WLB-Reihe 100
| WLB-Reihe 100 | |
|---|---|
| Nummerierung: | 101–126 |
| Anzahl: | 26 |
| Hersteller: | Simmering-Graz-Pauker |
| Baujahr(e): | 1979, 1983, 1987, 1989, 1991–1993 |
| Ausmusterung: | ab 2010 |
| Achsformel: | B’2’2’B’ |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge: | 26,75 m |
| Höhe: | 3,55 m |
| Breite: | 2,40 m |
| Leermasse: | 37 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 80 km/h, begrenzt auf 78 km/h |
| Traktionsleistung: | 380 kW |
| Motorentyp: | WD 785 VS[1] |
| Motorbauart: | Gleichstrom-Reihenschlussmotoren |
| Stromsystem: | 600/750/850 Volt = |
| Sitzplätze: | 63 |
Die Fahrzeuge der Reihe 100 sind dreiteilige Zweirichtungsgelenktriebwagen der Wiener Lokalbahnen (WLB) in DUEWAG-Lizenz und bildeten seit den 1980er Jahren bis zur Ablösung durch die Reihe 500 um 2023 herum das Rückgrat des Fuhrparks auf der Lokalbahn Wien–Baden (Badner Bahn).
Geschichte und Einsatz
Die hochflurigen Gelenktriebwagen wurden in mehreren Bauserien zwischen 1979 und 1993 von Simmering-Graz-Pauker gebaut und basieren auf dem Typ Mannheim von DUEWAG. Die elektrische Ausstattung erfolgte durch AEG Austria.
Die Bestellung der ersten Serie erfolgte 1978, mit 18. September 1979 begann der Planeinsatz der ersten Triebwagen.[1] Als schaffnerlos geführte Züge ermöglichten sie eine weitere Rationalisierung des Betriebs.
Die Fahrzeuge kamen auf der Badner Bahn in Einzel- oder Doppeltraktion zum Einsatz, wobei die Vielfachsteuerung bis zu drei gekuppelte Fahrzeuge zulassen würde.[1]
Ab 2002 wurde die Vielfachsteuerung angepasst, damit ein gemischter Einsatz mit den neueren Niederflurwagen der Reihe 400 möglich ist, um so die Anzahl barrierefreien Züge zu erhöhen. Während der Übergangszeit wurden die umgerüsteten Wagen mit der Ziffer ›4‹ vor der Wagennummer gekennzeichnet.
Seither waren die Fahrzeuge meist in Doppeltraktion mit der Reihe 400 anzutreffen oder in Einzeltraktion, letztere vorwiegend auf den von Wien nur bis Wiener Neudorf verkehrenden Leistungen. Mit diesen wurde im stadtnahen Abschnitt ein 7,5-Minuten-Takt angeboten.
Alle Wagen erhielten Vornamen von Mitarbeitenden der Wiener Lokalbahnen, welche im Frontbereich aufgebracht wurde.
2010 wurden die Wagen 104 und 107 als Ersatzteilspender ausgemustert. Der Wagen 104 wurde im Jahr 2020 verschrottet.[2] Ebenso wurde 106 nach einem Auffahrunfall in Meidling 2020 verschrottet. 2022 wurden wegen der 500er-Inbetriebnahme 113 und 114 ausgemustert.
Als Ersatz für die Reihe 100 wurden 34 barrierefreie Triebwagen der Reihe 500 beschafft. Mit der Betriebsaufnahme der Reihe wurde die Reihe 100 größtenteils ersetzt. Im Juli 2025 waren einige Fahrzeuge noch sporadisch im Einsatz.[3]
Beschreibung
Die Wagen laufen auf vier Drehgestellen, die äußeren sind Triebdrehgestelle und mit Duewag-Tandemantrieb ausgerüstet. Die Jakobsdrehgestelle unter den Gelenken sind Laufdrehgestelle, als Sekundärfederung dienen Clouth-Gummirollfedern. Die Radsätze sind innengelagert und über MEGI-Federn abgefedert. Neben der auf die Triebdrehgestelle wirkenden Widerstandsbremse gibt es auf allen Radsatzwellen je eine Bremsscheibe, die Scheibenbremse dient auch als Festhaltebremse. Als reibwertunabhängige Bremse sind in allen Drehgestellen Magnetschienenbremsen vorhanden. Die Steuerung erfolgt konservativ über ein Unterflur eingebautes Nockenschaltwerk, welches über einen elektronischen Fahrregler der Type GEAMATIC-M gesteuert wird. An beiden Wagenenden gibt es je einen Einholmstromabnehmer, straßenbahntypisch wird in der Regel der vordere angelegt.
Die Wagen sind mit nur drei Türen pro Wagenseite (je eine einfache Falttür hinter den Führerständen und eine Doppelfalttür in Wagenmitte) und gepolsterten Sitzen mit Tischen an die im Vergleich zum Straßenbahnbetrieb längeren Reisezeiten angepasst. Die Zugzielanzeigen waren ursprünglich mit Zielfilmen ausgerüstet, wobei die Anzeige bei den über die Gesamtstrecke laufenden Zügen nur auf »Wien Oper – Baden und zurück« eingestellt blieb. Etwa 2006/07 wurden sie durch Matrixanzeigen ersetzt. Die letzten umgebauten Triebwagen erhielten hellere orange LED-Anzeigen. Einige Fahrzeuge erhielten Neulack in den Farben der Baureihe 400.
Verbleib
Die Triebwagen 101 und 121 wurden auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhof Ebreichsdorf, welcher durch die Neutrassierung der Pottendorfer Linie verlegt wurde, aufgestellt.
Weblinks
- Reihe 100 WLB Strassenbahnjournal.at
Einzelnachweise
- ↑ a b c AG der Wiener Lokalbahnen (Hrsg.): Die Badner Bahn heute. Eigenverlag der AG der Wiener Lokalbahnen, Wien 1985, S. 34.
- ↑ Verschrottung der Badner Bahn TW104 - YouTube, abgerufen am 3. Jänner 2020
- ↑ Badner Bahn: Fuhrpark modernisiert – 34 neue Züge in Betrieb. Wiener Lokalbahnen, 24. Juli 2025, abgerufen am 25. Juli 2025.