Vusi Mchunu

Vusi D. Mchunu, bekannt auch als Macingwane, ist ein südafrikanischer Dichter, Übersetzer und Ausstellungskurator, dessen Arbeit zwischen Poesie, Erinnerungskultur und Museumsarbeit angesiedelt ist.[1][2] Für sein literarisches Gesamtwerk erhielt er 2022 den Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards.[3][4]

Leben

Mchunu wuchs in Clermont (Durban) auf und besuchte die katholische Inkamana High School in Vryheid, an der er 1974 das Abitur ablegte.[1] Im Jahr 1975 kam er an der Universität von Zululand mit der Black-Consciousness-Bewegung in Berührung und wurde vom Bürgerrechtler Mapetla Mohapi geprägt.[1] Während der Universitätsferien unterstützte er Mohapi in King William’s Town bei der Arbeit mit politischen Aktivisten; nach Repression und Inhaftierung floh er 1977 ins Exil nach Botswana und anschließend nach West-Berlin, wo er an der Freien Universität Dramatische Kunst und Heritage-Studies studierte.[1] Er veröffentlicht unter seinem Zuluklannamen Macingwane und lebt in Johannesburg.[1] Im Zusammenhang mit seinem Lyrikband Pleiades: Isilimela wurde eine Krebserkrankung thematisiert, die er als Überlebender verarbeite.[1]

Wirken

Als Schriftsteller legte Mchunu im Jahr 1990 den Band Stronger Souls: Poems and Essays vor, später die englische Übersetzung von Mazisi Kunenes Zulu-Gedichten (Pipe Dreams, 2013) sowie den Gedichtband Pleiades: Isilimela: 100 Poems (2019).[1] Seine Lyrik verbindet persönliche Erfahrung mit einem panafrikanischen Blickwinkel und verweist auf Einflüsse der Black-Consciousness-Tradition; zugleich wendet er sich entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit.[1] Neben der Literatur arbeitet Mchunu als Kurator und Heritage-Praktiker: 2014 kuratierte er im ehemaligen Downtown Studio in Johannesburg die Ausstellung A Glimpse of South African Music Heritage, welche die Rolle von Musik im Widerstand dokumentiert.[5] 2015 wurde er vom Downtown Music Hub zum Aufbau einer dauerhaften Ausstellung zur südafrikanischen Musikgeschichte beauftragt, die als erstes Musikmuseum des Landes charakterisiert wurde.[2] Überdies wirkte er an der musealen Aufarbeitung des Samora-Machel-Monuments in Mbuzini mit.[1] Im Kulturbereich übernahm Mchunu auch Leitungsaufgaben; 2013 trat er als Vorsitzender des Councils der Gedenkstätte Freedom Park in Pretoria öffentlich in Erscheinung.[6][7] Für sein literarisches Lebenswerk erhielt er 2022 den Lifetime Achievement Literary Award der South African Literary Awards (zusammen mit Deena Padayachee und Mothobi Mutloatse).[3][4]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Review: Macingwanes’s salutations to the cosmos. In: Mail & Guardian. 18. Juni 2020, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b Downtown Music Hub: A step towards an African renaissance. In: Mail & Guardian. 12. November 2015, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b [The JRB Daily] 2022 South African Literary Awards winners announced. In: The Johannesburg Review of Books. 8. November 2022, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  4. a b UP Fellow shines at the South African Literature Awards. In: University of Pretoria. 8. November 2022, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  5. Taking Note: The sounds of struggle. In: TimesLIVE. 30. Juli 2014, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  6. Exclusive: Big Brother at Freedom Park. In: News24. 19. November 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  7. Freedom Park staffers call for immediate suspension of CEO. In: News24. 22. November 2013, abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).