Tobelbach (Muota)
| Tobelbach | ||
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Oberlauf des Tobelbachs am Grossen Mythen | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | CH: 4322 | |
| Lage | Schwyzer Alpen
| |
| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Muota → Reuss → Aare → Rhein → Nordsee | |
| Quellgebiet | unterhalb der Holzegg 47° 1′ 37″ N, 8° 42′ 5″ O | |
| Quellhöhe | ca. 1385 m ü. M.[1] | |
| Mündung | beim Dorf Ibach in die MuotaKoordinaten: 47° 0′ 42″ N, 8° 38′ 36″ O; CH1903: 691600 / 207427 47° 0′ 42″ N, 8° 38′ 36″ O | |
| Mündungshöhe | 450 m ü. M.[1] | |
| Höhenunterschied | ca. 935 m | |
| Sohlgefälle | ca. 18 % | |
| Länge | 5,2 km[1] | |
| Einzugsgebiet | 7,33 km²[1] | |
| Abfluss[2] AEo: 7,33 km² an der Mündung |
MQ Mq |
350 l/s 47,7 l/(s km²) |
Der Tobelbach ist ein gut fünf Kilometer langer, im Oberlauf steiler Wildbach und ein rechter Zufluss der Muota im Schweizer Kanton Schwyz. Er entwässert einen Bereich im Flussgebiet der Reuss.
Geographie
Verlauf
Der Tobelbach entspringt mit drei Quellbächen etwas unterhalb der Holzegg auf der Westseite des Bergsattels zwischen dem Grossen Mythen und der Rotenflue. Er fliesst am Rand des «Staatswalds» steil gegen Westen hinunter, passiert die Örtlichkeit «Berg Mythenbad» und erreicht nach der Hälfte seines Verlaufs unterhalb der Waldstufe mit dem Flurnamen «Tobel» die Ortschaft Rickenbach, einen Ortsteil von Schwyz. Im 16. Jahrhundert wurde dort am Bachgraben eine Kapelle zu Ehren der heiligen Magdalena gebaut. Weil Hochwasser des Tobelbaches sie beschädigte, errichtete Ritter Rudolf Bellmont eine neue Kapelle etwas weiter vom Gefahrenbereich entfernt.[3][4]
Das Quellgebiet des Tobelbachs ist durch Erosion gefährdet. In den 1920er Jahren hatte sich der Kanton Schwyz mit Schutzmassnahmen in dieser Bergzone zu befassen.[5] Das sehr steile Bachbett im Oberlauf ist zum Schutz gegen Erosion mit zahlreichen Sohlschwellen treppenartig verbaut.
Der weitere Verlauf führt den Tobelbach in einem teilweise befestigten Bachgraben durch die Kulturlandschaft von Schwyz, neben dem Friedhof der Gemeinde vorbei, durch offene Wiesen und weitere Siedlungen. Der Bach unterquert die Hauptstrasse 387, die von Schwyz in das Muotatal führt, und die Gotthardstrasse (Hauptstrasse 2) und mündet in Ibach von rechts in die Muota. Bei der Mündung überquert die Muotastrasse den Tobelbach auf einer um 2019 gebauten Brücke.
Einzugsgebiet
Das 7,33 km² grosse Einzugsgebiet des Tobelbachs liegt in den Schwyzer Alpen und wird über die Muota, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es stösst
- im Nordwesten an das Einzugsgebiet des Nietenbachs
- im Nordosten, jenseits der Wasserscheide auf der Holzegg, an jenes der Alp im Flussgebiet der Limmat
- im Südosten an jenes des Chlingentobelbachs, der auch in die Muota mündet
- im Süden an jenes des Ibachs
- und im Südwesten direkt an die Muota.
Das Einzugsgebiet besteht zu 42,1 % aus bestockter Fläche, zu 34,1 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 15,4 % aus Siedlungsfläche und zu 8,4 % aus unproduktiven Flächen.
Die Flächenverteilung
Die höchste Erhebung ist der Gross Mythen mit 1898 m ü. M. im Nordosten des Einzugsgebiets. Die mittlere Höhe beträgt 909,9 m ü. M.[6]
Zuflüsse
- Haslibach (rechts), 1,1 km
- Mythenbach (rechts), 0,8 km, 0,78 km²
- Dorfbach (rechts), 2,0 km[7]
Hydrologie
Bei der Mündung des Tobelbachs in die Muota beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 350 l/s.[2] Sein Abflussregimetyp ist nivo-pluvial préalpin,[8] und seine Abflussvariabilität[9] beträgt 20.
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Tobelbachs in l/s[2] |
|---|
750 600 450 300 150 0 350 310 Jan. 400 Feb. 570 März 640 Apr. 340 Mai 300 Juni 380 Juli 360 Aug. 290 Sep. 240 Okt. 290 Nov. 320 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 350 l/s |
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
- ↑ a b c Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz (Bundesamt für Umwelt, BAFU).
- ↑ Kapelle St. Magdalena Rickenbach. In: Kirchgemeinde Schwyz. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Franz Auf der Maur: Belmont (SZ). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- ↑ Tobelbach in Schwyz. In: Online Archivkatalog des Staatsarchivs Schwyz. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Tobelbach. Bundesamt für Umwelt (BAFU), abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Eigenmessung.
- ↑ Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S. 116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 3. November 2024]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006..
- ↑ Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.