Wallwitz (Adelsgeschlecht)

Wallwitz ist der Name eines sächsischen Adelsgeschlechts, das zum meißnischer Uradel gehört.

Geschichte

Das Geschlecht wird urkundlich erstmals 1193 mit Heinricus de Walewiz genannt.[1] Die Stammreihe beginnt mit dem Ritter Peter von Wallwitz (* um 1320, † vor 1396). Der polnisch-kursächsische Kammerherr und Oberstwachtmeister der Kavallerie, nachmaliger Wirklicher Geheimer Rat, Kabinetts- und Konferenzminister Georg Reinhard [Freiherr] von Wallwitz auf Schweikershain wurde am 29. April 1762 in Wien mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren in den Reichsgrafenstand erhoben. Die kursächsische Anerkennung erfolgte am 28. Juli 1762.[2]

Zeitweiser bedeutender Besitz bestand neben Weiterem im Anhaltschen zu Dobritz (1475–1617), Golmengelin (1524–1697), Grimme (1475–1702), Hagendorf (1524–1610), Hundeluft (–1414), Nutha (1617, 1652); in Sachsen zu Borthen (1836–1945), Dammendorf 1748, Gepülzig (1733), Jesewitz (1748), Limbach (1838), Pratau (1550), Russdorf (1475), Groß Salze (1724), Schmorkau b. Oschatz (1751– bis etwa 1936), Schloss Schweta (1592, 1604), Slosen (1475), Stockhausen (1590), Wallwitz (1345), Ziegra (1590); in der Niederlausitz: zu Klein Kölzig (1475–1620), Standesherrschaft Straupitz u. a. mit Laasow und Butzen (1615–1655), sowie Kartlow bei Schivelbein 812,0 Hektar in Pommern (1939).[3]

Mit der Heirat 1820 von Gräfin Albertine von Wallwitz (1797–1861), Erbin des Gutes Schweikershain mit dem sächsischen Kriegsminister Gustav von Nostitz-Wallwitz (1789–1858), trug sie dieses seit 1718 bei ihrer Familie besitzliche Gut der Familie ihres Gatten zu, die es bis 1845 besessen haben und seit dem 31. Juli 1734 den Namen Nostitz-Wallwitz führten.[4]

Im Raum Dessau war die Familie namensstiftend für den Wallwitzsee, den Wallwitzberg, die Wallwitzburg und den Wallwitzhafen.

Wappen

Blasonierungen
Historische Wappenbilder

Angehörige

  • Sebastian (Bastian) von Wallwitz, kursächsischer Oberst, 1546 Kommandant der Festung Leipzig, 1547 Stadtkommandant von Leipzig
  • Johann von Wallwitz († 1557), Dompropst in Havelberg, Domherr in Magdeburg und Halberstadt
  • Hans Joachim von Wallwitz auf Schweikershain, Vertreter der Ritterschaft auf dem sächsischen Landtag 1722
  • Helena Dorothea von Schönberg, geb. von Wallwitz (1729–1799), kursächsische Rittergutsbesitzerin
  • Georg Reinhard(t) von Wallwitz († 1807), 1762 Graf Konferenzminister, Gutsherr[5] u. a. in Schmorkau, Bildnis (1903 best.)[6] a. d. Schloss Schweikershain
  • Nikolaus von Wallwitz (1852–1941), deutscher Botschafter, hatte Gutsanteile.[7] in Schmorkau[8]

Mitglieder der Fruchtbringenden Gesellschaft

  • Esche von Wallwitz – Nr. 68 der Reizende – (1588–1653), Kammerjunker, Kriegskommissar und Hofmeister von Johann Casimirs von Anhalt-Dessau
  • Christoph von Wallwitz – Nr. 193 der Demütige – († 1668), Hofmeister von Ludwig von Anhalt-Köthen
  • Hans von Wallwitz – Nr. 457 der Bewegende – (1611–1677)
  • Bastian von Wallwitz – Nr. 458 der Gesetzte – († nach 1656), anhaltinischer Lehensträger
  • Johann Esche von Wallwitz – Nr. 670 der Verbannende – († 1660), anhalt-bernburgischer Wittumsrat und Hofmeister, sachsen-gothaischer Rat

Literatur

Commons: Wallwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Karl Gustav Schmidt (Hrsg.:) Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt und seiner Bischöfe. 1. Teil, Leipzig 1883, Nr. 340.
  2. Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Band 2, C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 713.
  3. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 3, Ludwig Rauh, Berlin 1858, S. 77.
  4. Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815. Band 2, Görlitz 1913, S. 366.; Vgl. Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. Band 2, C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 770 f.
  5. Eduard Maria Oettinger: Moniteur des Dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques. Selbstverlag, Dresden 1868, S. 172.
  6. Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Heft 15: Amtshauptmannschaft Döbeln. Hrsg. K. Sächsisches Ministerium des Innern/K. Sächsischer Alterthumsverein, Verlag C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1903, S. 209.
  7. Bestätigung für 1925, In: Ernst Ullrich, Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. Verzeichnis. [1925]. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IX, 3. Auflage, Verlag Reichenbach´sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 422.
  8. Bestätigung für 1930, In: Johanniterorden (Hrsg.): Gesamt-Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem nach dem Stand vom 10. März 1931. Eigenverlag, Berlin 1931, DNB 017899265, S. 410.