Trierer Straße 55 (Weimar)
Das Haus Trierer Straße 55 ist ein mehrgeschossiges Mietswohnhaus in der Westvorstadt von Weimar.
Geschichte
Zur Bauzeit hieß der Abschnitt der Trierer Straße Lassenstraße.[1] Im Weimarer Adressbuch steht für die entsprechende Anschrift Lassenstraße 3.[2] Auftraggeber war der Rentier Wilhelm Heyden, der auch das heutige Haus Trierer Straße 50 erbauen ließ. Das Wohnhaus entstand 1902/03 nach einem Entwurf von Rudolf Zapfe. Das Wohnhaus ist vollständig unterkellert und hat drei Vollgeschosse und ein Mezzaningeschoss. Es ist um die Breite des Vorgartens zurückgesetzt und mit einem Metallgitterzaun umgeben. Laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller hatte Zapfe hier den Grundtyp eines historistischen Mietshauses variiert, der nach dem Vorbild italienischer Renaissancepalazzi durch die kubische Grundform und das weit auskragende Traufgesims charakterisiert sind. Die dreiachsige Fassade weist im Parterre ein Polsterband auf, wodurch es von den darüberliegenden Etagen getrennt ist. Allerdings ist am Risalit die Bänderung weniger plastisch ausgebildet. Die Mittelachse bestimmt der Risalit mit einem Erker in den Obergeschossen. Die dreiflügeligen Fenster und die Erkerstützen haben eine barockisierende Zementgussdekoration mit zum Teil figürlichen Details. Die bauzeitliche Ausstattung blieb weitgehend erhalten.[3] In dem Haus Lassenstraße 3 wohnte eine Frau Emma Pollmer, mit der Karl May auch im Streit lag. Und das war seine erste Ehefrau![4]
Einzelnachweise
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 128.
- ↑ Weimarer Adressbuch 1906, S. 182
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 837 f.
- ↑ Lothar und Bernhard Schmid (Hrsg.): Karl May: Von Ehefrauen und Ehrenmännern: Biografische und polemische Schriften 1899 , Bamberg 2004, S. 139.
Koordinaten: 50° 58′ 40″ N, 11° 19′ 0,7″ O