Uummannap Kangerlua (Fjord, Uummannaq)
| Uummannap Kangerlua | |
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Der Uummannap Kangerlua von Uummannaq aus gesehen Richtung Südosten mit Nuussuaq auf der gegenüberliegenden Seite und Talerua am linken Bildrand | |
| Gewässer | Baffin Bay, Atlantischer Ozean |
| Landmasse | Grönland |
| Geographische Lage | 70° 47′ N, 52° 24′ W |
| Breite | 45 km |
| Tiefe | 150 km |
Der Uummannap Kangerlua (nach alter Rechtschreibung Ũmánap Kangerdlua „Fjord von Uummannaq“; dänisch Uummannaq Fjord) ist ein grönländischer Fjordkomplex im Distrikt Uummannaq in der Avannaata Kommunia.
Geografie
Der Uummannap Kangerlua ist ein Fjordkomplex, der zusammen mit dem nördlich gelegenen Komplex des Karrat Fjords den gesamten Distrikt Uummannaq ausmacht. Von seiner Mündung zwischen der Halbinsel Nuussuaq im Süden und der Insel Illorsuit im Norden verläuft der Fjord nach Osten. Über den Sund Illorsuit Imaat ist er hinter Illorsuit mit dem Karrat Fjord verbunden. An dieser Stelle erreicht der Fjord eine Breite von 45 km und ähnelt eher einer Bucht. Die nördliche Begrenzung bildet an dieser Stelle die Insel Upernivik. Dahinter ist der Fjord über den Sund Inukassaat Sulluat erneut mit einem Arm des Karrat Fjords verbunden. Hiernach folgt die Halbinsel Qiioqi, östlich derer der Kangerluarsuk als nördlichster Fjordarm des Uummannap Kangerlua folgt. Südlich des Kangerluarsuk liegt der Fjordarm Perlerfiup Kangerlua. Südlich von diesem liegt der Sund Torsukattak und südlich dessen die Insel Appat mit der westlich vorgelagerten Insel Salleq und der südöstlich vorgelagerten Inselgruppe um Saattut. In Verlängerung des Torsukattak liegt der Fjordarm Itilliarsuup Kangerlua. In dessen Mündungsbereich liegt die Insel Ukalilik und südlich hiervon die deutlich größere Insel Tuullittalik. Südlich von Appat liegt die namensgebende Insel Uummannaq und östlich hiervon die deutlich größere Insel Salliaruseq. Südöstlich von Salliaruseq verzweigt sich der Fjordkomplex in vier bis fünf relativ kurze Fjordarme. Südlich von Salliaruseq liegen die beiden Inseln Ikerasak und Talerua. Zwischen diesen und der Halbinsel Nuussuaq verläuft der längste Fjordarm des Uummannap Kangerlua in Richtung Südosten. Er wird durch den etwa fünf Kilometer breiten Sermeq Kujalleq gespeist. Kurz vor dem Gletscher fließt von Norden der Fjordarm Qarassap Kangia (Qarassap Ikera) zu. Von dessen Ursprung bis zur Mündung in die Baffin Bay sind es etwa 150 km.[1]
Geschichte
Der Fjordkomplex hat Jahrtausende alte Siedlungsspuren verschiedener Kulturen.[2] An der Nordküste von Nuussuaq wurde in Qilakitsoq der bedeutendste Mumienfund Grönlands gemacht, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammen. In historischer Zeit begann die Kolonisierung des Fjords Anfang der 1760er Jahre, als die Kolonie in Uummannaq gegründet wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurden zahlreiche weitere Handelsstationen innerhalb des Kolonialdistrikts Ũmánaĸ gegründet.[3] Seit dem Bergrutsch und Tsunami im Karrat Fjord 2017 und der damit verbundenen Entvölkerung von Nuugaatsiaq und Illorsuit befinden sich heute mit Niaqornat, Qaarsut, Uummannaq, Ikerasak, Saattut und Ukkusissat sämtliche bewohnte Orte des Distrikts Uummannaq im Uummannap Kangerlua.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
- ↑ Nunniffiit (Karte der archäologischen Fundstellen in Grönland). Grönländisches Nationalmuseum und -archiv.
- ↑ Morten P. Porsild, Alfred Bertelsen, Hother Ostermann: Beskrivelse af Distrikterne i Nordgrønland: Ũmánaĸ Distrikt. In: Georg Carl Amdrup, Louis Bobé, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): Grønland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om Grønland. Band 60–61). Band 1. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 342–429 (Digitalisat im Internet Archive).