Obergrub (Gemeinde Göllersdorf)

Obergrub (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Obergrub
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Hollabrunn
Pol. Gemeinde Göllersdorf
Koordinaten 48° 29′ 58″ N, 16° 10′ 39″ Of1
Höhe 250 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 85 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 2,89 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03816
Katastralgemeindenummer 09021
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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85

BW

Obergrub ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die Ortschaft zählt 85 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1971 war Obergrub eine selbständige Gemeinde.[2]

Geografie

Das am Gruber Bach, einem linken Zufluss zum Göllersbaches gelegene Dorf befindet sich südlich des Ernstbrunner Waldes und ist über die Landesstraße L1085 erreichbar, die durch den Ort führt. Am 1. April 2020 verfügte die Ortschaft über 41 Adressen.[3]

Geschichte

Die Herren von Grub (auch Gruber oder Grueber) besaßen hier ein Schloss, das 1446 von den Herren von Vöttau, die die Burg Bítov innehatten, überrannt wurde; diese konnten erst nach zwei Jahren vertrieben werden. 1485 eroberte Matthias Corvinus die Anlage und hielt hier kaiserliche Truppen gefangen. Danach verliert sich die Spur der Herren von Grub und die Herrschaft Obergrub,[4] die die Ortsobrigkeit über Obergrub und über einige Häuser in Untergrub umfasste, geriet ins Eigentum des Stifts Reichersberg.

Die Bewohner waren teils Landbauern, teils Weinbauern und teils Handwerker. Die Böden waren fruchtbar und brachten Korn, Hafer sowie etwas Weizen hervor; auch im Wein- und Obstbau erzielte man gute Ergebnisse, schilderte Schweickhardt den Ort im frühen 19. Jahrhundert.

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 28 Häusern genannt, das nach Bergau eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Pfarre Bromberg besaß die Ortsobrigkeit, die an die Herrschaft Schönborn delegiert war; die Herrschaft Schönborn übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten der Pfarre Bromberg als Lehensnehmer von Stift Reichersberg.[5]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Obergrub ein Gastwirt mit Gemischtwarenhandlung und ein Landesproduktehändler ansässig.[6]

Mit 1. Jänner 1972 wurden im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergau, Eitzersthal, Großstelzendorf, Obergrub, Porrau, Untergrub, Viendorf und Wischathal nach Göllersdorf eingemeindet.[2]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 219 (Ausgabe 1769; Grub in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 184 (Grub (Ober-)Internet Archive).
  • Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 40, Sektion Göllersdorf, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,8 MB]).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 122.
Commons: Obergrub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  2. a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 49. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3  MB; Inhalt PDF); abgerufen am 31. Oktober 2025.
  3. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
  4. Carl von Gochnat: Nieder-Oesterreichischer Dominien-Schematismus für das Jahr 1848. [Ein Handbuch des ganzen Personalstandes von den sämmtlichen Dominien in Oesterreich unter der Ens (etc.).] Verlag bei Edlen von Schmidbauer und Holzwarth, Wien 1848, S. 112 (Scan in der Google-Buchsuche).
  5. Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 236 (Grub (Ober-) in der Google-Buchsuche).
  6. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 379