Gaius Sulpicius Apollinaris

Gaius Sulpicius Apollinaris war ein römischer Grammatiker des 2. Jahrhunderts n. Chr., den der junge Aulus Gellius in Rom hörte und dem er besonders eifrig folgte,[1] und zwar zu der Zeit, als Sextus Erucius Clarus Stadtpräfekt und zweimal Konsul war, d. h. nach dem Jahr 146.[2] Ebenso war er Lehrer des späteren Kaisers Pertinax.[3]

Zu einem unbestimmten Zeitpunkt führten Apollinaris, Marcus Cornelius Fronto und Marcus Postumius Festus im Vorhof des Palatins Gespräche über literarische Disziplinen.[4] Er schrieb an Erucius Clarus zurück, der ihn brieflich konsultiert hatte.[5] Mehrfach kritisierte er den Grammatiker Caesellius Vindex.[6] Zweifellos ist dieser derselbe, der die noch erhaltenen Inhaltszusammenfassungen (Periochae) der Terentianischen Komödien in Versform verfasst hat, die in den Ausgaben des Terenz überliefert sind und als sein jugendliches Werk gelten. Derselbe scheint auch der Sulpicius zu sein, der Anmerkungen zur Aeneis Vergils verfasste.[7]

Gellius beschreibt Apollinaris als einen „höchst gelehrten und wissenschaftlich ausgezeichneten Mann“,[8] einen in der Kenntnis alter Schriften erfahrenen Menschen.[9] Er lässt Apollinaris des Öfteren in Gesprächen als Kenner der lateinischen Sprache, namentlich ihrer Bedeutungsnuancen, auftreten. Gellius überliefert seine Aussprüche.[10] Vielleicht gehört zu ihm die stadtrömische Grabinschrift, auf der ein gewisser Sulpicius Apollinaris als Wohltäter gepriesen wird;[11] eine Identifikation bleibt aber rein spekulativ.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Gellius, Noctes Atticae 7,6,12; 13,18,3; 18,4,1–11; 20,6,1–15.
  2. Gellius, Noctes Atticae 13,18,2.
  3. Historia Augusta, Vita Pertinax 1,4.
  4. Gellius, Noctes Atticae 19,13,1.
  5. Gellius, Noctes Atticae 13,18,2ff.
  6. Gellius, Noctes Atticae 2,16,8ff.
  7. Scholia Veronensia ad Vergil, Aeneis 9,369.
  8. Gellius, Noctes Atticae 4,17,11; 12,13,1 u.ö.
  9. Gellius, Noctes Atticae 19,13,5.
  10. Gellius, Noctes Atticae 4,17,11; 7,6,12 u.ö.
  11. CIL 06, 22591.