Uppo-Nalle
Uppo-Nalle ist ein Kinderbuch der finnischen Autorin Elina Karjalainen, das 1977 mit Illustrationen von Hannu Taina beim Verlag WSOY veröffentlicht wurde.[1] Aufgrund des großen Erfolges in Finnland wurden die Abenteuer mit Uppo-Nalle, dem kleinen, dichtenden Teddybären und seiner Freundin Reeta, in vielen weiteren Büchern fortgesetzt.[2]
2014 erschien mit Unterstützung der Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V. sowie des Verlags WSOY im Selbstverlag und einer kleinen Auflage der erste Band auf Deutsch in einer Übersetzung von Henriikka Riedl.[3] Die deutsche Auflage, ebenfalls unter dem Titel Uppo-Nalle, sollte den örtlichen Kindergärten, Grundschulen und Bibliotheken in Gera zur Verfügung gestellt werden.[4]
Inhalt
Der Teddybär Alfonso wird von seinem Besitzer, einem französischen Jungen, in einem Wutanfall über Bord eines Ozeanschiffes geworfen. Der kleine Bär treibt daraufhin ein ganzes Jahr lang auf allen Sieben Weltmeeren herum und nennt sich deshalb Uppo-Nalle (bedeutet sinngemäß ‚versunkener Teddy‘[5]). Er denkt sich in dieser langen Zeit im Wasser immer wieder kurze Gedichte aus und träumt von zweierlei Dingen: Einerseits möchte er gerne eines Tages einen Gedichtband mit seinen Reimen herausgeben, und andererseits würde er gerne an Land gespült werden, um dort einen Freund zu finden.
Genau das passiert, als er auf einem Sandstrand landet, auf dem gerade das kleine Mädchen Reeta mit ihrem Hund Laulava Lintukoira (bedeutet soviel wie ‚Singender Vogelhund‘) damit beschäftigt ist, Sandkuchen zu backen. Den Hund, der eigentlich ein Jagdhund sein sollte, aber lieber Lieder singt, hat Reeta von ihrem Großvater bekommen. Dieser hat vor vielen Jahren 111 Bewohner eines kleinen Schweizer Ortes aus einer Lawine befreit, wofür er eine Tapferkeitsmedaille erhalten hat, die er seither stolz an Sonntagen und auf Reisen trägt.
Reeta, die sich ihrerseits schon lange nach einem Freund gesehnt hat, nimmt Uppo-Nalle mit zu sich in ihr Sommerhaus und hängt ihn auf der Wäscheleine zum Trocknen auf. Dort verbringt das Mädchen ihre Sommerferien zusammen mit ihrem Hund und ihrer Mutter, die hauptsächlich damit beschäftigt ist, Tagesdecken zu häkeln. Uppo erzählt Reeta immer wieder von seinen früheren Erlebnissen und Abenteuern. Er ist zwar ein mutiger Bär, aber vor Buchfinken hat er offenbar große Angst. Reeta beschließt daraufhin, ein Mittel zu finden, das Uppo von seiner Angst vor den Vögeln heilt.
Reetas Vater, der zusammen mit der Großmutter und dem Großvater gerade zu Besuch ins Sommerhaus gekommen ist, rät Reeta, mit Uppo ein aufregendes, nicht allzu gefährliches Abenteuer zu erleben, wodurch der Bär wohl seine Angst vor den Buchfinken vergessen werde. Das Mädchen und der Bär machen sich daraufhin gleich am nächsten Tag auf den Weg, ein solches Abenteuer zu erleben. Mit einem Zug, dessen Lokomotive Uppo sehr fasziniert, fahren sie bis zu dessen Endstation. Reeta ist verblüfft, dass sich der Bär zutraut, das Angebot des Lokführers anzunehmen und die Lokomotive den letzten Teil der Strecke selbst zu fahren. Beim Endbahnhof angekommen treffen sie auf eine Straßenwalze, deren Fahrer sich bei ihnen erkundigt, ob sie seinen Sohn Ylermi gesehen hätten, der als Indianer umherstreicht. Sie treffen den Jungen, der sich ‚Großer Büffel‘ nennt, kurz darauf tatsächlich an und rauchen mit ihm die Friedenspfeife und schließen Blutsbrüderschaft. Als der Vater des Jungen ein Mittagsschläfchen macht, kapern Reeta und Großer Büffel die Straßenwalze und fahren mit ihr durch die Gegend. Uppo, der im Fahrerhaus keinen Platz mehr hat, muss vorne auf der Walze laufen. Durch die Reibung werden seine Pfoten heiß und beginnen zu rauchen. Polizei und Feuerwehr müssen schließlich die drei Abenteurer retten.
Zu Hause haben sich die Eltern und Großeltern bereits große Sorgen gemacht und haben wegen ihres langen Ausbleibens angenommen, Reeta und Uppo seien im Meer ertrunken. Entsprechend groß ist ihre Erleichterung und Freude, als die zwei schließlich heimkehren und reuevoll von ihrem Abenteuer erzählen.
Langsam aber sicher geht der Sommer zu Ende. Reeta erzählt Uppo, dass sie später einmal den Beruf einer Tierfreundin ausüben möchte und Uppo ihr dabei immer wieder behilflich sein könne. In der restlichen Zeit würde der Bär an seinem Gedichtband arbeiten können. Uppo ist darüber sehr glücklich, doch was ihn nach wie vor belastet, ist seine Angst vor Buchfinken, die leider kurz nach dem Abenteuer mit der Straßenwalze wieder zurückgekehrt ist. Reetas Vater findet schließlich eine Lösung, die Uppo von seiner Vogelangst befreit. Und als der Sommer letztendlich tatsächlich vorbei ist, fahren Reeta, ihre Mutter, Uppo und der Singende Vogelhund, der sich in der Zwischenzeit in eine Terrier-Hündin verliebt hat und seither noch häufiger singt als zuvor, mit dem Schiff von der Sommerinsel zurück aufs Festland, wo Reeta hofft, Uppo mit in die Schule nehmen zu können, sodass beide alle wichtigen Dinge lernen können, um später Tierfreunde werden zu können.
Rezeption
Lara Kyllönen schreibt in ihrer Buchrezension: „Uppo-Nalle bedeutet soviel wie ‚versunkener Bär‘. Seit seiner Erstauflage 1977 begeistert das finnische Buch junge Leser. […] Elina Karjalainens Erzählstil ist brillant und lustig, und Hannu Tainas bezaubernde Illustrationen sind die ideale Ergänzung. Das Buch ist voller Gedichte, Wortspiele und Reime, die Kinder zum Lachen bringen – leider ist dies wunderbare Bärenbuch nicht auf Deutsch erhältlich.“[1]
Auszeichnungen
1997 wurde zu Ehren von Uppo-Nalle eine finnische Briefmarke mit dem Titel Uppo-Nalle ja Kumma (‚Uppo-Nalle und das Sonderbare‘), nach dem gleichnamigen Buch von 1993, herausgegeben.[6] Weiters wurde die Kinderklinik des Universitätsklinikums Kuopio, die 2001 fertiggestellt wurde, nach dem Bären Uppo-Nalle benannt.[7]
Referenzen
Uppo-Nalle wird in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 3+ Jahre empfohlen.[1]
Ausgaben
- Uppo-Nalle. WSOY, Finnland 1977 (librarything.com).
Adaptionen
1980 wurden die Abenteuer von Uppo als Theaterstück in Kuopio uraufgeführt und 1991 unter der Regie von Raili Rusto verfilmt.[2] Zahlreiche Uppo-Nalle-Bücher sind auch als Hörbücher[8] beziehungsweise als E-Books verfügbar.
Seit der Bundesgartenschau 2007 hat eine Uppo-Nalle-Figur einen prominenten Platz im Partnerschaftsgarten im Hofwiesenpark in Gera.[9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Julia Eccleshare (Hrsg.): 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! 1. Auflage. Edition Olms, Zürich 2010, ISBN 978-3-283-01119-2 (960 S., librarything.com).
- ↑ a b Uppo-Nalle facts for kids. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Elina Karjalainen: Uppo-Nalle. Deutsch-Finnische Gesellschaft Thüringen, Gera 2014.
- ↑ https://www.dfg-ev.de/news/3932/uppo-nalle-erscheint-auf-deutsch
- ↑ Joachim Böger, Helmut Diekmann, Hartmut Lenk, Caren Schröder, Aino Kärnä: Suomi-saksa-suomi sanakirja. WSOY, Helsinki 2000, 253.
- ↑ "Uppo-Nalle and the Ghost" by Elina Karjalainen. In: colnect. Abgerufen am 27. Dezember 2025.
- ↑ Kuopion lastenklinikka. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (finnisch).
- ↑ Uppo-Nalle jaksot 1-18 YLE Radioteatteri – Buchreihe. Abgerufen am 27. Dezember 2025 (finnisch).
- ↑ https://www.dfg-ev.de/news/3932/uppo-nalle-erscheint-auf-deutsch