat und sie gerade noch rechtzeitig festsetzen. In einer anschließenden Befragung gesteht die geläuterte Influencerin, dass sie die Beute nutzen wollte, um verschiedene kosmetische Eingriffe zu finanzieren und ihrem Schönheitsideal näherzukommen. Lale, die in Nathalie Potenzial erkennt und ihr helfen möchte, sieht von einer Anzeige ab und bietet ihr stattdessen eine Ausbildungsstelle zur Verkäuferin an, die diese dankend annimmt.

Anschließend finden sich alle Versammelten zum gemeinsamen Abendessen ein. Holger, dessen Mutter seit Kurzem im Pflegeheim lebt und der seither alleine wohnt, bietet Anne an, gemeinsam mit ihren Kindern vorerst bei ihm unterzukommen. Maja fasst sich ein Herz und teilt Justin mit, dass sie ihn endlich ihrer Familie vorstellen möchte. Nathalie sieht ein, dass sie sich nicht länger dem Druck sozialer Medien hingeben darf und zeigt sich erstmals ungeschminkt ihren Followern. Lale gibt Hans zu verstehen, dass sie auf Wiederannäherung hofft.

Hintergrund

Weihnachten im Olymp wurde von Nordpolaris im Auftrag des ZDF hergestellt.[3] Regie führten Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde nach ihrem gemeinsam verfassten Drehbuch.[4] Als Produzenten agierten Fabian Halbig und Florian Kamhuber. Die redaktionelle Verantwortung für das ZDF oblag Berit Teschner.[5] Die Dreharbeiten fanden vom 5. November bis 5. Dezember 2024 in der litauischen Hauptstadt Vilnius statt, nachdem das Produktionsteam aus finanziellen Gründen Pläne, in Deutschland zu drehen, verworfen und nach intensivem Austausch mit verschiedenen europäischen Serviceproduzenten in Litauen Locations gefunden hatte, die ausreichende „Größe und Gestaltbarkeit“ boten.[6] Die Litauische Nationalphilharmonie in der Altstadt von Vilnius stand für das titelgebende Olymp-Kaufhaus Pate.[2]

Für die Hauptrollen konnten Mariele Millowitsch, Joachim Król, Eric Cordes, Hannah Gharib, Malene Becker, Anna Fischer und Philipp Hauß verpflichtet werden.[2] Für die musikalische Untermalung zeigte sich Komponist Philipp Fabian Kölmel verantwortlich.[3] Neben seinem Score sind unter anderem die Weihnachtslieder It’s the Most Wonderful Time of the Year von Andy Williams, All I Want for Christmas Is You von Mariah Carey, Santa Baby von Eartha Kitt, Merry Christmas Everyone von Shakin’ Stevens sowie Lynn Andersons Interpretation von Brenda Lees Rockin’ Around the Christmas Tree im Film zu hören. Millowitschs Charakter Lale Seraphin spielt in einer Szene zudem das Lied Leise rieselt der Schnee auf dem Klavier.[4]

Rezeption

Kritiken

Tilmann P. Gangloff resümierte in seiner Rezension auf Tittelbach.tv, dass Weihnachten im Olymp „vor allem wegen des trefflich zusammengestellten Ensembles und der vielen herzerwärmenden Geschichten“ sehenswert sei. Zeitweise mangele es dem Film an etwas Tempo, Schöde und Fuchssteiner machten das „jedoch durch viele kleine Einfälle [...] mehr als wett.“ Sehenswert sei die Produktion auch aufgrund ihrer Bildgestaltung und ihrer Musik, die „stellenweise großes Kinoformat“ biete. Lob fand Gangloff auch für die schauspielerischen Leistungen, wobei insbesondere Hannah Gharib mit ihrer „Natürlichkeit und Spielfreude die lebhaftesten Akzente“ setze. Der Kritiker gab dem Film 4 von insgesamt 6 Sternen.[4]

Prisma-Rezensent Hans Czerny urteilte, dass die „leicht chaotische Kaufhaus-Komödie eine ganze Zeit lang“ Freude bereite. Neben der „fantastischen“ Kulisse überzeugten auch Kamera und Regie sowie die „erfreulich sanfte“ Filmmusik. Auch das Ensemble sei „bestens ausgesucht“, wobei Czerny vor allem Króls Spiel positiv hervorhob. Schade sei hingegen, dass „sich die Story mit Fortdauer wie eine Weihnachtspyramide ein wenig um die eigene Achse dreht – irgendwann wird sie länglich. Unter die „zehn besten Weihnachtsfilme“ kommt diese Herzkino-Komödie deshalb nicht“.[7]

Oliver Armknecht von Film-Rezensionen.de bemängelte, dass die gesellschaftlichen Aspekte in Weihnachten im Olymp „höchstens gestreift“ würden und der Film daher nicht mehr als „Binsenweisheiten“ vermittelte. Stärker sei die Produktion, wenn sie sich auf ihre Figuren konzentriere und „das Zwischenmenschliche in den Vordergrund“ rücke. Wessen „Herz sich nach einer Mischung aus Berieselung und Versöhnlichkeit sehnt, wird fündig [...] Hier kann man sich zurücklehnen, ein bisschen lächeln, ein bisschen schwärmen und seufzen. Davon bleibt dann vielleicht nicht viel zurück. Aber es schadet auch nicht“.[8]

Die Redaktion von TV Spielfilm bezeichnete den Spielfilm als „schön verpackt und herzerwärmend“ und schrieb: „Charmante Festtagskomödie, die einmal mehr beweist: Die wahren Geschenke kommen ohne Preisschild. Neben Mariele Millowitsch als Lale und Joachim Król als Hans überzeugen auch die noch nicht ganz so bekannten Darsteller.“[9] Filmdienst urteilte: „Warmherzige Weihnachtskomödie mit einigen Turbulenzen, aber einem grundsätzlich gemäßigten Tempo, in dem sich kleine dramatische Momente aufbauen, um sich absehbar in Wohlgefallen aufzulösen. Einige hübsche Details, solide Darsteller und die ungewöhnliche Kulisse sorgen für kurzweilige Unterhaltung“.[10]

Einschaltquoten

Weihnachten im Olymp wurde am 15. November 2025 in der ZDFmediathek zum Streaming veröffentlicht.[5] Die Free-TV-Premiere fand am 25. Dezember 2025 zur Hauptsendezeit im ZDF statt.[5] Mit 2,44 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 11 Prozent konnte sich die Produktion hinter dem ARD-Spielfilm Harter Brocken: Die Erpressung und der RTL-Quizsendung Wer wird Millionär? auf Rang drei der meistgesehenen Prime Time-Sendungen platzieren.[11] In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 0,17 Millionen Zuseher ein. Der Marktanteil betrug unterdurchschnittliche 4,1 Prozent.[12]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Weihnachten im Olymp. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 275944/V).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. a b c Weihnachten im Olymp bei crew united, abgerufen am 19. Dezember 2025.
  3. a b Drehstart für „Weihnachten im Olymp“. In: Blickpunkt:Film. 25. November 2024, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  4. a b c Tilmann P. Gangloff: Fernsehfilm „Weihnachten im Olymp“. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
  5. a b c Pressemappe: Weihnachts-Feeling im ZDF. In: zdf.de. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
  6. Fbian Riedner: Interview: „Der geschlossene Schauplatz zwingt die Figuren, aufeinander zu reagieren – es gibt kein Ausweichen“. In: Quotenmeter. 18. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  7. a b Hans Czerny: Heimliche Wünsche zwischen Rolltreppe und Schmucktheke. In: Prisma. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
  8. Oliver Armknecht: Weihnachten im Olymp. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 29. Dezember 2025.
  9. Weihnachten im Olymp. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
  10. Weihnachten im Olymp. In: Filmdienst. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
  11. Alexander Krei: ZDF wird ohne die "Helene Fischer Show" nur Dritter. In: dwdl.de. 26. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  12. Mario Thundert: «Weihnachten im Olymp» verpasst die Spitze. In: Quotenmeter. 26. Dezember 2025, abgerufen am 29. Dezember 2025.