Tatort: Letzte Ernte
| Folge 1311 der Reihe Tatort | |
| Titel | Letzte Ernte |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 90 Minuten |
| Regie | Johannes Naber |
| Drehbuch | |
| Musik | Oli Biehler |
| Kamera | Pascal Schmit |
| Schnitt | Carlotta Kittel |
| Premiere | 26. Okt. 2025 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Letzte Ernte ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Norddeutschen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1311. Tatort-Episode und wurde am 26. Oktober 2025 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Kriminalhauptkommissarin Charlotte Lindholm ermittelt in ihrem 32. Fall.
Handlung
Im Apfelplantagengebiet „Altes Land“ wird der rumänische Aushilfsbauer Victor enthauptet aufgefunden – der Kopf fehlt. Während der örtliche Polizist Olaf den Tod als Folge eines Arbeitsunfalls mit einer Landmaschine interpretiert, hegt Lindholm erhebliche Zweifel. Da ein paralleler Großeinsatz des LKA sämtliche Einsatzkräfte bindet, muss sie den Fall weitgehend allein ermitteln. Kurzentschlossen mietet sie sich in das freie Pensionszimmer des Biohofs ein, in dem Victor zuletzt gearbeitet hat.
Am Ende wird Victors Arbeitgeberin Marlies Feldhusen, die eine Affäre mit ihm hatte, überführt, ihn enthauptet zu haben. Tatsächlich hatte allerdings ihre Schwiegertochter ihm mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, und diese sowie ihr Mann, Sven Feldhusen, und ihre Schwiegermutter gingen fälschlicherweise davon aus, dass sie ihn damit getötet habe. Die mit dem Hammer zugefügte Verletzung am Kopf war allerdings weder tödlich noch zu übersehen. Zur Vertuschung wurde er von Marlies Feldhusen enthauptet und erst dabei wirklich getötet. Weil Sven Feldhusen vor dem Eintreffen der örtlichen Polizei noch die nicht zu übersehende Verletzung durch den Hammer auffiel, ließ er den abgetrennten Kopf verschwinden und legte eine falsche Spur durch einen ausgestopften Fuchs, den Charlotte Lindholm fand und damit den Fall aufklärte.
Hintergrund
Der Film wurde vom 15. Oktober 2024 bis zum 14. November 2024 in Jork und Hamburg gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 11. September 2025 auf dem Filmfest Oldenburg.[2]
Rezeption
Kritiken
„Richtig mitreißend ist Charlotte Lindholms rückwärtsgewandter Neustart zwar nicht als Kriminalfilm – dafür aber ganz sehenswert als Gruß aus dem Fernsehmuseum.“
„Die Rückkehr des Knobelkrimis im Schleichmodus ist ein zweifelhafter Trend im Sonntagskrimi, der sich schon in einigen Münchner »Tatorten« manifestierte. Im neuen Fall aus Norddeutschland läuft Furtwängler wie Miss Marple durch die Apfelbäume, um im endlos langen Finale die Verdächtigen in der Scheune zu einem Stuhlkreis zu versammeln, wo sie mit allerlei umständlich aus einem Karton hervorgezauberten Beweisstücken und einem analogen Wecker die Tat rekonstruiert.“
„Wie in einem Puzzle führt Regisseur Johannes Naber bei seinem „Tatort“-Debüt die einzelnen Teile dieser Mischung aus Familiendrama und Krimi zusammen, legt geschickt zahlreiche Spuren, die am Ende zur Lösung des Falls führen. Die Story wirkt allerdings etwas überladen, was möglicherweise daran liegen könnte, dass hier gleich drei Autoren zu Gange waren. (Anm.: Der Autor vergibt vier von sechs möglichen Punkten.)“
„Und präzise wie ein Fallbeil steuert dieser klassische Whodonit-Fall auf sein fulminantes Finale zu. Und das ist in großartiger Agatha-Christie-Manier entwickelt: Fast 20 Minuten lang lässt Regisseur Johannes Naber, der auch am Drehbuch beteiligt war, seine Hauptdarstellerin schließlich am Tatort Scheue ihre Ermittlungsergebnisse präsentieren - und die Schlinge immer mehr zuziehen. Das ist ungemein spannend, wunderbar oldschool und von allen Beteiligten großartig gespielt. Fast wie bei einem Kammerspiel auf einer Theaterbühne. Ein Tatort mit der emotionalen Wucht einer griechischen Tragödie, der ganz nebenbei zeigt, wie schwer es ist, Umweltbewusstsein und wirtschaftliches Überleben in Einklang zu bringen. Selbst in dieser idyllischen Landschaft. Engagement, schauspielerische Klasse, Spannung - mehr geht nicht.“
Einschaltquoten
Die Erstausstrahlung von Letzte Ernte am 26. Oktober 2025 wurde in Deutschland von 8,62 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 31,5 % für Das Erste.[7]
Weblinks
- Tatort: Letzte Ernte bei IMDb
- Letzte Ernte auf den Internetseiten der ARD
- Letzte Ernte bei Tatort-Fans.de
- NDR zum Drehstart
Einzelnachweise
- ↑ Tatort: Letzte Ernte bei crew united, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Letzte Ernte. In: Internationales Filmfest Oldenburg. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
- ↑ Holger Gertz: Tatort. Wann ham Sie den Leichnam denn gefunden? In: Serien. Süddeutsche Zeitung, 24. Oktober 2025, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Christian Buß: »Tatort« mit Maria Furtwängler. Miss Marple im Alten Land. In: Kultur. Der Spiegel, 24. Oktober 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025: „Bewertung: 4 von 10 Punkten“
- ↑ Rainer Tittelbach: Kritik zum Film auf Tittelbach.tv, abgerufen am 27. Oktober 2025.
- ↑ „Wuchtig wie ein Fallbeil - Mord zum Sonntag: Der Tatort „Letzte Ernte“ bietet den Tiefgang einer griechischen Tragödie. Ermittlungen im Stil klassischer Kriminalromane“; Allgemeine Zeitung vom Samstag, 25. Oktober 2025; S. 6 (Kultur)
- ↑ Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 26. Oktober 2025. Quotenmeter.de, 27. Oktober 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.