Vitória Guimarães

Vitória Guimarães
Basisdaten
Name Vitória Sport Clube
Sitz Guimarães, Portugal
Gründung 22. September 1922
Farben weiß-schwarz
Mitglieder 38.495 (28. Februar 2025)[1]
Präsident António Miguel Cardoso
Website vitoriasc.pt
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Luís Pinto
Spielstätte Estádio D. Afonso Henriques
Plätze 30.029
Liga Primeira Liga
2024/25 6. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Vitória Guimarães, offizieller Name Vitória Sport Clube, ist ein Sportverein in Guimarães. Der Verein ist bekannt für seine Fußballmannschaft, die in der Primeira Liga (1. Portugiesische Fußball-Liga) spielt. Der Verein wurde als Fußballverein 1918 von einer Gruppe Studenten gegründet, 1922 dann als offizieller Verein im Fußballverband Braga eingetragen. Das Stadion wurde nach dem ersten König von Portugal Estádio D. Afonso Henriques genannt. Es bietet rund 30.029 Zuschauern Platz und war Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2004. Gemäß den Vereinsfarben ist das Heimtrikot weiß und das Auswärtstrikot schwarz. Die heimischen Fans nennen die Mannschaft liebevoll nur „Vitória“.

Außer Fußball gibt es beim Vitória noch folgende Sportarten: Handball, Basketball, Volleyball, Schwimmen, Wasserball, Tischtennis, Judo, Karate, Kickboxen und Leichtathletik.

Geschichte

Obwohl Vitória nur einmal den Portugiesischen Pokal gewann, gehörte der Club zu den etabliertesten Vereinen Portugals, der in den letzten 20 Jahren meist um die UEFA-Cup-Plätze spielte. Erfolgreichste Platzierung des Vereins in der ersten portugiesischen Liga war der dritte Platz, der bereits vier Mal erreicht wurde. In der ewigen Tabelle Portugals belegt Vitória, hinter Benfica Lissabon, FC Porto, Sporting Lissabon und Belenenses Lissabon, den fünften Platz.

1988 besiegte Vitória den FC Porto im Finale des Portugiesischen Super-Cup Cândido de Oliveira mit 2:0, welcher der erste nationale Triumph war. In der Saison 2005/06 stieg der Club erstmals nach 48 Jahren in die Liga de Honra, die zweite portugiesischen Liga, die in Liga Vitalis umbenannt wurde, ab. Doch schon in der folgenden Saison, 2006/07, gelang Vitória der sofortige Wiederaufstieg. In der Saison 2007/08 schaffte Vitória sensationell als Aufsteiger den dritten Platz und somit die Teilnahme bei der Champions-League-Qualifikation.

2012 übernimmt Júlio Mendes den Vorsitz des Vereins und gründet eine SAD (Aktiengesellschaft für Sportaktivitäten). Bereits in seiner ersten Saison beim Verein (2012/13) erreichte Vitória erneut das Finale des „Taça de Portugal“, diesmal gegen Benfica. Obwohl die Mannschaft aus Vitória zunächst mit 0:1 zurücklag, gelang ihr in den letzten zehn Minuten mit Toren von Soudani und Ricardo Pereira die Wende und sie gewann ihren ersten portugiesischen Pokal.[2] Im selben Jahr erreichte Vitória das Finale des portugiesischen Pokals im Volleyball und Basketball und gewann letzteren, den zweiten in seiner Geschichte.

Im Januar 2026 gewann der Verein zum ersten Mal den „Taça da Liga“, der eine Neuauflage des lokalen Derbys gegen Sporting de Braga war, dem sogenannten Derby Minhoto, dem ältesten und traditionsreichsten Derby des Landes, an dem Guimarães und Braga, die größten und wichtigsten Städte der Region Minho, noch vor der Gründung des Landes selbst beteiligt waren. Das auf neutralem Boden ausgetragene Finale endete mit einem 2:1-Sieg für Vitória SC, dem ersten Sieg des Vereins überhaupt. Diese Leistung war umso unglaublicher, als sie mit drei Wendungen im Ergebnis erzielt wurde, alle auswärts. Dieser Sieg machte Vitória SC zum vierten portugiesischen Verein, der alle nationalen Pokale gewann.[3][4]

Europapokalbilanz

In den europäischen Wettbewerben war Vitória elfmal im UEFA-Pokal und einmal im Europapokal der Pokalsieger vertreten. Im UEFA-Pokal spielte Vitória gegen Clubs wie den FC Barcelona, Ajax Amsterdam, Lazio Rom, die AC Parma, Atlético Madrid, Borussia Mönchengladbach und Sparta Prag.

In der Saison 2004/05 gelang die Qualifikation für den UEFA-Pokal, indem Vitória die Saison als Fünfter absolvierte. Es war die erste UEFA-Pokal-Qualifikation seit sieben Jahren. Von 1995 bis 1999 gelang Vitória viermal nacheinander die Teilnahme am UEFA-Pokal.

Im August 2008 spielte Vitória gegen den Schweizer Meister FC Basel zum ersten Mal die Qualifikation für die Champions League. Nach einem 0:0 in Guimarães verlor Vitória 1:2 in Basel und schied aus. Im UEFA-Pokal wurde Vitória in der ersten Runde vom FC Portsmouth eliminiert.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1969/70 Messestädte-Pokal 1. Runde Tschechoslowakei Banik Ostrava 2:1 1:0 (H) 1:1 (A)
2. Runde England FC Southampton 4:8 3:3 (H) 1:5 (A)
1970/71 Messestädte-Pokal 1. Runde Frankreich AS Angoulême 4:3 3:0 (H) 1:3 (A)
2. Runde Schottland Hibernian Edinburgh 2:3 0:2 (A) 2:1 (H)
1983/84 UEFA-Pokal 1. Runde England Aston Villa 1:5 1:0 (H) 0:5 (A)
1986/87 UEFA-Pokal 1. Runde Tschechoslowakei Sparta Prag 3:2 1:1 (A) 2:1 (H)
2. Runde Spanien Atlético Madrid 2:1 2:0 (H) 0:1 (A)
3. Runde Niederlande FC Groningen 3:1 0:1 (A) 3:0 (H)
Viertelfinale Deutschland Bundesrepublik Borussia Mönchengladbach 2:5 0:3 (A) 2:2 (H)
1987/88 UEFA-Pokal 1. Runde Ungarn 1957 Tatabányai Bányász SC 2:1 1:1 (A) 1:0 (H)
2. Runde Belgien KSK Beveren 1:1
(5:4 i. E.)
1:0 (H) 0:1 n. V. (A)
3. Runde Tschechoslowakei TJ Vitkovice 2:2
(4:5 i. E.)
2:0 (H) 0:2 n. V. (A)
1988/89 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Niederlande Roda JC Kerkrade 1:2 0:2 (A) 1:0 (H)
1990/91 UEFA-Pokal 1. Runde Turkei Fenerbahçe Istanbul 2:6 0:3 (A) 2:3 (H)
1992/93 UEFA-Pokal 1. Runde Spanien Real Sociedad 3:2 3:0 (H) 0:2 (A)
2. Runde Niederlande Ajax Amsterdam 1:5 0:3 (H) 1:2 (A)
1995/96 UEFA-Pokal 1. Runde Belgien Standard Lüttich 3:1 3:1 (H) 0:0 (A)
2. Runde Spanien FC Barcelona 0:7 0:3 (A) 0:4 (H)
1996/97 UEFA-Pokal 1. Runde Italien AC Parma 3:2 1:2 (A) 2:0 (H)
2. Runde Belgien RSC Anderlecht (a)1:1(a) 1:1 (H) 0:0 (A)
1997/98 UEFA-Pokal 1. Runde Italien Lazio Rom 1:6 0:4 (H) 1:2 (A)
1998/99 UEFA-Pokal 1. Runde Schottland Celtic Glasgow 2:4 1:2 (H) 1:2 (A)
2005/06 UEFA-Pokal 1. Runde Polen Wisła Krakau 4:0 3:0 (H) 1:0 (A)
Gruppenphase Russland Zenit St. Petersburg 1:2 1:2 (A)
England Bolton Wanderers 1:1 1:1 (H)
Spanien FC Sevilla 1:3 1:3 (A)
Turkei Beşiktaş Istanbul 1:3 1:3 (H)
2008/09 UEFA Champions League 3. Qualifikationsrunde Schweiz FC Basel 1:2 0:0 (H) 1:2 (A)
2008/09 UEFA-Pokal 1. Runde England FC Portsmouth 2:4 0:2 (A) 2:2 n. V. (H)
2011/12 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Danemark FC Midtjylland 2:1 0:0 (A) 2:1 (H)
Play-offs Spanien Atlético Madrid 0:6 0:2 (A) 0:4 (H)
2013/14 UEFA Europa League Gruppenphase Kroatien HNK Rijeka 4:0 4:0 (H) 0:0 (A)
Frankreich Olympique Lyon 2:3 1:1 (A) 1:2 (H)
Spanien Betis Sevilla 0:2 0:1 (A) 0:1 (H)
2015/16 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Osterreich SCR Altach 2:6 1:2 (A) 1:4 (H)
2017/18 UEFA Europa League Gruppenphase Osterreich FC Red Bull Salzburg 1:4 1:1 (H) 0:3 (A)
Turkei Konyaspor 2:3 1:2 (A) 1:1 (H)
Frankreich Olympique Marseille 2:2 1:2 (A) 1:0 (H)
2019/20 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Luxemburg Jeunesse Esch 5:0 1:0 (A) 4:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Lettland FK Ventspils 9:0 3:0 (A) 6:0 (H)
4. Qualifikationsrunde Rumänien FCSB Bukarest 1:0 0:0 (A) 1:0 (H)
Gruppenphase England Arsenal London 3:4 2:3 (A) 1:1 (H)
Belgien Standard Lüttich 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
Deutschland Eintracht Frankfurt 3:3 0:1 (H) 3:2 (A)
2022/23 UEFA Europa Conference League 2. Qualifikationsrunde Ungarn Puskás Akadémia FC 3:0 3:0 (H) 0:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Kroatien Hajduk Split 2:3 1:3 (A) 1:0 (H)
2023/24 UEFA Europa Conference League 2. Qualifikationsrunde Slowenien NK Celje 4:4
(2:4 i. E.)
4:3 (A) 0:1 (H)
2024/25 UEFA Conference League 2. Qualifikationsrunde Malta FC Floriana 5:0 1:0 (A) 4:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Schweiz FC Zürich 5:0 3:0 (A) 2:0 (H)
Play-offs Bosnien und Herzegowina HŠK Zrinjski Mostar 7:0 3:0 (H) 4:0 (A)
Ligaphase Slowenien NK Celje 3:1 (H)
Schweden Djurgårdens IF Fotbollsförening 2:1 (A)
Tschechien FK Mladá Boleslav 2:1 (H)
Kasachstan FK Astana 1:1 (A)
Schweiz FC St. Gallen 4:1 (A)
Italien AC Florenz 1:1 (H)
Achtelfinale Spanien Betis Sevilla 2:6 2:2 (A) 0:4 (H)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 98 Spiele, 35 Siege, 22 Unentschieden, 41 Niederlagen, 124:137 Tore (Tordifferenz −13)

Erfolge

Fans

Vereinsmitglieder und aktive Fanszene

Die wichtigste Unterstützung erhält die Mannschaft von den heimischen Fans, die Spieltag für Spieltag mitfiebern. In den Achtzigern wurden einige Fangemeinden u. a. die JUVI (Juventude Vitoriana) oder die Conquistadores gegründet, die jedoch heute nicht mehr aktiv sind und in den 1990er Jahren von neuen Fangemeinden abgelöst worden sind. Die heutigen Fangemeinden sind die White Angels (seit 1999) und die Ultras Insane Guys (seit 1994). Mit ca. 40.000 Vereinsmitgliedern ist Vitória nach dem Benfica Lissabon, FC Porto und Sporting Lissabon einer der größten Vereine Portugals.

Rivalitäten

Als größter Rivale gilt Sporting Braga, beide Vereine stammen aus nordportugischen Provinz Minho. Die Begegnung wird als Derby Minhoto bezeichnet.

Starke Abneigungen gibt es auch gegenüber den Vereinen aus Porto; die Fans des FC Porto sehen es als ein eher gewöhnliches Spiel an, jedoch bei der Rivalität zu Boavista Porto ist es beidseitig.

Kader 2025/26

Stand: 7. Januar 2026[5]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit
Tor
25 Kolumbien Juan Castillo 13.01.2003 2025
27 Brasilien Charles 04.02.1994 2023
91 Portugal Gui 13.05.2006 2023
98 Brasilien Lucas Furtado 09.03.2005 2025
Abwehr
02 Portugal Miguel Maga 16.11.2002 2022
03 Portugal Miguel Nóbrega 17.04.2000 2025
04 Spanien Óscar Rivas 27.03.2000 2024
13 Portugal João Mendes 13.04.2000 2024
17 Ukraine Orest Lebedenko 23.09.1998 2025
26 Uruguay Rodrigo Abascal 14.01.1994 2025
28 Brasilien Thiago Balileiro 23.02.2003 2025
66 Rumänien Tony Strata 07.09.2004 2025
Mittelfeld
06 Serbien Matija Mitrović 12.12.2004 2025
16 Angola Beni Mukendi 21.05.2002 2025
20 Portugal Samu 21.04.1996 2024
22 Spanien Fabio Blanco 18.02.2004 2025
23 Portugal Diogo Sousa 20.01.2006 2023
Sturm
07 Portugal Nélson Oliveira 08.08.1991 2024
11 Brasilien Gustavo Silva 01.06.1999 2024
14 Portugal Rodrigo Duarte 07.02.2006 2023
18 Kap Verde Telmo Arcanjo 21.06.2001 2023
19 Frankreich Oumar Camara 11.05.2007 2025
21 Guinea-Bissau Vando Félix 03.09.2002 2025
30 Portugal Gonçalo Nogueira 28.12.2003 2025
48 Belgien Noah Saviolo 07.03.2004 2025
88 Portugal Miguel Nogueira 27.02.2005 2025
90 Senegal Alioune Ndoye 05.10.2001 2025

Spieler

Trainer (unvollständig)

Name Zeitraum
Ungarn 1946 Sándor Peics 1947–1948
Ungarn 1949 Sándor Peics 1951–1952
Portugal Angola Fernando Vaz 1952
England Randolph Galloway 1954–1955
Portugal Angola Fernando Vaz 1955–1956
Portugal Mosambik Mário Wilson 1971–1975
Portugal Fernando Caiado 1975–1977
Portugal Mosambik Mário Wilson 1977–1979
Portugal José Maria Pedroto 1980–1982
Osterreich Hermann Stessl 1983–1984
Belgien Raymond Goethals 1984–1985
Brasilien 1968 António Morais 1985–1986
Brasilien 1968 Paulo Autuori 1986–1987
Brasilien 1968 Marinho Peres 1986–1987
Brasilien 1968 António Oliveira 1987–1988
Brasilien 1968 Geninho 1988–1989
Brasilien 1968 Paulo Autuori 1989–1991
Portugal João Alves 1991–1992
Brasilien Marinho Peres 1992–1993
Portugal Romeu Silva 1993–1995
Portugal Vítor Oliveira 1995–1996
Portugal Romeu Silva 1996
Portugal Jaime Pacheco 1996–1998
Montenegro Zoran Filipović 1998–1999
Brasilien Paulo Autuori 2000
Portugal Augusto Inácio 2001–2003
Portugal Jorge Jesus 2003–2004
Portugal Manuel Machado 2004–2005
Portugal Vítor Pontes 2005
Portugal Jaime Pacheco 2005–2006
Portugal Manuel Cajuda 2006–2009
Portugal Nelo Vingada 2009
Portugal Paulo Sérgio 2009
Portugal Paulo Sérgio 2009–2010
Portugal Manuel Machado 2010–2011
Portugal Rui Vitória 2011–2015
Portugal Pedro Martins 2016–2018
Portugal Luís Pinto 2026
Commons: Vitória Guimarães – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dia de eleições: quase 12.800 sócios decidem o futuro do V. Guimarães este sábado. In: Record.pt
  2. GuimaraesDigital: O dia da conquista da Taça de Portugal. 27. Mai 2013, abgerufen am 12. Januar 2026.
  3. SAPO: Só V. Guimarães ao nível dos três grandes. 11. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (portugiesisch).
  4. Vitória SC faz história e junta todas as taças nacionais - Golo FM | A Primeira Rádio Desporto. 11. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026 (europäisches Portugiesisch).
  5. Equipa Principal - Vitória Sport Clube. 7. Juli 2021, abgerufen am 7. Januar 2026 (europäisches Portugiesisch).

Koordinaten: 41° 26′ 56″ N, 8° 16′ 46″ W