Ulrik Fredrik Rosing

Ulrik Fredrik Rosing (* 17. Dezember 1776 in Fredrikstad; † 1841 in Horsens) war ein dänisch-norwegischer evangelisch-lutherischer Pastor. Er wurde bekannt für seinen Einsatz für die norwegischen und dänischen Gefangenen in englischer Gefangenschaft während der Koalitionskriege.[1]

Leben

Rosing war Sohn eines Zollbeamten in Fredrikstad. Nach dem Abschluss der Christiania katedralskole 1796 absolvierte er 1799 das kirchliche Amtsexamen. Er wurde 1801 als Pastor in der Dänisch-Norwegischen Lutherischen Kirche in London angestellt.

Während seiner Zeit in London war Ulrik eine wichtige Stütze für die fast 7.000 dänischen und norwegischen Seeleute, die während der Koalitionskriege in englischen Gefängnissen saßen, nachdem sie auf französischer Seite an den Napoleonischen Kriegen teilgenommen hatten. Er hielt Gottesdienste an Bord der Gefangenenschiffe ab, überbrachte Briefe nach Hause und sammelte Geld, das er in Geschenke für die Gefangenen umwandelte (Seife, Tabak, Kleidung, Bücher). Er stellte sogar 5.000 Neue Testamente und ein Gesangbuch zur Verfügung. Rosing gründete eine Konfirmandenschule für die jüngsten Gefangenen. Nach dem Krieg belohnten die heimkehrenden Gefangenen Ulrik mit einer Goldmedaille.[1]

1811 verließ er England und erhielt eine Pfarrstelle in Jyllinge, von wo er 1822 nach Horsens wechselte, wo er bis zu seinem Tod tätig war. Dort gründete er gemeinsam mit dem Bürgermeister Nicolai Ditlev Amund Ræder eine Sonntagsschule, in der Lehrlinge ihr Allgemeinwissen erweitern konnten. Um 1860 wurde diese Schule zur Abendschule umgewandelt und besteht als „Rosing-Ræderske Aftenskole“ noch heute.[2]

Am 28. Januar 1811 wurde Rosing zum Ritter des Dannebrogordens ernannt.

Familie

Er war der Sohn des Zollbeamten Hans Rosing und Hedevig Rothenburg. Sein Vater stammte aus der Familie Rosing und war der Urenkel des Bischofs von Christiania, Hans Rosing. Ulrik wurde nach seinem Großvater benannt, der wiederum nach dem engen Freund seines Ururgroßvaters Hans Rosing, dem Gouverneur Ulrich Friedrich Gyldenløve, benannt wurde.

Rosing war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er 1801 mit der Witwe Anna Christine Dahl, geb. Klingberg (1771–1821). 1824 heiratete er Ursula Sophie Lasson (1786–1838), eine Tochter des Generals Ivar Christian Lasson. Seine Tochter Hedevig Rosing aus der zweiten Ehe wurde eine angesehene Gehörlosenpädagogin und eine Verfechterin der Frauenrechte in Christiania und veröffentlichte 1875 einen Bericht über Ulrik in Folkevennen («Gefängnisleben 1807–14»).[1]

Literatur

  • Carl Roos: Prisonen. Danske og norske krigsfanger i England 1807-14

Einzelnachweise

  1. a b c Ulrik Fredrik Rosing i Dansk biografisk lexicon.
  2. Den Rosing Ræderske Aftenskole. In: Horsens Leksikon. Abgerufen am 15. Oktober 2025 (dänisch).