Trierer Straße 50 (Weimar)
Das Haus Trierer Straße 50 ist eine Villa in der Westvorstadt von Weimar.
Geschichte und Beschreibung
Zur Bauzeit hieß der Abschnitt der Trierer Straße Lassenstraße.[1] Die Villa wurde 1906/07 von dem Bauunternehmer Hugo Ernst nach dem Entwurf des Gothaer Architekten Richard Klepzig errichtet. Im Weimarer Adressbuch steht für die entsprechende Anschrift Lassenstraße 1 „Bauplatz Heyder“.[2] Es handelt sich dabei um einen Rentier, der auch das heutige Haus Trierer Straße 55, die Lassenstraße 3 hieß, bauen ließ.[3] Im Jahr 1909 wurden durch Auftrag des neuen Eigentümers, des Landgerichtsrats Dr. Richard Hotzel, an seiner Ostseite ein Nebentreppenhaus und ein Balkon angefügt. Der zweigeschossige Eckbau befindet sich an der Kreuzung zur Paul-Schneider-Straße. Der malerisch gestaffelte Baukörper ist mit einer differenzierten Fassade gestaltet. Auf historisierende Elemente wurde weitgehend verzichtet. Den Reiz macht die Verbindung von glatt verputzten Wandflächen mit reich strukturierten Werksteinelementen und dem Holzfachwerk aus. Es ist für die Architektur der Reformbewegung charakteristisch. Die Ansichtsseiten werden vor allem durch eine abwechslungsreiche Gestaltung der Fenster, die mitunter gruppiert und im Parterre von Werksteinen eingefasst sind. Weitere Akzente setzen verschiedene Vor- und Anbauten wie z. B. der Kastenerker aus Fachwerk an der Nordseite und der im Grundriss flachbogige Erker im Erdgeschoss. Der Sockel ist mit Zyklopenmauerwerk verblendet. Die innere Disposition mit großer Diele und Galerie im Obergeschoss und die repräsentativen Räume im Parterre entsprechen dem Typus einer bürgerlichen Villa des 19. Jahrhunderts. Die Ausstattung der Erbauungszeit, die aus dekorativen Holzpaneelen in der Diele, bleiverglasten Fenstern und Kamin, mehrläufiger Holztreppe und Innentüren besteht, blieb erhalten. Das Grundstück wird durch eine Natursteinmauer und Pfosten begrenzt.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 128.
- ↑ Weimarer Adressbuch 1906, S. 182
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 837.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 836 f.
Koordinaten: 50° 58′ 45,3″ N, 11° 19′ 1,2″ O