Ujazdów (Warschau)
Ujazdów, ehemals Jazdów, ist ein Warschauer Stadtviertel westlich der Weichsel im Stadtteil Innenstadt.
Geschichte
Jazdów war neben der Wallburg in Bródno die älteste Burg auf dem Gebiet des heutigen Warschaus. Sie entstand am Anfang des 13. Jahrhunderts und schützte den Hafen von Solec am Handelsweg entlang der Weichsel sowie die bereits 1065 erwähnte Furt zwischen Solec und Kamion. Sie war eine der Burgen der Masowischen Herzöge und gilt als Keimzelle Warschaus. 1262 wurde die Burg von den Litauern unter Mindaugas zerstört, Herzog Siemowit getötet und sein Sohn Konrad verschleppt. Nach ihrem Wiederaufbau wurde die Burg 1282 erneut bei Kämpfen zwischen Bolesław und Konrad zerstört. Nach der erneuten Zerstörung verlegten die masowischen Herzöge ihre Burg von Jazdów einige Kilometer weichselabwärts, wo heute das Königsschloss Warschau in der Warschauer Altstadt steht. Jazdów blieb jedoch die Sommerresidenz der masowischen Herzöge. Hier entstanden zahlreiche Parks, Schlösser und Villen. Nach dem Aussterben der masowischen Herzöge im 16. Jahrhundert übernahmen die polnisch-litauischen Könige die Anlagen und bauten sie aus. Heute gilt Ujazdów als Botschaftsviertel und grüner Stadtteil mit zahlreichen Parkanlagen: Łazienki-Park, Ujazdowski-Park und dem Botanischen Garten Warschaus.
Quellen
- Encyklopedia Warszawy Wydawnictwo Naukowe PWN, 1994, ISBN 83-01-08836-2.
- Adam Dylewski: Warszawa i okolice, Pascal, 2008, ISBN 978-83-7513-139-0.
Weblinks
Koordinaten: 52° 13′ N, 21° 2′ O