Kangerlussuatsiaq (Fjord, Ammassalik)
| Kangerlussuatsiaq | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Irmingersee | |
| Landmasse | Grönland | |
| Geographische Lage | 60° 31′ N, 43° 37′ W | |
| Breite | 3 km | |
| Länge | 55 km | |
Der Kangerlussuatsiaq (nach alter Rechtschreibung Kangerdlugssuatsiaĸ „ziemlich großer Fjord“; dänisch Lindenow Fjord) ist ein grönländischer Fjord im Distrikt Ammassalik und Distrikt Nanortalik in der Kommune Kujalleq.
Geografie
Der Kangerlussuatsiaq entspringt an drei namenlosen Gletschern im südlichsten Bereich der Ostküste des grönländischen Inlandeises. Das Festland hat an dieser Stelle eine minimale Breite von nur rund 15 km bis zum Ursprung des Tasermiut Kangerluat an der Westküste. Von seinem Ursprung aus fließt der Fjord geradlinig nach Ostsüdosten, wobei ihm zahlreiche weitere Gletscher und kurze Fjorde von Norden und Süden zufließen. Nur die größten, Nørrearm (28 km) und Sønderarm (12 km), sind benannt. Nach rund 55 km mündet der Fjord in die Irmingersee.[1]
Geschichte
In der Kolonialzeit bildete der Fjord die Grenze des kolonialisierten Westgrönlands, womit er auch heute noch die Grenze zwischen dem Distrikt Nanortalik im Süden und dem Distrikt Ammassalik im Norden bildet. Bereits Peder Olsen Walløe hatte während seiner Expedition 1751–53 den Fjord erreicht und dabei einige Tunumiit getroffen, die hier auf Jagdreise waren. Um 1830 unternahm Wilhelm August Graah eine Expedition nach Ostgrönland, wobei er den Fjord nach dem dänischen Seefahrer Godske Lindenow benannte. Bei einer Expedition 1881 befuhr der Herrnhutermissionar Jacob Brodbeck den Fjord und untersuchte eine Ruine, die mit dem Wohnort des den Grænlendingar zugehörigen Hrólfr, der laut der Flóamanna saga verbannt worden war, gleichgesetzt wurde und deswegen den Namen Rolf Ruin erhielt, auch wenn diese Gleichsetzung nicht bewiesen werden kann. Gustav Frederik Holm und Vilhelm Garde erreichten den Fjord während des ersten Teils der Frauenbootexpedition im Jahr 1883. Zu diesem Zeitpunkt war Südostgrönland noch bewohnt, aber kurz darauf zog die gesamte Bevölkerung nach Südgrönland, wo sich der Herrnhutergemeinde um Narsarmijit anschlossen. 1925/26 überwinterte eine Expedition unter Ole Bendixen bei Rolf Ruin.[2] Während der Siebten Thule-Expedition überwinterten Knud Østergaard und Emil Rasmussen 1932/33 in dem sieben Jahre zuvor errichteten Gebäude.[3] Wenige Monate zuvor war eine norwegische Radiostation vom Fjord Kangerluaraq nach dem Ertrinkungstod des Leiters Ole Mortensen im Februar 1932 von den beiden übrigen Expeditionsmitgliedern in die Bucht Kangerlorajik verlegt, die den Namen Mørepollen oder Møretun erhielt. Noch im selben Jahr wurde die Station aber nach Torgilsbu verlegt, das acht Kilometer weiter nördlich im Annikitsup Kangerlua lag.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
- ↑ Ole Bendixen: Ekspeditionen til Cap Farvel Egnen. In: Geografisk Tidsskrift. Band 32, 1929, S. 160–179 (Online).
- ↑ Knud Rasmussen: South-East Greenland. The Seventh Thule Expedition 1932. From Cape Farewell to Umivik. In: Geografisk Tidsskrift. Band 36, 1933, S. 35–43 (Online).
- ↑ Spencer Apollonio: Lands that Hold One Spellbound: A Story of East Greenland (= Northern lights series. Nr. 11). University of Calgary Press, 2008, ISBN 978-1-55238-240-0, ISSN 1701-0004, S. 188 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).