Urgeschichte Istriens und Dalmatiens
Die Urgeschichte Istriens und Dalmatiens, also die dortige menschliche Geschichte vor den ersten schriftlichen Quellen, lässt sich zumindest im Norden Kroatiens rund eine Million Jahre belegen, als das Land im Altpaläolithikum erstmals von Menschen bewohnt war. In der Höhle Šandalja I bei Pula fand sich ein Steinwerkzeug, das auf bis zu 800.000 Jahre datiert wurde.
Das Gebiet wurde im Mittelpaläolithikum von Neandertalern bewohnt, wobei an zwei Stellen menschliche Überreste entdeckt wurden. Krapina, die ältere der beiden Neandertalerfundstätten, ist, was die Zahl der dort nachgewiesenen Individuen anbetrifft, die größte, allerdings liegt sie im Nordosten Kroatiens.[1] Auf der anderen Seite stellt die Vindija-Höhle einen recht späten Nachweis für Neandertaler dar, der zudem gleichfalls weit von der Küste entfernt liegt.
Mit (anatomisch modernen) Menschen rechnet man in Dalmatien und auf Istrien erst vor mehr als 30.000 Jahren. Ihre Knochen fanden sich bei Pula in der Höhle Šandalja II.[2]
Im 6. Jahrtausend v. Chr. setzte an dem langgestreckten Küstensaum mit dem Neolithikum die Landbebauung und die Viehhaltung ein. Die über See gekommenen Bewohner produzierten ihre Lebensmittel selbst, eine Lebensweise, die sie aus dem östlichen Mittelmeer mitgebracht hatten. Sie wurden zunehmend sesshaft, viele von ihnen lebten dabei weiterhin partiell von der Jagd und vom Fischfang. Viele Dörfer nahmen bald urbane Strukturen an. Vor der Vučedol-Kultur (3000–2200 v. Chr.) wird erstmals Kupferverarbeitung fassbar.
Mit dem Einsetzen frühester und zunächst seltener Schriftquellen sind erstmals Namen von individuellen Akteuren und von Gruppen überliefert. Im 1. Jahrtausend v. Chr. war der Küstensaum demnach von Venetern und Histriern besiedelt, weiter im Süden lebten Liburner und Illyrer. Die römische Geschichtsschreibung übertrug die letztere Bezeichnung nach und nach auf alle Völker auf der westlichen Balkanhalbinsel. Die gesellschaftlichen Hierarchien nach dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurden steiler, die Expansion keltischer Stämme verdrängte große Gruppen südwärts, die dort neue Reiche errichteten. Gleichzeitig gründeten von Süden her Griechen eine Reihe von Kolonien entlang der Küste, die die Nachbarn kulturell stark beeinflussten. Ab der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurde das Gebiet römisch, nach jahrelangen Aufständen entstand die militärisch gesicherte Provinz Dalmatia.
Paläolithikum
Zu den wichtigsten Fundstätten des Paläolithikums am Ostrand der Adria, bei denen es sich meist um Höhlen handelt, zählen Krapina, Vindija, Velika pećina, Veternica, Šandalja I und II, die Romualdo-Höhle, dann die Vergotinova pećina und die Cerovačke pećine.
Altpaläolithikum
Vier Kilometer nordöstlich von Pula glaubte man im Süden Istriens die ältesten menschlichen Spuren des Küstensaums in einem System mehrerer zusammenhängender Höhlen gefunden zu haben. Es handelt sich um Geröllwerkzeuge in der Höhle Šandalja I, deren Alter sich jedoch nicht mehr genau bestimmen lässt. Die Schichten in der von Mirko Malez untersuchten Höhle sind bis zu 9 m stark. Einer der dort entdeckten Chopper – Chopper, also Geröllwerkzeuge, sind die ältesten Steingeräte der Menschheit – wurde auf ein Alter von 800.000 Jahren geschätzt.[3] Tierische Überreste aus derselben Schicht – Pferde, Flusspferde, Bisons – ließen demnach sogar Datierungen auf ein Alter von 1 bis 1,5 Millionen Jahren zu. Bearbeitungsspuren zeigen, dass die frühen Menschen die Knochen bearbeiteten, um an das Mark zu gelangen. Sollte sich die frühere Datierung als zutreffend erweisen, könnte es sich um eine Etappe der frühesten menschlichen Besiedlung des Kontinents handeln, die im Westen bis zur Vallonet-Höhle in Frankreich oder den spanischen Fundstätten reicht. 2010 publizierte Giulia Codacci-Terlević eine Monographie zu der wichtigen Höhle.[4] Allerdings wurde ein angeblich menschlicher Zahn, der dieser Periode zugewiesen worden war, inzwischen als Hirschzahn identifiziert.[5]
Mittelpaläolithikum
Viel häufiger und besser gesichert sind an der Ostseite der Adria Funde aus dem Mittelpaläolithikum, und zwar ausnahmslos dem Moustérien (etwa 120.000 bis 40.000 BP), wie die Funde aus der Mujina-Höhle. 1899 entdeckte der Geologe und Paläontologe Dragutin (Karl) Gorjanović-Kramberger (1856–1936) in einem Abri am nahe der Stadt Krapina gelegenen Hügel Hušnjak insgesamt knapp 900 Überreste von etwa 23 frühen Neandertalern aus der Zeit vor 100.000 bis 127.000 Jahren (vgl. Krapina (archäologischer Fundplatz)).[6] Ferner wurden mehrere hundert Steinwerkzeuge und zahlreiche Tierknochen gefunden. Wie so oft kursierten Mutmaßungen, dass es sich hierbei um einen Begräbnisplatz gehandelt habe, an dem ritueller Kannibalismus betrieben worden sei.[7] Der Entdecker nannte seinen Fund Homo primigenius, bevor er dem Neandertaler zugeordnet werden konnte. Inzwischen gilt die Annahme, die Neandertaler von Krapina seien Kannibalen gewesen, als widerlegt.[8]
2010 wurde das Neandertalermuseum in Krapina eröffnet. Es zeigte sich, dass die Neandertaler in der Höhle die Zerlegung der Jagdbeute und die Steinbearbeitung nicht räumlich trennten, dass es aber sehr wohl Wechsel in den Nutzungszonen der Höhle gab, etwa im Eingangsbereich oder in geschützten Nischen. Außerdem wurde der Platz anfangs nur gelegentlich aufgesucht, während sich anhand der hohen Dichte der Artefakte für die spätere Phase eine sehr viel längere oder dauerhaftere Bewohnung ergibt.[9]
Die Vindija-Höhle im äußersten Norden Kroatiens, in der Hrvatsko Zagorje nordwestlich von Ivanec und 20 km westlich der Stadtmitte von Varaždin, liegt ungefähr 275 m über dem Meeresspiegel und ist einer der bedeutendsten Fundorte Kroatiens. Die einzige große Kammer der Höhle misst ungefähr 50 * 28 m und ist bis zu 20 m hoch.[10] Neben Steingerät des Moustérien und des Aurignacien wurden Knochen von Neandertalern geborgen, darunter das Fragment eines Unterkiefers. Die jüngsten Funde wurden 1999 auf ein Alter von nur 28 bis 29.000 Jahren datiert, was sie als die jüngsten jemals entdeckten Neandertaler-Fossilien auswies[11], doch 2006 wurde diese Datierung revidiert und ein Alter von 32 bis 33.000 Jahren genannt.[12] Ältere Funde sind teils 38.000, teils 45.000 Jahre alt.[13] Von einem der 45.000 Jahre alten Funde berichtete Svante Pääbo 2006 während einer Tagung am Cold Spring Harbor Laboratory. Seiner Arbeitsgruppe sei es gelungen, aus diesem Fossil rund eine Million Basenpaare, also 0,03 % der DNA eines männlichen Neandertalers zu rekonstruieren.[14] Ein auf ein Alter von 38.310 ± 2.130 Jahren datiertes Knochenfragment (Archivnummer Vi33.16) aus der Höhle trug dazu bei, die mitochondriale DNA des Neandertalers zu entschlüsseln.[15] Vom selben Fossil stammte auch ein Teil der DNA, anhand der eine zu 60 % vollständige Version des Erbguts rekonstruiert werden konnte, deren genaue Analyse 2010 publiziert wurde.[16] Unter anderem wurde in dieser Studie argumentiert, dass es einen Genfluss vom Neandertaler zum anatomisch modernen Menschen gegeben habe. Dieser Genfluss bewirke demnach, dass sich bis heute ein Anteil von Neandertaler-DNA zwischen einem und vier Prozent des Genoms im Genpool der nicht-afrikanischen Bevölkerung erhalten habe.[17] 2017 wurde schließlich das nahezu vollständige Genom einer Neandertaler-Frau rekonstruiert (Archivnummer Vi33.19), die vor rund 50.000 Jahren lebte.[18] Ein Vergleich mit dem ähnlich vollständig rekonstruierten Neandertaler-Genom aus der Denissowa-Höhle im Altaigebirge[19] ergab, dass diese beiden Individuen einander genetisch näher standen als dies bei zwei beliebigen heutigen Menschen der Fall ist. Daraus wurde geschlossen, dass die Neandertaler in einer sehr kleinen Population gelebt haben.
Die beiden genannten, überaus bedeutenden Fundstätten liegen im Norden Kroatiens, wohingegen im Süden nur wenige Fundstätten dieser Zeit zugeordnet werden konnten, wie die Mujina Pećina nahe der Stadt Kaštela, die auf 39.000 BP datiert wurde. 2006 und 2012 wurde an der Stätte Velika Pećina in Kličevica bei Benkovac gegraben, wo sich eine reiche Moustérienschicht fand, bei der ebenfalls eine Datierung auf 39.000 BP erfolgte.
Von Unterwasserarchäologen wurden ähnlich alte Fundstücke in Kaštel Štafilić – Resnik zwischen Trogir und Split seit 2008 geborgen. Sie stammen aus einer Zeit, als der Meeresspiegel noch erheblich tiefer lag. Menschliche Überreste aus der späten Neandertalerzeit oder der Zeit der frühesten anatomisch modernen Menschen wurden in Mittel- und Süddalmatien bisher nicht entdeckt (Stand: 2014).[20]
Jungpaläolithikum
Das Jungpaläolithikum, die früheste Epoche des heutigen Menschen, lässt sich an nur vier Fundstätten in Kroatien nachweisen. Neben Šandalja auf Istrien sind dies die Freilandstätten Donje Pazarište in der Lika-Region, also bereits am Ostrand Dalmatiens, Punikve bei Ivanec im Osten des Landes (zwei Faustkeile) und Golubovec. Die äußerst geringe Menge an Fundstätten aus dieser Zeit dürfte zum einen mit der Tatsache zusammenhängen, das lange nicht intensiv danach gesucht worden ist, vor allem aber damit, dass durch den starken Anstieg des Meeresspiegels in der Zeit nach der letzten Kaltzeit die küstennahen Artefakte zerstört worden sind. Vela Spila auf Korčula stellt hier eine Ausnahme dar.
Kennzeichen des Jungpaläolithikums ist eine neue Steinbearbeitungstechnik:[21] Feuerstein wurde in einem neuartigen Klingenkonzept unter Anlage eines „Leitgrates“ verarbeitet. Das heißt, auf dem Kern wurde ein senkrechter Dorsalgrat angelegt, der das Abtrennen langschmaler Abschläge ermöglichte. Diese werden als Klingen bezeichnet.[22] Dieses Konzept unterscheidet sich grundlegend von der auf Levalloistechnik basierenden, zuvor vorherrschenden Technik der Klingenherstellung, die als kennzeichnend für das Mittelpaläolithikum gilt.
Auf Istrien und in Dalmatien fanden sich aus dem Epigravettien, dem Zeitalter der nacheiszeitlichen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften, nur an einer Stelle menschliche Überreste, nämlich im istrischen Šandalja II. Es handelt sich um die Skelette von drei Individuen, die in der Höhle oberhalb von Šandalja I gefunden wurden, die die frühesten Spuren von Menschen in Kroatien barg. Die Überreste aus der Höhle Šandalja II, von der sich später herausstellte, dass sie zur benachbarten, 1961 entdeckten Höhle Šandalja I gehört, wurden auf 12.320 ± 100 BP datiert; die drei relativ kleinen Individuen lebten in einer Ökoregion, die entlang der Küste bis nach Italien reichte. Die Höhle ist eine Kaverne von 13,5 mal 18 m Durchmesser und gilt als die bedeutendste Fundstätte des Landes mit einer Sedimenthöhe von bis zu 8 m. Sie reicht bis in das Aurignacien zurück.[23] Allerdings wurde die Verlässlichkeit der früheren Untersuchungen jüngst in Zweifel gezogen. Damit überspannt der Technokomplex wohl nicht die Epoche vom Aurignacien bis zum Epigravettien, also von der eiszeitlichen zur nacheiszeitlichen Jäger-und-Sammler-Kultur. Demzufolge kann Šandalja II nicht mehr als Referenzstätte dienen.[24]
Die Herstellung von Keramik im Sinne von Figurinen wird inzwischen erheblich weiter zurückdatiert als früher. In Mähren fanden sich die mit 27.000 bis 31.000 Jahren ältesten Keramikarbeiten in Pavlov I und Dolni Vëstonice. Es handelte sich um Figurinen, die damit die bei Weitem ältesten Tonarbeiten der Welt sind.[25]
Am Westende der Insel Korčula, in Vela Spila, fand man 36 Figurinen und -fragmente, die zwischen 17.500 und 15.000 BP entstanden waren. Sie sind die einzigen bekannten paläolithischen Tonfigurinen in Südosteuropa, sieht man vom griechischen Klisoura ab. Etwa 2500 bis 3000 Jahre später scheint diese vor Ort entwickelte Technik wieder verloren gegangen zu sein. Die Ausgräber nehmen an, dass weniger der innovative Umgang mit dem neuen Material als vielmehr der gesellschaftliche Hintergrund ausschlaggebend für Entwicklung und Verschwinden der Technik waren. Erste Grabungen in der Höhle fanden 1951 statt. Unter Leitung von Božidar Čečuk (1974–1995), Dinko Radić (1996–2006) und seit 2007 unter Dinko Radić und Preston Miracle wurden weitere Untersuchungen durchgeführt. Dabei fanden sich Spuren, die vom Epigravettien bis in die Bronzezeit reichen. Die tiefsten Schichten wurden auf bis zu 19.500 Jahre datiert. Demzufolge wurde die Höhle kurz nach dem Kältemaximum genutzt.[26] Einige der Fundstätten im weiteren Umkreis, die dem Epigravettien zugeordnet werden können, sind Crvena Stijena in Montenegro, Badanj in Bosnien-Herzegowina, die beiden Fundstätten Kopačina (südlich des Dorfes Potšpilje auf Brač) und Šandalja (Istrien) oder die apulische Grotta Paglicci. Bei den Tierfunden dominiert der Rothirsch, gefolgt von der ausgestorbenen Pferdeart Equus cf. hydruntinus. Zwar kommen auch Wolf, Fuchs, Hase, Auerochse, Luchs usw. vor, doch sind diese Tierarten sehr selten vertreten. Dies gilt auch für Kleintierarten, wie Vögel, Fische, Reptilien.
Die Keramikstücke wurden 2001 und 2006 entdeckt, jedoch erst ab 2004 als Tonarbeiten erkannt und dann systematisch gesucht. Am Ende blieben im Jahr 2010 von den zunächst 46 Objekten 36, die eindeutige Bearbeitungsspuren aufwiesen. Sie können, so die Ausgräber, nicht aus neolithischen Schichten, wo sich gleichfalls Tonarbeiten fanden, eingebracht worden sein, da die Epigravettienschicht mehr als 1,5 m unter der neolithischen Schicht lag. Die Objekte sind nur zwischen 9 und 30 mm groß und wiegen 0,5 bis 7,6 g. Man nimmt an, dass sie bei einer Temperatur von 600–800 °C gebrannt wurden. Die separat geformten und angefügten Beine, die im Gegensatz zu den mährischen Funden keine Füße aufweisen, sind offenbar verlorengegangen, wie sich anhand von Spuren am einzig verbliebenen Bein feststellen ließ. Ein weiteres Stück von 25 * 21 * 8 mm weist regelmäßige Bänder mit v-förmigen Vertiefungen auf. Die als Schmuck oder Symbole zu verstehenden Objekte wurden durch 29 weitere, teils gleichfalls Symbole tragende oder zu solchen umgearbeitete Objekte ergänzt, die auch aus Muscheln hergestellt wurden, wie aus Cyclope aus der Familie der Nassariidae, Luria oder Lucinidae. Insgesamt sprechen die Ausgräber vom ersten Fall einer Kunsttradition in der Tontechnik, die sich unabhängig von den ältesten Fundstätten entwickelte. Diese Tradition ging danach wieder verloren, denn die ältesten neolithischen Funde wurden auf 7.000–6.400 uncal BP datiert und entstammen der Cardial- oder Impressokultur. Hier wurden nicht mehr Knochenwerkzeuge und Fingernägel benutzt, um Verzierungen anzubringen, sondern Muscheln. Insgesamt erschienen zunächst symbolische Objekte aus Knochen und anderen Materialien, dann tönerne, die jedoch wieder verschwanden, obwohl weiterhin symbolische Objekte aus Zähnen oder Muscheln hergestellt wurden – allerdings nicht mehr aus Ton. Auch entstanden keine Figurinen mehr, so dass die beiden Figurinen die einzigen Repräsentanten dieser Art sind.
Auch in der Vlakno-Höhle auf Dugi Otok zwischen den Siedlungen Luka und Savar fanden sich symbolische Objekte, wie durchbohrte Muscheln und Tierzähne.[27]
Mesolithikum oder Epipaläolithikum (ca. 9600–5500 v. Chr.)
Das Mesolithikum, im Mittelmeerraum vielfach Epipaläolithikum genannt, bezeichnet die nacheiszeitliche Periode bis zum Aufkommen der Landwirtschaft. Sie beginnt um 9600 v. Chr. und endet bereits zwischen dem Beginn des 7. und der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. Bis in die späten 1960er Jahre galt diese Phase als Zusammenbruch aller vorhergehenden Kunst, des Endes der großen Pflanzenfresserherden, zuweilen sogar als Ende der Bevölkerung, die demnach durch Zuwanderer aus dem Osten ersetzt wurde – so sah man es vor allem in Westeuropa.
Dabei stellte sich heraus, dass schon vor der Landwirtschaft Keramikgefäße hergestellt wurden, und die Domestizierung von Tieren begonnen hatte. Wie bei den vorhergehenden vom Ausgangsstoff Stein definierten Phasen, so veränderten sich auch im Mesolithikum die Werkzeuge und Waffen. Mikrolithe dominierten, doch variierten die Werkzeugformen regional sehr stark. Dabei führte der Fischfang zu zunehmender Sesshaftigkeit, was sich an Fängen aus verschiedenen Jahreszeiten ablesen lässt. Insgesamt bewirkte diese zunehmende Sesshaftigkeit eine häufig sehr kleinräumige Spezialisierung auf das lokale Nahrungsangebot. Zudem entwickelten sich jahreszeitliche Wanderzyklen, deren Reichweite geringer wurde.
Nachdem die Gletscher abgeschmolzen waren, zog sich die Tundrenlandschaft nordwärts zurück. Die Küstenverläufe änderten sich drastisch, da der Meeresspiegel um rund 120 m anstieg. Die Adria dehnte sich weit nach Norden aus, die heutige Küstenlinie entstand. Damit verschwanden aber auch große Ebenen mit ihrem vermutlich sehr reichhaltigen Nahrungsangebot, die zugleich eine breite Verbindungszone zwischen den heutigen Ufern der Adria darstellten. Wichtigste Fundstätte ist die Pupićina-Höhle.[28]
Ein Vergleich der Avifauna der istrischen Höhle Šandalja II und Vela Spila auf Korčula konnte zeigen, dass diese Veränderung im Norden, wo die flachen Graslandschaften in der Adria versanken, zu erheblich stärkeren Veränderungen in den Vogelpopulationen führten. Zugleich lässt sich zeigen, dass Muscheln ein Tauschobjekt waren, das auch weit im Hinterland auftauchte.[29] Dabei spielten Columbella rustica und Lithoglyphus naticoides die wichtigsten Rollen, wie sich in der Zala-Höhle in der Region Lika zeigte. Am istrischen Šebrn erwies sich, dass während des Mesolithikums eine festere Verbindung zwischen dem Tiefland und der karstigen Gebirgszone entstand. Die frühen Besucher kannten die Region um das Abri offenbar weniger gut, später lässt sich eine Spezialisierung auf die Jagd auf Rotwild konstatieren.[30]
Neolithikum
Die Cardial- oder Impressokultur, ein Begriff, der eine Reihe verwandter frühbäuerlicher, neolithischer Kulturen zusammenfasst, erhielt ihren Namen von Gravuren, die mit der Herzmuschel ausgeführt wurden.[31] Sie breiteten sich ab dem 7. Jahrtausend v. Chr. an der östlichen Adriaküste und rund um das westliche Mittelmeer aus, mit Ausnahme der Balearen.[32]
Anhand der ältesten neolithischen menschlichen Überreste Griechenlands konnte man belegen, dass die festlandsgriechischen Siedler eher mit denen auf dem Balkan verwandt waren, während die Bewohner der Inseln größere Nähe zu den Bewohnern Zentralanatoliens und der mediterranen Küsten aufwiesen.[33] Neben Untersuchungen an Brot- oder Weichweizen (Triticum aestivum) weist dies darauf hin, dass es eine Aufspaltung der Siedler gab, wobei ein Zweig Richtung Nordgriechenland und Balkan zog. Die Menschen bewegten sich aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst über Land, dann entlang der adriatischen Küste mit ihren zahlreichen Inseln über See.
Zwischen 6100 und 5900 v. Chr. erreichte die Kultur Dalmatien, den Süden vermutlich durch Zuwanderer, die neue Ansiedlungsmöglichkeiten entlang der Küsten suchten. Dabei blieb das Hinterland ein agrarisches Grenzgebiet.[34] Im Norden Italiens bestand für einige Jahrhunderte Kontakt zwischen den über Istrien und Friaul einwandernden und den lokalen mesolithischen Gruppen, die jedoch nach wenigen Jahrhunderten verschwanden.
Zu den bedeutendsten neolithischen Fundstätten Kroatiens zählen neben der Pupićina-Höhle, Vižula bei Medulin im Süden Istriens,[35] Danilo und die Nakovana-Höhle, aber auch die Höhle Jami na Sredi auf Cres. Eine der ältesten Siedlungen Istriens fand sich bei Koper. Sie datiert aus dem 6. oder frühen 5. Jahrtausend v. Chr.[36] Noch älter dürfte Kargadur auf der Insel Krk sein, das auf 5710 bis 5630 v. Chr. datiert wurde.[37]
Das früheste Neolithikum verbindet sich mit der istrischen Vlaška-Kultur, die etwa von 5600/5500 bis in das frühe 5. Jahrtausend v. Chr. reicht. Sie weist Beziehungen zur Danilo-Kultur Mitteldalmatiens auf. Die Epoche nach Vlaška ist noch weitgehend unklar, doch bestanden Beziehungen zur mitteldalmatischen Hvar-Kultur (vgl. Danilo-Hvar-Kultur) und zur norditalienischen Bocca-quadrata-Kultur. Der Meeresspiegel lag noch immer 10 bis 15 m niedriger als heute. Im Gegensatz zu Dalmatien waren schon früh offene Siedlungen an der Küste und auf einigen Inseln bekannt, wie auf Krk.[38]
Der Name Danilo geht auf einen Fundplatz bei Šibenik in Dalmatien zurück, während Hvar die viertgrößte Adriainsel ist. Die Menschen der nach diesen Fundstätten benannten Danilo-Hvar-Kultur fuhren mit seegängigen Fahrzeugen. Ihre Kontakte reichten zudem nach Bosnien, Slawonien und in die Ungarische Tiefebene. Sie beeinflusste die Butmir-Kultur in Bosnien-Herzegowina, und die Lengyel-Kultur in der Südwestslowakei und in West-Ungarn, aber auch in Ostösterreich. Im balkanisch-danubischen Raum anzutreffende typische Keramiken und Spondylus-Muscheln stammen vermutlich aus Dalmatien, und Obsidian aus Italien erreichte die östliche Küste der Adria.
Einige Siedlungen waren von bis zu 3 m breiten und 1,5 m tiefen Gräben umgeben. Die Dörfer lagen von der Küste entfernt in Tälern, wo Trinkwasser vorhanden war. Höhlen wurden vermutlich als Kultstätten genutzt, denn in einigen hat man bemalte Töpferwaren aus der Spätzeit der Kultur gefunden. In Smilčić bei Zadar folgten auf frühneolithischen Schichten der Cardial- oder Impressokultur Schichten mit kunstvoller Danilo-Hvar-Keramik. Eine fundlose Schicht trennte die Impressorelikte von den 13 Siedlungshorizonten der Danilo-Hvar Kultur.
Die Danilo-Keramik liegt, ausgehend vom Impresso, in großer Vielfalt an Formen und Techniken vor. Entwicklungen sind bei der Töpferei und der Abschlagtechnik erkennbar. Die Feinkeramik zeigt Verwandtschaft mit der Ripoli-Kultur auf der italienischen Adriaseite. Die Danilo-Kultur könnte von Menschen getragen worden sein, die aus dem Süden entlang der albanischen Küste kamen. Rhytons müssen vor Ort hergestellt worden sein, auch wenn der Ursprung dieser Form in Griechenland liegt, wo Gefäße mit ringförmigen Griffen von der Sesklo-Kultur aus dem frühen 6. Jahrtausend bekannt sind. Offenbar wurden sie bei Zeremonien verwendet, denn die Form war von Thessalien über Mittelgriechenland und entlang der Adriaküste verbreitet.
Funde von der Insel Hvar kennzeichnen die letzte Stufe dieser Kultur. Anhand der italienischen Parallelen und durch typologische Vergleiche mit dem gut datierten späten Starčevo- (Südungarn, Nordserbien, Nordkroatien und Teile Bosniens) und Butmir-Material war es möglich, die Kultur in die Zeitspanne zwischen 5500 und 4000 v. Chr. einzuordnen. In der Grapčeva-Höhle auf Hvar ließ sich zeigen, dass die Eichel die am häufigsten vorkommende Nahrung darstellte. Hinzu kamen Funde von Wacholderbeeren, Zypressensamen und -blättern, was auf die Nutzung von Waldressourcen durch die frühen Bauern um 6000 v. Chr. hinweist. Die Mengen an Emmer, Einkorn und möglicherweise Brotweizen waren gering. Außerdem fanden sich Spuren von Feigensamen, ein Weintraubenkern und Bruchstücke von Nussschalen. Es wurden also Lebensmittel selbst angepflanzt, aber auch weiterhin gesammelt – ob dies ausschließlich zu Nahrungszwecken, oder aber auch für rituelle Zwecke geschah, ist unklar.[39] Die Höhle erwies sich in den tiefer gelegenen Teilen als rituelle Stätte. Es fanden sich menschliche Knochen, offenbar angehäufte und verbrannte Überreste von Tieren, dazu reichhaltig dekorierte Keramik im für Hvar typischen Stil. Offenbar hatten hier Opferzeremonien für die Toten stattgefunden.[40]
In der Höhle von Vela Spila, die für das Jungpaläolithikum von so großer Bedeutung ist, fand sich auch die einzige neolithische Tonfigurine Kroatiens. Die 33 * 18 * 15 mm messende Figurine wurde allerdings in einer völlig anderen Technik gefertigt, so dass bei der Tonverarbeitung nicht von einer übergreifenden Tradition ausgegangen werden kann. In der auch als Nakovana-Höhle bekannten Fundstätte fanden sich Artefakte, die auf eine Kultstätte hinweisen.[41]
Einen ungewöhnlichen Fund machte man 2012 bei Lonche, einem Ortsteil von Koper, als eine Zahnfüllung aus Bienenwachs im Kiefer eines etwa 24 bis 30 Jahre alten Menschen entdeckt wurde, wahrscheinlich eines Mannes.[42] Sie gilt als ältester Beleg für Zahnbehandlungen in Europa und wird auf 4500 v. Chr. datiert (6655–6400 cal. BP). Der Fund wird im Museum für Naturgeschichte in Triest aufbewahrt.
Kupferzeit (ab 1. Hälfte 4. Jahrtausend v. Chr.)
Der älteste direkte Beleg eines Kupferartefakts stammt vom Fundplatz Buković. Die dort gefundene Nadel wurde auf 3300 v. Chr. datiert. Doch die zu dieser Zeit dominierende Nakovana-Kultur sowie die Hvar-Kultur lassen sich weiter zurückverfolgen. Der Fundplatz Nakovana, eine Höhle auf Pelješac, beinahe 100 km nördlich von Dubrovnik, wurde inzwischen zum archäologischen Schutzgebiet erklärt. Die Ausgräber Nikša Petrić und Stojan Dimitrijević (1928–1981) gaben der archäologischen Kultur den Namen Nakovana-Kultur. Sie bezeichneten damit nichts weiter als einen eigenen Keramikstil, der in der frühen Kupferzeit an der östlichen Adria entstanden war, und der das einzige Merkmal war, das diese Kultur von anderen unterschied. Weder Gräber noch Siedlungen ließen sich dieser Kultur zuweisen. Allerdings vermuteten sie dahinter eine eigene ethnische Gruppe. Zwei der drei bis 1970 bekannten Höhlenfunde befanden sich auf Hvar (Markova und Grapčeva špilja), die dritte befand sich auf Korčula (Vela špilja).
Da anfangs nur die beiden ersten Funde bekannt waren, sprach man auch von der Hvar-Kultur, von der man heute annimmt, dass sie die Vorgängerkultur von Nakovana war. Dabei besteht zwischen den beiden Kulturen eine hohe Kontinuität. Viele Archäologen glaubten zu dieser Zeit, dass jede Abweichung vom lokal Bekannten einen Einfluss der höheren Kulturen des östlichen Mittelmeerraumes oder des übrigen Balkans darstellte. Doch stellte sich die Eigenständigkeit der Nakovana-Kultur heraus, als sich ihr weiter Kreis durch andere Funde belegen ließ. In der Ravlića-Höhle im zentraldalmatischen Hinterland erwies sich zudem, dass die Kultur im späten Neolithikum einsetzte. An der Fundstelle Buković−Lastvine in Benkovac bei Zadar, entdeckte man Nakovana-Keramik ab Mitte der 1980er Jahre. Bei Nakovana fand man 2010 erstmals Idole in Dalmatien, die sich aufgrund des Fundzusammenhangs der Kupferzeit zuweisen ließen.[43] Die Figurinen, die nur unvollständig erhalten sind, waren 5,3 und 7,6 cm hoch. Ihre ursprüngliche Höhe mag 9 bzw. 15 bis 16 cm betragen haben. Auf einem Grab fand man die Darstellung eines apulischen Fahrzeugs, die auf die Zeit zwischen dem 7. und dem 5. Jahrhundert v. Chr. datiert wurde. Bis 1999 waren an der östlichen Adria 25 Fundplätze mit kupferzeitlichen Zusammenhängen bekannt. Sie reichten von Istrien bis zur Bucht von Kotor. Javorika–Gromače auf der Insel Veliki Brijun vor dem Süden Istriens ist eine der wichtigsten eneolithischen Fundstätten des Landes, auf Istrien selbst sind dies Pradišel (Kavran) und die Cingarela-Höhle (Momjan). Die früheste Datierung weist auf einen sehr frühen Übergang zwischen Hvar und Nakovana um 4500 v. Chr. hin, doch ist diese Zeitangabe mit Vorsicht zu genießen. Wahrscheinlich lag der Übergang vom Neolithikum zur Kupferzeit eher vor 3650 v. Chr. und nach 4200 v. Chr.
Bronzezeit (ab 2200 v. Chr.)
Cetina-Kultur
In Dalmatien ist die Cetina-Kultur eine der frühbronzezeitlichen archäologischen Kulturen, die den kupferzeitlichen folgten. Ihr Einfluss reichte vom Peloponnes, wo sie beim Übergang vom Helladicum II zu III eine wichtige Rolle spielte, bis nach Istrien und Triest, aber auch auf die italienische Seite der Adria, die sie wohl im 24. Jahrhundert v. Chr. erreichte. Ostwärts reichte sie bis in das Gebiet der Kulturen von Glasinac in Bosnien-Herzegowina und von Belotic-Bela Crkva im Westen von Serbien. Sie umfasst die letzten Jahrhunderte des 3. Jahrtausends v. Chr. und ist vor allem an Grabausstattungen, insbesondere Waffen, und Keramikdekorationen zu erkennen. Ihre Grabhügel variieren im Durchmesser zwischen 4 und 26 m, in fast allen Fällen bergen sie nur eine Person. Im Kern der Anlagen fand sich meist ein Kistengrab. Nur relativ selten fanden sich Knochen, zumal die Hälfte der Toten verbrannt wurde. Vielfach waren die Gräber gar nicht zur Aufnahme der Toten bestimmt, sondern bildeten eine Art Kenotaph.
Ein bedeutendes Grab im dalmatischen Hinterland stellt der Fund von Kupreško polje in Bosnien-Herzegowina dar, der jedoch nicht zur Cetina-Kultur gehört. Dieses Grab geht wohl eher auf westasiatisch-osteuropäische Nomaden zurück. In einem der Gräber fand sich ein älterer Mann, gekleidet in einen Wollmantel, der in einer Art Koffer oder Kiste in Rückenlage auf einem Tierfell beigesetzt worden war. Das Grab wurde zunächst mit Graslagen abgedeckt, dann mit dem Torf der Umgebung, so dass der Fund sehr gut erhalten ist.[44]
Zwischen 1300 und 800 v. Chr. wird die Urnenfelderkultur angesetzt. Da der kennzeichnende Bestattungsritus – Totenverbrennung auf einem Scheiterhaufen und Beisetzung des Leichenbrandes in Urnen – auch in anderen Kulturen geübt wurde, ist die Urnenfelderkultur durch weitere Kriterien, wie typische Bronze- und Keramikformen, definiert. Dabei dominiert im Osten die Vitrovitica-Kultur, im Westen die Castellieri-Kultur.
Castellieri-Kultur
Die Castellieri-Kultur entstand auf Istrien und dehnte ihren Einfluss Richtung Dalmatien, aber auch ins Friaul und nach Julisch Venetien aus, wo die komplexesten Formen entstanden. Dies gab Anlass zu Mutmaßungen über „Völkerwanderungen“, die sich jedoch nicht belegen ließen, aber auch zu autochthonen Entwicklungen. Mit der römischen Eroberung verwandelten sich einige der Castellieri-Siedlungen in Städte, wie etwa Tergeste und Colonia Pietas Iulia Pola. Die Kultur bestand vom 15. bis zum 3. vorchristlichen Jahrhundert.
Charakteristisch sind die befestigten Dörfer, die der Kultur ihren Namen gaben. Sie waren von einem oder auch mehreren, häufig drei, Wällen umgeben, wobei sie eher rund auf Istrien und in Julisch Venetien waren, hingegen rechteckig im Friaul. Ähnlichkeiten mit mykenischen Bauwerken gaben wiederum Anlass zu Spekulationen über entsprechende Wanderungswellen aus Griechenland.[45] Etwa hundert dieser Dörfer bzw. Nekropolen sind bekannt. Zu ihnen zählen der Limski-Kanal im mittleren Westen Istriens, Jelarji zwischen Muggia und Koper (heute Elerji), Monte Giove bei Prosecco (Triest) und San Polo, einer frazione von Monfalcone. Das größte dürfte Nesactium 10 km nordöstlich von Pula gewesen sein.[46]
Die Ummauerung ist in der Regel kreisförmig und besteht aus nicht miteinander verbundenen Steinblöcken oder auch aus einem einfachen Erdwall mit befestigten Zugängen zum Innenbereich, der ein Dorf darstellte. Daneben findet sich auch die „unvollständige Umfriedung“, die sich auf die Verteidigung der leichter zugänglichen Seiten auf Anhöhen mit zumeist steilen Hängen beschränkt.
Am häufigsten ist Keramik aus mattem schwarzem Ton, verziert mit geriffelten Buckeln, dann Werkzeuge aus poliertem Stein in den ältesten Fundstätten, gebogene Haarnadeln aus poliertem schwarzem Ton, Fibeln vom Typ Certosa und La Tène in den Dörfern der Eisenzeit. Zahlreiche Nekropolen mit Steinkisten, in denen die Toten, oft in Embryohaltung, und mit bescheidenen Grabbeigabe, beigesetzt wurden. In der Eisenzeit finden sich Urnen aus Terrakotta, die in Gruben unter oder zwischen den Wällen beigesetzt wurden.
Eisenzeit (ab 800 v. Chr.)
Von Nordostfrankreich bis zum Nordwesten der Balkanhalbinsel hat man Überreste der Hallstatt-Kultur gefunden. Georg Kossack teilte diesen Raum 1959 in einen westlichen und einen östlichen Kreis. Zum Osthallstattkreis zählen demnach Mähren, Niederösterreich, die Steiermark, das westliche Ungarn, Slowenien und das nördliche Kroatien. Nach Paul Reinecke lässt sich die ausgehende Bronzezeit und die frühe Eisenzeit in vier Perioden einteilen, die mit den Buchstaben A bis D bezeichnet werden. Davon werden HaA (1200–1000 v. Chr.) und HaB (1000–800) zur bronzezeitlichen Urnenfelderkultur, HaC (800–650) und HaD (650–450 v. Chr.) zur eisenzeitlichen Hallstattkultur gerechnet. Wurden im eisenzeitlichen Westen herausgehobene Personen mit Schwert (HaC) oder Dolch (HaD) bestattet, gab man ihnen im Osten eine Streitaxt mit ins Grab. Die Krieger im Osten wurden mit ihrer kompletten Bewaffnung beerdigt.[47] Ob eine Gleichsetzung von materieller Kultur, Sprache oder gar biologischer Abstammung möglich ist, gilt als fraglich. Frühere Versuche, sie im Osten den Illyrern oder Kelten zuzuordnen, gelten als gescheitert bzw. müssen weniger auf ethnische als auf sprachlich-kulturelle Gemeinsamkeiten zurückgeführt werden. Im Falle der Illyrer verband die zahlreichen Gruppen vor allem die Fremdwahrnehmung durch Griechen und Römer, die immer mehr Völker zu den Illyrern rechneten.
Es sind nun erstmals Völker namentlich bekannt, wie die Histrii auf Istrien, die Iapodes oder Iapydes in Lika und im Una-Tal in Bosnien oder die Liburni in Norddalmatien. Dabei wurde deutlich, dass die gesellschaftlichen Hierarchien nach dem 8. Jahrhundert steiler wurden. Zudem wurden neue, bisher unbewohnte Gebiete besiedelt. Befestigte Steinwälle tauchten auf, größere Siedlungen entstanden neben älteren, kleineren.
Das Gebiet der Histrier grenzte im Westen an das der Veneter, im Norden an das keltischer Stämme, im Nordosten an das Gebiet der Iapoden und zwischen dem heutigen Opatija und Rijeka stieß ihr Gebiet an das der Liburner, die allesamt erst sehr viel später zu den Illyrern gerechnet wurden. Für die Zeit um 200 v. Chr. berichtet der römische Historiker Titus Livius von drei Städten (oppida) der Istrier, nämlich Nesactium, die im Süden der Halbinsel gelegene Hauptstadt, dazu Mutilla und Faveria. Nesactium, 10 km östlich von Pula gelegen, stieg später zu einer bedeutenden römischen Stadt auf und ist archäologisch gut erforscht.
Um 300 v. Chr. endeten die lokalen Kulturen, die ohne Schrift auskamen, mit dem Vordringen keltischer Gruppen im Norden und griechischer Siedler im Süden. Sie brachten neue Siedlungstypen, Waffen und Beerdigungsriten mit, zudem neue religiöse Formen. Dabei lassen sich in Slowenien vier Gruppen unterscheiden. Die größte war die Mokronog-Gruppe, die nach Mokronog im Mirna-Tal benannt wurde. Dabei lässt sich für die südlicher gelegenen Gebiete eine hohe Kontinuität der vorkeltischen Bevölkerung belegen. Sie übernahm zwar Beerdigungssitten und Waffen, doch die Keramik setzte die vorhandenen Stile fort. Die Idrija-Kultur, benannt nach Idrija pri Bači an der Idrijca, war sehr viel stärker auf Istrien ausgerichtet. Hier treten nur selten keltische Fibeln oder Glasschmuck auf, die adriatischen Kleidungs- und Schmuckformen herrschten vor. Römische Quellen nennen die Carni in dieser Region. Sie überwinterten in einer Gegend namens Akileja, von wo sie 186 v. Chr. die Römer vertrieben, die dort die Stadt Aquileia gründeten. Die dritte Gruppe waren die Iapydes, die im Südosten Sloweniens und in Kroatien, in der Nachbarschaft von Liburnien lebten.
Keltische Nekropolen fanden sich auch in Nesactium, Limska Gradina, Picugi, Kaštel bei Buje, Kaštelir bei Nova Vas und Pula. In der Nekropole von Picugi fanden sich Situlae der La-Tène-Kultur aus dem letzten vorchristlichen Jahrhundert.
Illyrer
Schon bei Beginn schriftlicher Aufzeichnungen wurde der Name Illyrer uneinheitlich gebraucht, und die Zahl der Stämme, die von antiken Geographen und Historikern zu ihnen gezählt wurde, wuchs im Zuge der Erkundungsfahrten der Griechen entlang der adriatischen Küste. Zuerst erscheinen sie bei Hekataios von Milet (5. Jahrhundert v. Chr.), der Japyger, Taulantier, Chelidonier, Sesarether und Abrer zu ihnen rechnet. Herodot nennt in seinen Historien (I 96) das Volk der Ἰλλυριῶν Ἐνετοί (Illyriōn Enetoí) als Nachbarn der Triballoi, Dardanoi und Makedonen.
Der Periplus des Pseudo-Skylax aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. unterscheidet die Illyrer der Küste von denen im Hinterland. Zu den ersteren zählt der Verfasser die Buliner, Hyller, Hierastammer, Nestäer, Manier, Encheleer (um den Ohridsee), Taulantier, Oriker (südlich von Vlora) und Amantier (östlich von Vlora). Dass die Japyger in dieser Aufzählung fehlen, lässt sich mit deren Vertreibung durch die Liburner erklären. Diese Festlegung der Illyrer als Volk an der Adriaküste auf dem Balkan, deren Nachbarn im Norden die Liburner und im Süden die Chaonier in Epirus waren, galt im griechischen Kulturraum bis zur Zeit der Eroberung durch die Römer, und noch das Geschichtswerk des Pseudo-Skymnos (2. Jahrhundert v. Chr.) hält es so.
Durch die Eroberung des Balkans und die Einrichtung der Provinz Illyricum beschleunigte sich die unterschiedslose Verwendung des Namens Illyrer. Der römische Historiker Florus zählt die Liburner bereits zu den Illyrern (I 21), Eustathios und Appian (Illyr. 8) die Histrier und Strabon neben diesen sogar die Stämme der Breuni und Genauni in den Alpen (VII 314). Um der Verallgemeinerung entgegenzuwirken, empfahlen Pomponius Mela (II 56) und Plinius der Ältere (in seiner naturalis historia III 144), als Illyrer nur die „Illyrii proprie dicti“ (Illyrer im engeren Sinne) zu bezeichnen. Damit bezogen sie sich auf die illyrischen Stämme der mittleren italischen Adriaküste. In den Berichten kaiserzeitlicher Autoren sitzen die Illyrer meist zwischen Donau und Save im Norden und Epirus im Süden, von der Adria bis ins Hinterland galten sie als Nachbarn der Thraker.
Je nach den landschaftlichen Gegebenheiten bildeten Viehzucht oder Ackerbau die ökonomische Basis der eisenzeitlichen Bewohner Illyriens. An der Wende vom 2. zum 1. Jahrtausend v. Chr. dominierten noch die Hirtenkulturen. In den Gebirgsgegenden des westlichen Balkans änderte sich daran wenig, während sich in den Ebenen der Feldbau durchsetzte. Die eisenzeitliche illyrische Gesellschaft war in Familienverbänden gegliedert. Grabfunde belegen beträchtliche soziale Unterschiede.
Griechische Luxuswaren wurden Prestigegüter der illyrischen Eliten. In den großen und reich ausgestatteten Sippengrabhügeln im Tal des Mat (Nordalbanien) und am Ohridsee fanden sich zahlreiche griechische Produkte. Entstehung und Ausbau der befestigten Höhensiedlungen zu städtischen Zentralorten (wie Byllis und Berat) gehen auf starke Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaftsstruktur zurück. Städtisches Handwerk und Handel gewannen an Bedeutung und die Illyrer betrieben Handel und auch Piraterie. Mit solchen Städten als zentralen Orten entstanden seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. „Fürstentümer“.
Liburnien
Die Liburner wurden erst spät zu den Illyrern gezählt. Ihr Gebiet lag in der Gegend von Iader und reichte von der Krka im Süden bis zur Kvarner-Bucht im Norden. Im Süden waren ihre Nachbarn die Delmaten, im Norden die Veneter und Histrier. Die Liburner waren als Seefahrer und Piraten bekannt. Sie entwickelten den leichten Typ eines Ruderschiffs, die nach ihnen benannte Liburne, die später auch von der römischen Flotte eingesetzt wurde.
Mit der Entstehung griechischer Kolonien auf den Inseln Dalmatiens verstärkte sich seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. deren Einfluss auch hier. Erstmals erscheinen die Λιβυρνοί namentlich im Periplus des Pseudo-Skylax aus der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr.[48] 384 oder 383 siegte Syrakus in einer Seeschlacht über die Liburnier, wie eine Inschrift in Pharos belegt und wie Diodorus Siculus berichtet. Die Liburnier zogen sich auf ihren Kernbereich zurück. Dennoch beherrschten sie bis um 250 v. Chr. die Küste, als die Ardiaei unter König Agron durch die Expansion der Kelten südwärts getrieben wurden. 235 v. Chr. kam die Kolonie an deren König Agron, doch eroberten 219 v. Chr. Römer die Insel.
Von der liburnischen Sprache sind nur einige Toponyme überliefert, anhand derer einige Sprachwissenschaftler eine Verwandtschaft des Liburnischen mit der venetischen Sprache zu erkennen glauben.[49]
Griechen und Illyrer
Die befestigte protourbane Bergsiedlung Monkodonja misst etwa 250 mal 155 m und hat eine ovale Form. Außerhalb der Akropolis lagen die Ober- und die Unterstadt, wo sich einfachere Handwerker- und Wohnhäuser befanden. Etwa tausend Menschen lebten in der Siedlung. Sie ist eine der ältesten stadtartigen Anlagen, deren Architektur von Griechenland beeinflusst wurde. Sie war von 1800 bis 1200 v. Chr. besiedelt, es fanden sich Überreste, die als mykenisch gedeutet wurden. Griechen siedelten schon Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. in Dalmatien.[50] Ins 12. Jahrhundert v. Chr. datieren Funde von Brač.
Während die Griechen in den folgenden Jahrhunderten im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer über 200 Kolonien gründeten, zog sie die Adria kaum an. Die frühen Kontakte haben sich vermutlich in den Legenden erster Besuche der Adria niedergeschlagen, wie etwa durch Antenor, der nach der Überlieferung Homers einer der weisesten unter den greisen Trojanern war. Zwischen dem 6. und 4. Jahrhundert v. Chr. konzentrierten sich die griechischen Kolonien auf der westlichen Seite der Adria, kaum auf der östlichen. Immerhin leitet sich der Name des Meeres vom griechischen Wort aitria ab, was ‚klar‘, ‚strahlend‘ bedeutet; aber auch das illyrische Wort adur wurde bemüht, das über den Ortsnamen Adria dem Meer den Namen gegeben haben soll.
Jahrhundertelang war die kleine Insel Palagruža, auf halbem Wege zwischen Korfu und dem italienischen Festland mitten in der Adria gelegen, ein wichtiger Orientierungspunkt und Kultplatz (6. Jahrhundert v. Chr. bis 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr.). Später übernahm diese Rolle das von Plinius dem Älteren genannte Promontorium Diomedes (Kap Ploča).
Vor allem im Süden gründeten Griechen mehrere Kolonien, darunter Pharos auf Hvar. Dieser Ort, heute Stari Grad (‚alte Stadt‘), wurde 385/384 v. Chr. von der Kykladeninsel Paros aus gegründet. Als es wenige Jahre später zu einem Konflikt mit den benachbarten Illyrern kam, versuchten Zehntausende von ihnen, die Stadt zu erobern. Doch die Flotte von Syrakus rettete die Kolonie. Nach diesem Sieg teilten die Griechen das Achtel der Insel, das sie besaßen, neu auf. Anscheinend führte der Krieg dazu, dass die Kontakte zum Hinterland abrissen. Syrakus seinerseits erweiterte damit seine Einflusssphäre auf die Ostseite der Adria, nachdem es die Karthager besiegt hatte, zudem verbündete es sich mit den Kelten Oberitaliens gegen Liburnien. Der Ausweitung seiner Kontrolle über die Adria dienten ebenso die Koloniegründungen von Adria und Ancona an der Westseite der Adria. 384 oder 383 v. Chr. fand offenbar eine Seeschlacht zwischen Liburniern und Syrakusanern statt, wie aus einer Inschrift in Pharos hervorgeht und wie auch Diodor berichtet. Die Niederlage zwang die Liburnier, sich auf ihren Kernbereich zurückzuziehen und auch das italische Festland aufzugeben. Dennoch dominierten sie bis um 250 v. Chr. die Küste, als die Ardiaei unter König Agron durch die Expansion der Kelten südwärts getrieben wurden. 235 v. Chr. kam die Kolonie an deren König Agron. Einer möglichen neuen Reichsbildung kamen 219 v. Chr. die Römer zuvor, die die Insel eroberten.
Wenige Jahrzehnte nach Pharos entstand die dorisch-syrakusanische Kolonie Issa auf Vis. Auf dieser Insel fanden sich allein fünf eisenzeitliche Burgen, von denen die wichtigste Talež war. Die Bewohner waren so erfolgreich im Weinhandel und -anbau, dass sie weitere Kolonien gründeten, nämlich Tragurion (Trogir), Epetion (Stobreč) und vielleicht Salona (Solin), allesamt wenige Kilometer von Split entfernt. Ihre Gründung erfolgte, trotz früher illyrisch-griechischer Kontakte, wohl erst, als Issa mit Rom verbündet war, also gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. So formte Issa geradezu einen hellenistischen Staat, den einzigen in der Region. Die griechischen Kolonien Pharos, Issa und Heracleia prägten ab Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. drei Jahrhunderte lang eigene Münzen.[51] Einige illyrische Könige eiferten ihnen hierin nach.
Die Mündung der Neretva kontrollierten wohl die illyrischen Manioi, die auch die 65 km lange, 368 km² große Halbinsel Pelješac im Süden dominierten, die von strategischer Bedeutung war. In der Spila-Höhle oberhalb des Dorfes Nakowana wurden Grabungen durchgeführt, die Artefakte aus der Zeit vom 4. bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. zutage förderten. Die meisten der mehr als 8.000 Tonscherben fanden sich um einen etwa 60 cm hohen Stalagmiten, der sich als Ritualort auffassen lässt. Rund um die illyrische Festung unterhalb der Höhle fand man binnen zweier Wochen mehr als 60 Grabhügel.
Literatur
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