Tasermiut Kangerluat
| Tasermiut Kangerluat | ||
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Der Fjord östlich von Nuugaarsuk mit Blick nach Norden | ||
| Gewässer | Labradorsee, Atlantischer Ozean | |
| Landmasse | Grönland | |
| Geographische Lage | 60° 17′ N, 44° 46′ W | |
| Breite | 2,5 km | |
| Länge | 72 km | |
Der Tasermiut Kangerluat (nach alter Rechtschreibung Tasermiut Kangerdluat „Fjord der Seenbewohner“; dänisch Ketilsfjord) ist ein grönländischer Fjord im Distrikt Nanortalik in der Kommune Kujalleq.
Geografie
Der Tasermiut Kangerluat entspringt am Gletscher Sermersuasik vom grönländischen Inlandeis rund 15 km westlich des Ursprungs des nach Osten verlaufenden Kangerlussuatsiaq (Lindenow Fjord) und trennt somit zusammen mit diesem einen rund 7000 km² großen Teil der Südspitze Grönlands vom übrigen Festland ab. Von seinem Ursprung aus verläuft der Fjord relativ geradlinig nach Südwesten, wobei ihm in seiner gesamten Länge keinerlei größeren Nebenfjorde zufließen. Einzig nach rund 47 km liegt am östlichen Ufer die Bucht Tasiusaq. Weiter nördlich befinden sich die etwa drei Hektar große Insel Qeqertaq und die eine einen Hektar große Insel Qeqertaaraq. Nach rund 72 km mündet der Tasermiut Kangerluat schließlich in die südliche Labradorsee.[1]
Geschichte
Der Fjord wurde vermutlich erstmals im Mittelalter von den Grænlendingar besiedelt, die ihn nach dem Landnehmer Ketill Ketilsfjǫrðr nannten, woraus der dänische Name entstand. Der Fjord zeichnet sich durch sein mildes Klima und seine für Grönland außergewöhnliche Fruchtbarkeit aus. Im Fjordinneren befinden sich die Überreste eines mittelalterlichen Augustinerklosters. Später wurde der Fjord auch durch die Thule-Kultur besiedelt. In kolonialer Zeit war der Fjord größtenteils unbewohnt. Lediglich in seinem Mündungsbereich befanden sich die Wohnplätze Tuapaat, Avigiaq und Itilleq in direkter Nachbarschaft zu Nanortalik. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Wohnplatz Tasiusaq besiedelt, aber die Bevölkerung kam 1863 bei einer Hungersnot ums Leben.[2] Tasiusaq wurde erst 1933 erneut bevölkert. Der Ort ist heute das einzige bewohnte Dorf im Fjord, allerdings liegen in der Nähe seit den 1950er und 1960er Jahren auch die Schäfersiedlungen Nalasut, Saputit und Nuugaarsuk. Am See Tasersuaq östlich von Nuugaarsuk befindet sich das Tal Qinngoq Avannarleq (Qinnguadalen), das einzige natürliche Gebiet Grönlands mit höherwachsender Vegetation. Nördlich von Nuugaarsuk befindet sich jedoch auch ein drei Hektar großer künstlicher Wald.[3][4]
Einzelnachweise
- ↑ Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
- ↑ Mange bukkede under i hungeråret 1863. Atuagagdliutit (14. Dezember 1983). S. 6f.
- ↑ Einar Lund Jensen, Rasmus Ole Rasmussen: Tasermiut. Danmarks Nationalleksikon.
- ↑ Nunniffiit (Karte der archäologischen Fundstellen in Grönland). Grönländisches Nationalmuseum und -archiv.