Ulysses Voelker
Ulysses Voelker, auch Jean Ulysses Voelker (* 1956 in Frankfurt am Main)[1] ist ein deutscher Typograf, Grafikdesigner, Buchgestalter und Autor. Von 2000 bis 2019 war er Professor für Typografie und Editorial-Design am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Mainz.
Leben und Wirken
Nach der Schule absolvierte Ulysses Voelker zunächst zwei Ausbildungen zum Decksmann und zum Zimmermann. Nach verschiedenen beruflichen Stationen, u. a. als Zimmermann, entschloss er sich für ein künstlerisches Studium.
1987 begann er ein Studium Kommunikationsdesign an der Hochschule für Künste Bremen unter anderem bei Eckard Jung, einem ehemaligen Student der Hochschule für Gestaltung Ulm. Noch während seines Studiums veröffentlichte Voelker sein erstes Buch, das er selbst konzipiert, verfasst und gestaltet hat: X oder: Zimmermann meets Spiekermann, eine Würdigung des Werks von Erik Spiekermann.[2] 1993 schloss Voelker sein Studium mit Diplom ab.
Ab 1993 arbeitete er als freier Artdirector in Düsseldorf. 1997 gründete er dort das Designbüro form fünf und wurde Lehrbeauftragter für Konzeption und Entwurf am Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf und an der Universität Duisburg-Essen. Für die IG Metall war er ab 1998 ebenfalls als freier Artdirector tätig.
Im Jahr 2000 wurde Ulysses Voelker als Professor für Typografie und Editorial-Design an die Hochschule Mainz berufen und verstärkte neben Isabel Naegele den Schwerpunkt Typografie. 2004 gründete er mit Kolleginnen und Kollegen das Institut Designlabor Gutenberg (IDG) und war neun Jahre dessen erster Institutsleiter. Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Bergerhausen veröffentlichte er mehrere Werkberichte, u. a. über die an der Hochschule entwickelte Exklusiv-Schrift Plus für die Plus-Warenhandelsgesellschaft.[3] Über viele Jahre prägte Ulysses Voelker als Dekan den Fachbereich Gestaltung.
2010 veröffentlichte er das Fachbuch Read+Play im Verlag Hermann Schmidt Mainz. 2019 folgte Ordnung in der Gestaltung – Grafische Raster in Theorie und Praxis mit der englischen Version Structuring Design – Grids in theory and practise im Niggli Verlag. 2024 publizierte er Was Kommunikationsdesign kann. Prinzipien, Inspirationen & Herausforderungen / How communication design works. Principles, inspirations and challenges gemeinsam mit seinem ehemaligen Studenten Michael Schmitz ebenfalls im Niggli Verlag.
UIysses Voelker ist aktuell (2026) assoziiertes Mitglied im Institut Designlabor Gutenberg an der Hochschule Mainz, hält Vorträge und gibt Workshops im In- und Ausland. Er lebt in Frankfurt am Main und in den Niederlanden.
Auszeichnungen (Auswahl)
Seine Arbeiten wurden bei zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter Red Dot Designpreis, Type Directors Club (TDC) New York, Schönste Deutsche Bücher, German Design Award, European Design Award, Silbermedaille und Bronzemedaille der Schönsten Bücher aus aller Welt, Deutscher Plakat Grand Prix. 2018 wurde er zudem mit dem Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz für Hochschulen ausgezeichnet.
Publikationen
- X oder: Zimmermann meets Spiekermann. Die visuelle Sprache des Erik Spiekermann. Hochschule für Künste Bremen, 1991, ISBN 3-929200-01-5.
- mit Johannes Bergerhausen: Plus – Corporate Font für die Plus-Warenhandelsgesellschaft. Werkbericht, Fachhochschule Mainz, 2009, ISBN 978-3-936723-20-5.
- Read + Play. Einführung in die Typografie. Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2010, ISBN 978-3-936723-26-7.
- Ordnung in der Gestaltung. Grafische Raster in Theorie und Praxis. Niggli Verlag, Salenstein 2018, ISBN 978-3-7212-0995-2.
- mit Michael Schmitz: Was Kommunikationsdesign kann. Prinzipien, Inspirationen & Herausforderungen. Niggli Verlag, Salenstein 2024, ISBN 978-3-7212-1042-2.
Weblinks
- Website Ulysses Voelker
- Website Institut Designlabor Gutenberg Mitglieder
Einzelnachweise
- ↑ Prof. Jean Ulysses Voelker. In: Institut Designlabor Gutenberg. Hochschule Mainz, abgerufen am 10. Januar 2025.
- ↑ Ein Buch wie kein Buch. In: taz – Archiv-Artikel. taz, 7. Januar 1993, abgerufen am 10. Januar 2025.
- ↑ Exklusiv-Schrift für die Handelskette Plus. In: SciPort RLP. Das Forschungsportal der rheinland-pfälzischen Hochschulen, abgerufen am 10. Januar 2025.