Waldemar Dobbrick
Waldemar Dobbrick (* 4. Dezember 1890 in Marzdorf; † 1. August 1943 in Danzig) war ein deutscher Pädagoge und Amateurornithologe.
Leben
Herkunft, Ausbildung und Privatleben
Er entstammte einem westpreußisch-pommerschen Bauerngeschlecht[1] und kam 1890 in Marzdorf zur Welt – ungefähr 110 Kilometer östlich von Stettin. Das Dorf hatte damals etwa 600 Einwohner und gehörte innerhalb des Deutschen Kaiserreiches zum Kreis Deutsch Krone der preußischen Provinz Westpreußen. Zwischen 1908 und 1911 besuchte er das Lehrerseminar in Marienburg. Seine ornithologischen Forschungen führte er oft zusammen mit seinem knapp 13 Jahre älteren Bruder Leopold durch, der ebenfalls als Lehrer arbeitete.
Berufliche Karriere
Waldemar Dobbricks beruflicher Wirkungskreis lag stets im nördlichen Bereich der Provinz Westpreußen beziehungsweise ab 1920 innerhalb der Grenzen der Freien Stadt Danzig. Seinen Einstieg ins Berufsleben fand er in Scharshütte (Kreis Berent, später Kreis Danziger Höhe). Anschließend arbeitete er auch in Lehmberg (Kreis Danziger Höhe) und in Östlich Neufähr (Landkreis Danziger Niederung). Von dort wurde er 1935 von der nationalsozialistisch dominierten Danziger Regierung wegen seiner politischen Einstellung[1] in das abgelegene Dorf Petershagen (Landkreis Großes Werder) im Osten der Freien Stadt Danzig versetzt. Schließlich erlaubte man ihm jedoch 1938 einen Wechsel nach Danzig, wo er fortan im Stadtbezirk Heubude tätig und zuletzt sogar Rektor[2] war. Während des Zweiten Weltkrieges war es ihm zusätzlich zu seinem Hauptberuf auferlegt, das örtliche Wirtschaftsamt zu verwalten.[1] Ende Juni 1943 erlitt er einen Schlaganfall, dem er fünf Wochen später erlag.[1]
Zu Beginn der Zwischenkriegszeit war Dobbrick Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei der Freien Stadt Danzig (DNVP) und rückte im Jahr 1921 für Otto Pertuss als Abgeordneter in den 1. Danziger Volkstag nach. Bereits 1922 zog er sich wieder von diesem Amt zurück.
Naturforschung
Schon seit seiner frühen Jugend war Waldemar Dobbrick naturkundlich interessiert. In seinen ornithologischen Studien kam er später zu Ergebnissen, die „wesentlich zur Aufhellung der faunistischen Verhältnisse in Westpreußen beitrugen“.[1] Mehr als 22 Jahre widmete er sich der Feldforschung im Kreis Dirschau, wobei er am gründlichsten einen Geländeradius von sechs Kilometern rund um die Ortschaft Swaroschin untersuchte. Seine zahlreichen Artikel erschienen unter anderem in der Ornithologischen Monatsschrift, in den Ornithologische Monatsberichten, in Der Vogelzug – Berichte über Vogelzugsforschung und Vogelberingung, in den Berichten des Westpreußischen Botanisch-Zoologischen Vereins, im Pilz- und Kräuterfreund sowie in Aus dem Posener Lande – Monatsblätter für Heimatkunde. Als sein Hauptwerk gilt der 39-seitige Fachaufsatz Aus dem Vogeldorado des Dirschauer Kreises, den er 1926 veröffentlichen konnte.[1] Als der Kreis Dirschau nach Ende des Ersten Weltkrieges im Rahmen der Gebietsabtretungen polnisches Territorium wurde, verlor Dobbrick zunächst die Möglichkeit, weiterhin in der Kaschubei zu forschen. Fortan konzentrierte er sich ab Mitte der 1920er Jahre auf die Vogelwelt in der etwa 1900 Quadratkilometer großen Freien Stadt Danzig. Nachdem ihm dort 1938 der Umzug nach Danzig-Heubude gestattet worden war, erschloss er sich die benachbarte Vogelschutzlandschaft Östlich Neufähr und wollte noch eine Monographie zu diesem Gebiet veröffentlichen. Es gelang ihm jedoch nicht, das Manuskript vor seinem Tod zu beenden.
Wenngleich sein Arbeitsschwerpunkt auf der Ornithologie lag, war Waldemar Dobbrick auch an anderen biologischen Fachgebieten interessiert. So publizierte er beispielsweise auch einige Arbeiten zur Entomologie (etwa über Stechmücken und Libellen) sowie zur Mykologie.