Untergrub (Gemeinde Göllersdorf)
| Untergrub (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Untergrub | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Hollabrunn (HL), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Hollabrunn | |
| Pol. Gemeinde | Göllersdorf | |
| Koordinaten | 48° 29′ 26″ N, 16° 10′ 32″ O | |
| Höhe | 227 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 115 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 3,86 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 03872 | |
| Katastralgemeindenummer | 09022 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Untergrub ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die Ortschaft zählt 115 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1971 bestand Untergrub als selbständige Ortsgemeinde.[2]
Geografie
Das Dorf befindet sich zwischen dem Ernstbrunner Wald im Norden und dem Schloss Schönborn im Südwesten. Der Ort ist über die Landesstraßen L1085 und L1086 erreichbar und wird vom Gruber Bach entwässert, einem linken Zufluss zum Göllersbach. Am 1. April 2020 verfügte die Ortschaft über 65 Adressen.[3]
Geschichte
Der Ort hieß früher Mittergrub. Untergrub (manchmal auch Niedergrub genannt) befand sich weiter südlich, war aber von der Pest schwer getroffen, wurde anderen Quellen zufolge im 15. Jahrhundert durch einen Dammbruch geflutet, sodass die Bewohner den Ort aufgaben und nach Mittergrub zogen, das fortan Untergrub genannt wurde. Die ehemalige Ortslage von Untergrub trägt heute den Flurnamen Edengrub (auch Ödengrub) .
Die Bewohner waren zum Teil Landbauern und zum Teil Weinbauern, wobei die Bauern mit etwa 22 Joch und die Weinbauern mit etwa 7 Joch Land bestiftet waren. Auf den nur mittelmäßigen Böden wurden überwiegend Korn, Hafer, Weizen und Gerste gezogen. Auch der im Weinbau war bedeutend, nicht hingegen der Obstbau und die Viehzucht, schrieb Schweickhardt im frühen 19. Jahrhundert. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 31 Häusern genannt, das nach Göllersdorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Schönborn besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Schönborn, Schottenstift und Stift Reichersberg.[4] Um 1850 gelangte die Katastralgemeinde Untergrub zur damaligen Gemeinde Göllersdorf. In den Jahren 1878, 1884 und 1890 wurden die Ansuchen um Trennung von Göllersdorf und Konstituierung als selbständige Gemeinde abgewiesen. Erst 1919 wurde Untergrub zur selbständigen Ortsgemeinde.
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Untergrub ein Gastwirt mit Gemischtwarenhandel, eine Milchgenossenschaft, ein Schmied, ein Schuster und einige Landwirte ansässig.[5] Im Jahr 1951 errichtete die Gemeinde eine Ortswasserleitung.[6]
Mit 1. Jänner 1972 wurden im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergau, Eitzersthal, Großstelzendorf, Obergrub, Porrau, Untergrub, Viendorf und Wischathal nach Göllersdorf eingemeindet.[2]
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 220 (Ausgabe 1769; Grub in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 188 (Grub (Unter-) – Internet Archive).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 40, Sektion Göllersdorf, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,8 MB]).
- Hans Kronberger: Aus der Geschichte von Göllersdorf, Druck: Ferd. Berger und Söhne, Selbstverlag der Marktgemeinde Göllersdorf, 1977
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 122.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 52. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 238 (Grub (Unter-) in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 481
- ↑ Figl „Ziel des Lohn-Preis-Abkommens Eingliederung in die Weltwirtschaft“. In: Wiener Montag. Unparteiische Wochenzeitung, 9. Juli 1951, S. 1 (online bei ANNO).