T. C. Cannon

T. C. Cannon (* 27. September 1946 in Lawton, Oklahoma; † 8. Mai 1978 in Santa Fe, New Mexico) war ein US-amerikanischer Künstler indianischer Herkunft (Kiowa/Caddo). Sein Werk gilt als wegweisend für die Entwicklung der modernen indianischen Kunst im 20. Jahrhundert.[1]

Leben

T. C. Cannon, bürgerlich Tommy Wayne Cannon, wurde als Sohn von Walter Cannon (Kiowa) und Minnie Ahdunko Cannon (Caddo) in Lawton, Oklahoma, geboren. Er wuchs in einer ländlichen Region Oklahomas auf. Er erhielt den indianischen Namen Pai-doung-a-day („One Who Stands in the Sun“). Schon früh wurde er durch Mitglieder der Kiowa Six, insbesondere Stephen Mopope, künstlerisch beeinflusst. Von 1964 bis 1966 studierte er am Institute of American Indian Arts (IAIA) in Santa Fe bei Fritz Scholder und absolvierte später kurze Studien am San Francisco Art Institute.[2] Von 1967 bis 1968 diente er als Fallschirmjäger bei der 101. Luftlandedivision im Vietnamkrieg und wurde zweimal mit der Bronze Star Medal ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr begann er ein Studium an der University of Central Oklahoma. Später lebte und arbeitete er in Santa Fe.[1]

Werk

T. C. Cannon entwickelte einen eigenen Stil, in dem er traditionelle Motive der südwestlichen Indianer mit Elementen der europäischen und amerikanischen Moderne – wie sie bei Henri Matisse, Vincent van Gogh und Robert Rauschenberg zu finden sind – verband. In seinen Werken, die von lebhaften Farbkontrasten, einer ironischen Brechung von Stereotypen sowie einer kritischen Thematisierung von Identität, Kolonialismus und der Lebenswirklichkeit moderner Native Americans geprägt sind, setzte er sich mit diesen Themen auseinander. Neben Malerei und Grafiken schuf Cannon auch Poesie und Musik, die eng mit seinem künstlerischen Schaffen verbunden sind. Zu den wichtigsten Ausstellungen von T. C. Cannon zählt die Doppelausstellung „Two American Painters“ mit Fritz Scholder an der Smithsonian Institution im Jahr 1972, die als Wendepunkt im Diskurs um indianische Kunst gilt. Seine geplante Einzelausstellung in der Aberbach Gallery in New York erlebte er nicht mehr. T. C. Cannon starb am 8. Mai 1978 bei einem Autounfall. Die Retrospektive „T. C. Cannon: A Memorial Exhibition“ ging anschließend auf Museumstournee und festigte seinen Status als einer der bedeutendsten indianischen Künstler des 20. Jahrhunderts.[3]

Literatur

  • Karen Kramer: T.C. Cannon: At the Edge of America. Peabody Essex Museum, Salem 2018.
  • Joan Frederick: T.C. Cannon: He Stood in the Sun. Northland Publishing, 1995.

Einzelnachweise

  1. a b Cannon, T. C. (1946–1978) Biography. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).
  2. Artist to Artist: T.C. Cannon and Fritz Scholder | Smithsonian American Art Museum. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).
  3. Susannah Gardiner: How T.C. Cannon and His Contemporaries Changed Native American Art. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).