Sunbeam Vogue

Sunbeam
Sunbeam Vogue
Vogue
Produktionszeitraum 1970
Klasse Mittelklasse
Karosserieversionen Limousine, Kombi
Motoren Ottomotor:
1,7 Liter (60 kW)
Länge 4343 mm
Breite 1600 mm
Höhe 1422 mm
Radstand 2500 mm
Leergewicht 953 kg

Vorgängermodell Singer Vogue Mark V

Der Sunbeam Vogue ist ein Mittelklassewagen des britischen Rootes-Konzerns, der 1970 sechs Monate lang unter der Marke Sunbeam verkauft wurde. Das Modell war äußerlich und technisch vollständig identisch mit dem Singer Vogue Mark V. Der Sunbeam Vogue wurde auf den Markt gebracht, nachdem die Marke Singer vollständig eingestellt worden war; er diente dem Abverkauf überschüssiger Singer-Fahrzeuge. Der Sunbeam Vogue gehört wie der gleichnamige Singer zur Rootes-Arrow-Familie. Er ist die seltenste Variante dieser Reihe.

Entstehungsgeschichte

Der Sunbeam Vogue ist Mitglied der Rootes-Arrow-Familie. Der Arrow war 1966 als neue Mittelklassereihe eingeführt worden, die anfänglich als viertürige Stufenhecklimousine und als fünftüriger Kombi erhältlich war. Der bei Rootes weit verbreiteten Praxis des Badge Engineering folgend, boten nach und nach alle Konzernmarken Ableger des Arrow auf dem britischen Markt an. Hillman hatte mit den Modellen Hunter und Minx die Einsteigervarianten im Programm, darüber waren der Vogue Mark V und der Gazelle Mark VII von Singer positioniert, und als Spitzenmodell fungierte der Sceptre Mark III der Marke Humber. Die Marke Sunbeam, die traditionell die sportliche Linie im Rootes-Konzern abdeckte, hatte auf dem britischen Markt keinen vier- oder fünftürigen Arrow-Ableger im Programm. Bei Sunbeam gab es stattdessen zweitürige Fließheckcoupés mit Arrow-Technik, die in schwächer motorisierter Form als Alpine und mit stärkerem Motor als Rapier verkauft wurden und die bei den anderen Marken nicht erhältlich waren.

Nachdem Rootes 1967 von dem US-amerikanischen Konzern Chrysler übernommen worden war, begann das amerikanische Management mit Rationalisierungsmaßnahmen. Dazu gehörte auch eine Straffung von Rootes’ ausufernder Modellpalette. Im Zuge dieses Prozesses stellte Chrysler im April 1970 die Marke Singer ersatzlos ein. Alle Singer-Modelle entfielen ohne Nachfolger. Zum Zeitpunkt der Einstellung der Marke Singer hatte Chrysler noch nicht alle Singer Vogues, die bis dahin auf Halde produziert worden waren, verkauft. Um diesen Lagerbestand unverkaufter Autos aufzulösen, brachte Chrysler die bereits fertiggestellten Autos als Sunbeam auf den britischen Markt.[1] Die Vier- und Fünftürer ergänzten die zweitürigen Sunbeam-Coupés der Arrow-Reihe, erhielten aber nicht deren Modellbezeichnungen Alpine und Rapier, sondern gingen als Sunbeam Vogue in den Verkauf.

Die Übertragung der letzten Singer Vogues auf die Marke Sunbeam entsprach einer Übung, die Rootes schon einige Jahre lanf praktiziert hatte. Weil die übrigen Rootes-Marken Hillman, Humber und Singer international kaum bekannt waren, wurden diverse Rootes-Modelle auf vielen Exportmärkten als Sunbeams verkauft. So hieß eine Arrow-Variante in den USA Sunbeam Arrow, und auf kontinentaleuropäischen Märkten standen die Arrows teilweise als Sunbeam Hunter, Sunbeam Minx und Sunbeam Sceptre im Programm. Mit dem Sunbeam Vogue wendete Chrysler diese Auffangfunktion der Marke Sunbeam erstmals auch auf dem britischen Markt an.

Modellbeschreibung

Der Sunbeam Vogue hat eine selbsttragende Karosserie aus gepresstem Stahlblech. Das Auto war als viertürige Stufenhecklimousine und als Kombi mit großer Heckklappe erhältlich.

Die Karosserie ist vollständig mit der des Singer Vogue identisch. Vom weitgehend baugleichen Hillman Hunter unterscheidet sich der Vogue vor allem durch die Verkleidung der Kühlluftöffnung, die beim Vogue einen schildförmigen Aufsatz trägt. Im Innenraum gibt es im Gegensatz zum einfacheren Hillman Hunter Holzimitatfolie auf dem Instrumententräger und an den Oberkanten der Türverkleidung.[2] Vom Singer Vogue unterscheidet sich der Sunbeam allein durch den Markenschriftzug in der Kühlermaske.

Als Antrieb dient wie im Singer Vogue ein 1725 cm³ großer Reihenvierzylindermotor von Hillman mit einer Leistung von 81 PS (60 kW; 80 bhp).[3] Die Kraft überträgt serienmäßig ein handgeschaltetes Vierganggetriebe, das gegen Aufpreis mit einem Overdrive kombiniert werden konnte; wahlweise war außerdem eine Dreigangautomatik von BorgWarner erhältlich.

Verbreitung

Die Sunbeam Vogue waren in Großbritannien nur von April bis Oktober 1970 erhältlich. Sie bildeten die seltenste Variante des Rootes Arrow. Wie viele Autos als Sunbeam Vogue verkauft wurden, ist nicht dokumentiert. In den Produktionsstatistiken werden sie regelmäßig den Singer Vogue zugeordnet.[4]

Literatur

  • David Culshaw, Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895–1975. Veloce Publishing PLC, Dorchester 1997, ISBN 1-874105-93-6
  • Geoff Carverhill: The Rootes Story Vol. 2 - The Chrysler Years, Crowood Press 2023, ISBN 978-0-7198-4179-8.
  • Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6
Commons: Sunbeam Vogue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Graham Robson: The Cars of the Rootes Group, London 2007, ISBN 978-1-903088-29-6, S. 130.
  2. Abbildung in einem Verkaufsprospekt zum baugleichen Singer Vogue Estate von 1968 (abgerufen am 10. Januar 2026).
  3. Nigel Hughes: The Vogue Story. Veröffentlichung des Singer Motor Clubs (PDF-Dokument).
  4. Eintrag zum Sunbeam Vogue auf classicandsportscar.com (abgerufen am 11. Januar 2026).