Walter Kreideweiß
Ernst Leopold Walter Kreideweiß (* 19. Dezember 1892 in Dresden; † 24. April 1977 ebenda) war ein deutscher Tänzer und Ballettdirektor.
Leben und Wirken
Er war der Sohn des Buchhalters Albert Leopold Friedrich Karl Kreideweiß und dessen Ehefrau Emma Klara Bertha Kreideweiß geborene Böhm und kam in der Dresdner Vorstadt Striesen zur Welt.
Kreideweiß wurde spätestens 1912 Solotänzer und in den darauffolgenden Jahren Ballett- und Trainingsmeister an der Semperoper in Dresden. Zu seinen bekannten Rollen gehörte die des Franz im Ballett Coppélia von Léo Delibes im Jahre 1925.[1] Zum 1. Februar 1931 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 422.722).[2] Als Höhepunkt der aus Anlass des zweiten Jahrestages der Übernahme der Staatstheater durch die Nationalsozialisten am 7. März 1935 durch die NSDAP-Ortsgruppe Am Taschenbergpalais veranstalteten Gedenkfeier wurde er zum Direktor des Staatsopernballetts ernannt.[3] Er wurde Nachfolger von Helge Peters-Pawlinin, den er als überzeugter Nationalsozialist aus dem Amt gedrängt hatte.[4] Die Tanzgruppe der Staatsoper bestand in der Saison 1935/36 aus 21 Tänzerinnen, vier Tänzern, zwei Anwärterinnen, einem Anwärter, einem Tanzwart, einem Tanzrepetitor, zwei Solotänzerinnen und zwei Solotänzern.[5]
Zu den Ballettstücken, die unter seiner Leitung aufgeführt worden sind, gehörten u. a. die Geschichten aus dem Wiener Wald (1936), Lumpacivagabundus (1937) und Rosen aus dem Süden (1938).
Kreideweiß trat auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter in Dresden auf und widmete sich darüber hinaus der Ausbildung nachfolgender Generationen von Tänzerinnen und Tänzern. So war er beispielsweise der Lehrer der Solotänzerin Christa Franze (1927–2009).
Literatur
- Hans-Peter Lühr: Sprache des Körpers – Tanz in Dresden. 2008, S. 68.
Weblinks
- Porträtfoto in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Eintrag in der Datenbank Kapellklang der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Einzelnachweise
- ↑ Nachweis in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/23091478
- ↑ Gedenkfeier der Staatstheater. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 10. März 1935, S. 5.
- ↑ Frank-Manuel Peter: Helge Peters-Pawlinin. Tänzer, Choreograph, Bühnenbildner. In: Tanzdrama, H. 9, 4. Quartal 1989, S. 12–13.
- ↑ Bühne. 1936, S. 432.