Schmorkau (Oschatz)
Schmorkau Stadt Oschatz
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| Koordinaten: | 51° 18′ N, 13° 9′ O | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1974 | |
| Postleitzahl: | 04758 | |
| Vorwahl: | 03435 | |
Lage von Schmorkau in Sachsen
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Schmorkau ist ein Ortsteil der Stadt Oschatz im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.
Geographie und Verkehrsanbindung
Schmorkau liegt östlich des Stadtkerns von Oschatz. Die S 28 verläuft südlich und etwas weiter südlich verläuft die B 6. Am westlichen Ortsrand fließt die Döllnitz, ein linker Nebenfluss der Elbe. Die Kirche befindet sich Ortsmitte auf einer Geländeerhebung.
Orts- und Gutshistorie
Schmorkau war einst dem Kloster Altzella zugeeignet, welches es 1230 an das Stift Meißen verkaufte, dann entstand ein gutsherrliches Vorwerk. Die weitere Ortsgeschichte ist eng an die Entwicklung des Gutes gebunden. Viele Jahrzehnte war das Gut eigentlich juristisch eine eigenständige Ortschaft, bis in vielen deutschen Provinzen Ende der 1920er Jahre die Landgemeinden mit den jeweiligen Gütern vereinigt wurden, ohne dass sich am privaten, fiskalischen- oder kirchlichen Eigentum etwas änderte.
Das Rittergut[1] in Schmorkau gehörte im 16. Jahrhundert zunächst der Familie von Seydlitz, denen von Lindenau, folgend der Familie von den Hagen. Unter ihnen erlangte Gut Schmorkau die so genannte Schriftsässigkeit und somit die Rittergutsqualität. Dann bewirtschaftete es über viele Generationen der Familie von Wallwitz, die Grafen von Wallwitz.[2] Zu Beginn wäre der sächsische Konferenzminister Graf Georg Reinhardt von Wallwitz zu nennen. Mitte des 19. Jahrhunderts vertritt Graf Carl Sebastian von Wallwitz die örtlichen Interessen seiner Familie. Zu dieser Zeit bestand Schmorkau neben dem Gut aus 9 Gärtnern, 16 Häuslern, worunter auch die eine Wassermühle zählte, insgesamt 250 Einwohner.
Um 1925 waren die Gutsherren der Diplomat Graf Nikolaus von Wallwitz und sein Neffe Georg (Georg Michael) von Graf Wallwitz, gemeinsam und anteilig. Das Gut hatte damals noch 184 ha, davon waren 7 ha Waldbesitz. Der Besitz war aber verpachtet an Otto Gadegast aus Mannschatz.[3] Schmorkau lag lange in der Amtshauptmannschaft Oschatz.
Schmorkau lag spätestens ab 1895 an der Schmalspur-Eisenbahnlinie Oschatz-Strehla.[4]
Persönlichkeiten
- Otto Thibault (1910–1991), Keramiker, wirkte in Schmorkau
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Schmorkau (Oschatz), romanischen Ursprungs,[5] seit 1346 Pfarrkirche
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Schmorkau nach Süden.
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Dorfkirche.
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Dorfkirche. Altar.
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Dorfkirche.
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Ehem. Rittergut.
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Wegstein.
Literatur
- Schmorkau, In: G. A. Poenicke, F. A. Heise (Hrsg.) Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Section II: Meissner Kreis. Eigenverlag. Expedition der Album der Rittergüter, Leipzig 1856, S. 236 f.
- Werner Dietrich: Zur Geschichte des Rittergutes Schmorkau bei Oschatz. Menschen, Dinge und Ereignisse aus vergangenen Tagen. 1939. WorldCat
- Karlheinz Blaschke, Susanne Baudisch: Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Halbband 2 (N - Z), Leipziger Univ.-Verlag, Leipzig 2006, S. 676.
Einzelnachweise
- ↑ G. A. von Mülverstedt, Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Band 6/6. Abtl., Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1884, S. 156.
- ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Gerader Jahres-Jahrgang. Deutscher Uradel. 1930. Jahrgang 103, Gotha 1941, S. 662–664.
- ↑ Ernst Ullrich, Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. Verzeichnis. [1925]. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band IX, 3. Auflage, Verlag Reichenbach´sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 422.
- ↑ Oberfinanzrat Ledig, Rechnungsrat Ulbricht: Die schmalspurigen Staatseisenbahnen im Königreiche Sachsen. 1895. 2. Auflage, Hrsg. Königl. Sächs. Finanzministerium, Verlag Wilhelm Engelmann, Leipzig 1895, S. 117.
- ↑ Klaus Martens: Romanische Saalkirchen innerhalb der mittelalterlichen Grenzen des Bistums Meißen. Sankt Benno-Verlag, Leipzig 1973, S. 97.
Weblinks
- Schmorkau im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Schmorkau, Ev. Pfarrkirche auf Architektur-Blicklicht.de
- Werkstatt Thibault (Schmorkau), In: Museum-Digital-Sachsen.