Ulsan-Klasse
| Die Gyeongbuk im Juni 1992
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Die Ulsan-Klasse (Hangeul: 울산급 호위함, Hanja: 蔚山級護衛艦) ist eine Klasse von neun Fregatten der Marine der Republik Korea (ROKN), die seit 1981 in Dienst steht.
Geschichte
Die Agency for Defense Development der südkoreanischen Rüstungsbeschaffungsbehörde entwickelte diese Klasse im Rahmen des 1974 verabschiedeten Yulgok-Projekts. Aufgabe der Schiffe ist bzw. war die Abwehr der nordkoreanischen Streitkräfte. Neun Schiffe wurden zwischen 1979 und 1992 in drei Baulosen auf südkoreanischen Werften gebaut. Die Ausstattung mit Wirkmitteln und Elektronik erfolgte mit aus Europa oder den Vereinigten Staaten importierten Systemen.
Einheiten
| Kennung | Name | Bauwerft | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung | Außerdienststellung | Verbleib |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Baulos | |||||||
| FF-951 | Ulsan (울산) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
1979 | 8. April 1980 | 1. Januar 1981 | 30. Dezember 2014 | Museumsschiff in Ulsan |
| FF-952 | Seoul (서울) |
1982 | 24. April 1984 | 18. Dezember 1984 | 31. Dezember 2015 | Museumsschiff in Seoul | |
| FF-953 | Chungnam (충남) |
Korea Shipbuilding Corporation, Busan |
1984 | 10. Dezember 1984 | 1. Juli 1985 | 27. Dezember 2017[1] | Reserve |
| FF-955 | Masan (마산) |
Korea Tacoma Shipyard, Masan |
1983 | 26. Oktober 1984 | 7. August 1985 | 24. Dezember 2019[2] | Museumsschiff auf der Insel Ganghwado |
| 2. Baulos | |||||||
| FF-956 | Gyeongbuk (경북) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Okpo |
1984 | 23. Januar 1986 | 1. August 1986 | 24. Dezember 2019[2] | Reserve |
| 3. Baulos | |||||||
| FF-957 | Jeonnam (전남) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
1986 | 19. April 1988 | 26. Oktober 1989 | 30. Dezember 2022[3] | Reserve |
| FF-958 | Jeju (제주) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Okpo |
1986 | 3. Mai 1988 | 2. Dezember 1989 | 30. Dezember 2022[3] | |
| FF-959 | Busan (부산) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
1990 | 20. Februar 1992 | 2. November 1992 | Aktiv | |
| FF-961 | Cheongju (청주) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Okpo |
1990 | 20. März 1992 | 2. Dezember 1992 | ||
Technische Beschreibung
Rumpf und Antrieb
Der Rumpf eines Schiffes der Ulsan-Klasse ist 102 Meter lang, 11,5 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 2180 bis 2300 Tonnen einen Tiefgang von 3,5 Metern. Der Antrieb, ein CODOG-System, besteht aus zwei Dieselmotoren MTU 12V 956 TB82-Dieselmotoren und zwei GE LM2500-Gasturbinen. Diese geben die Leistung an zwei Wellen mit je einer Schraube weiter. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 35 Knoten (65 km/h) und die Reichweite 8000 Seemeilen bei 16 Knoten.
Bewaffnung
Neben den drei separat aufgeführten Waffensystem verfügten die Schiffe des 1. Bauloses über vier 30-mm Emerlec EE-30-Zwillingsgeschütze, welche bei den nachfolgenden Baulosen durch drei Nahbereichsverteidigungssysteme des Typ DARDO (40-mm-Zwillingsgeschütztürme) ersetzt wurden und zwei Ablaufschienen für Wasserbomben. Des Weiteren noch zwei Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen, zwei SLQ-261K-Torpedotäuschkörpertsysteme, ein AN/SLQ-25 Nixie-Täuschkörpersystem und eine Reihe von Handfeuerwaffen.
Geschützturm
Die zwei 76-mm-Geschütz von OTO Melara befindet sich je eins auf Vorderdeck und Achterdeck. Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 100/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 16.000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 7.800 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß von 11 t um 10 % auf 9,9 t, die dann mittels Hydraulik abgefangen werden.[4]
Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladering mit einer Aufnahmekapazität von 70 Patronen, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Ring befördert werden. Auf der linken Seite wandern die Patronen in eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welche die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Patronen von Pendelarmen entgegengenommen. Diese zwei Pendelarme schwenken alternierend (bewegt sich einer nach oben, schwenkt der andere nach unten) und geben die Patrone an die Zuführtrommel in der Rohrachse ab. Die Patrone fällt auf die Beladeschale, wird angesetzt, der Verschluss steigt und der Schuss kann ausgelöst werden.
Seezielflugkörper
Als Seezielflugkörper sind zwei Viererstarter für RGM-84 Harpoon auf dem achteren Decksaufbau montiert. Die Harpoon wird von einem Turbojet angetrieben und mit einem Booster gestartet. Der Flugkörper verfügt über einen Gefechtskopf mit 221 Kilogramm Hochexplosivsprengstoff. Die Navigation zum Ziel erfolgt mit einem inertialen Navigationssystem, während die Harpoon in der Anflugphase rund 15 Meter über dem Wasser zum Ziel navigiert. Dabei kann ein Knick in die Flugbahn integriert werden, um das Zielgebiet aus einer bestimmten Richtung anzufliegen. Sobald sich die Rakete in einer vorbestimmten Distanz zum vermuteten Ziel befindet, schaltet sie ihr bordeigenes Radar ein, um das Ziel zu finden. Alternativ kann das Radar sofort nach dem Start oder intermittierend aktiviert werden. Sobald das Ziel erfasst ist, nähert sich die Lenkwaffe diesem in einer Flughöhe von 2 bis 5 Metern bis zum Einschlag. Der Gefechtskopf zündet nicht direkt beim Aufschlag, sondern zeitverzögert, so dass die Explosion im Schiffsinneren stattfindet und erheblich mehr Schaden verursacht als bei einer kontaktzündenden Waffe. Die Reichweite beträgt über 140 km.[4]
Torpedorohre
Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ Mk 32 SVTT befinden sich auf dem achteren Decksaufbau. Die verwendeten Mark 46 oder K745 Blue Shark-Torpedos werden mit Druckluft ausgestoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus GFK, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[4]
Siehe auch
Weblinks
- Ulsan class Frigate auf seaforces.org (englisch)
- ULSAN frigates (1981–1993) auf Navypedia (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b South Korea decommissions two Ulsan-class frigates, one Pohang-class corvette. In: Asia Pacific Defense Journal. 7. Januar 2020, abgerufen am 2. November 2025 (englisch).
- ↑ a b South Korea decommissions two Ulsan-class frigates, two Pohang-class corvettes, four Chamsuri-class patrol boats. In: Asia Pacific Defense Journal. 31. Dezember 2022, abgerufen am 2. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Institute Press, 2006, ISBN 1-55750-262-5, S. 262–263.