Kamionek (Warschau)
Kamionek, ehemals Kamion, ist ein Warschauer Stadtviertel östlich der Weichsel im Stadtteil Praga-Południe.
Geschichte
Kamion war im Mittelalter eine eigenständige Siedlung, die bereits am Übergang des 11. zum 12. Jahrhundert entstand. Sie lag am gegenüberliegenden Weichselufer von Solec und erreichte bald Bedeutung im Weichselhandel mit Salz aus Wieliczka und Getreide nach Danzig an der Ostsee. Der um 1300 errichtete Friedhof in Kamionek ist der älteste erhaltene Friedhof auf dem Stadtgebiet des heutigen Warschaus. Im Jahr 1542 stand die Siedlung im Eigentum des Bischöfe von Płock. Auf den Feldern von Kamion fanden die Königswahlen von Heinrich Valois 1573 und August Wettin 1733 statt. Während der Schwedischen Sintflut 1656 wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen, die Pfarrkirche zerstört. 1780 erwarb König Stanislaus August Poniatowski die Siedlung von dem Bistum Płock. 1890 wurde der Ort nach Warschau eingemeindet. Heute gilt Kamionek als beliebter Wohnort mit zahlreichen modernen Wohngebäuden.
Quellen
- Encyklopedia Warszawy Wydawnictwo Naukowe PWN, 1994, ISBN 83-01-08836-2.
- Adam Dylewski: Warszawa i okolice, Pascal, 2008, ISBN 978-83-7513-139-0.
Koordinaten: 52° 15′ N, 21° 3′ O